Vogel über Sommer: «Weltklasse!»
Die Basler haben mit ihrem Heimsieg gegen Bayern München für starke Worte und grosse Lobeshymnen gesorgt.
Er sei stolz auf das Ergebnis seiner Mannschaft, die den Bayern vor allem am Anfang widerstand, «obwohl die Münchner wie die Feuerwehr gekommen sind», so Basel-Coach Heiko Vogel. Stockers spätes Tor (86.) habe die Ausgangslage natürlich nochmals verbessert. Für ihn war es das schöne Ende einer guten zweiten Halbzeit, in welcher seine Equipe mehr mit dem Ballbesitz anzufangen wusste: «Das habe ich von meinem Team auch gefordert.» Den verpassten Chancen trauerte Vogel nicht einmal so sehr nach. Und er wusste auch, wem er das 1:0 auch zu verdanken hatte - Yann Sommer: «Weltklasse!»
In der Bundesliga sind die Münchner zuletzt unter Druck und in eine spielerische Sackgasse geraten. Die Champions League hätte die Bühne zum Befreiungsschlag werden sollen. Doch für einmal war in erster Linie die eher stürmische Chef-Etage um verbale Schadensbegrenzung bemüht. In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen mochte Uli Hoeness den Fehltritt nicht dramatisieren: «Wir haben nicht gut gespielt, keine Frage. Aber das war auch ungemein schwierig auf dem sehr schlechten Platz.» Am Umschwung im Rückspiel zweifelte Bayerns Präsident keine Sekunde: «Wir werden es schaffen, davon bin ich überzeugt.»
Heynckes locker, Beckenbauer angespannt
Heynckes pflichtete seinem Chef und Freund bei: «Ich sehe das alles nicht so aufgeregt wie das Umfeld. Lassen Sie uns das zweite Spiel abwarten. Dann wird zusammengerechnet. Ich bin lange genug im Geschäft.» Nicht ganz so gelassen reagierte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: «Das ist kein gutes Ergebnis. Basel ist auch in der Lage, auswärts ein Tor zu schiessen. Dann müsste man schon drei machen. Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat.»
«Das war die Wende im Spiel»
Die Basler-Spieler zeigten sich nach dem Exploit natürlich hoch erfreut über ihre Leistung. Xherdan Shaqiri schaut bereits auf das Rückspiel: «Am Anfang hatten wir Probleme. Dann hatten wir die besseren Chancen in der ersten Halbzeit. Das war die Wende im Spiel. Für mich war es ein spezielles Spiel. Aber es gibt noch ein Rückspiel, da müssen und wollen wir wieder einen grossen Auftritt zeigen.»
Stocker als Joker
Der glücklichste Basler an diesem kalten Abend aber wahr der Torschütze Valentin Stocker. Dem Krienser fehlt zwar noch die Kraft über die volle Distanz. Seine Torgefährlichkeit ist aber schon wieder bei hundert Prozent: «Es ist besonders schön, dass mein Treffer das Siegestor war. Schade, dass es noch nicht fertig ist. Sonst wäre die Freude doppelt so gross. Ich habe mir vorgenommen, gestärkt aus der Verletzungszeit zurückzukommen. Noch habe ich nicht die Kraft für 90 Minuten auf diesem Niveau. Aber ich bin so weit, dass ich in den Teileinsätzen etwas bewirken kann.»