Es war einmal...
Ajax 1906–1910
Eine Automarke Ajax hatte es zwischen 1901 und 1926 fünfmal in den USA, ein mal in Frankreich und auch in der Schweiz gegeben. Von den an Zürichs Hirschengraben gebauten Ajax steht ein letztes Exemplar im Luzerner Verkehrshaus. Gründer war der aus Österreich stammende US-Bürger Dr. G. Aigner. Das nach dem Vierzylindertyp 20/27 PS unter Ingenieur D. Siebenmann entwickelte 3,4 L Sechszylindermodell wurde 1907 bereits bei der Targa Florio eingesetzt. Die Ajax besassen fortschrittliche Merkmale wie Gaspedal, direkt an den Zylindern angeflanschten Vergaser und zu einem Gusskörper vereinte Abgasleitungen. Der Abgasdruck wurde zur Benzinförderung genutzt; auf Wunsch gab es fahrerseitig ein unter Federdruck gehaltenes Trittbrett, das beim Besteigen den Motor anwarf.
Um die einzelstückweise Herstellung in Schwung zu bringen, beteiligte sich die Ajax AG 1908 an der Zürcher Automobildroschken Gesellschaft (Louis Renault und André Citroën gründeten später gar eigene Taxifirmen!). 1909 wurden zwei neue Motoren entwickelt, die ausschliesslich in Kugellagern liefen; die Ventilsitze waren kühlwasserumspült. Doch die modern robuste Technik stand im Gegensatz zum Management. Die Herstellung vieler Teile war aufwendig; viel Geld verschwendete man mit der Entwicklung eines Flugzeugs. Für die Zürcher Automobildroschken Gesellschaft konnten 32 Landaulets geliefert werden, weitere für analoge Taxifirmen in Wien und München. Als diese Unternehmen aber nicht mehr zahlen konnten, geriet Ajax schon Anfang 1910 in Konkurs.
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