Der Familienfreund
Für den Nachfolger des seit 1995 im portugiesischen Palmela gebauten Minivan hat sich VW nun doch auch für Schiebetüren entschieden. Als Argument werden der bessere Zugang zu den hinteren Sitzen und der kleinere Platzbedarf bei geöffneter Türe angeführt. Argumente, die allerdings auch schon bisher gegolten haben.
Der neue Sharan ist mit 485,5 cm um 22 cm länger und mit 190,5 cm um 9 cm breiter als sein Vorgänger. Damit haben sich auch die Proportionen der Karosserie verändert. Die gestreckte Silhouette wirkt eleganter, obschon die Designer um Walter de Silva zum Glück dem modischen Trend nach immer kleineren Fensterflächen entsagt haben.
Viel Platz
In seiner Grundversion ist der Sharan ein Fünfplätzer, der zwischen 800 und 2430 dm3 Stauvolumen bietet. Optional (jeweils rund Fr. 2000.–) gibt es sechs (2+2+2) oder sieben Sitze (2+3+2). Selbst als Siebensitzer bleibt ein Gepäckraum von respektablen 300 dm3 (bis Oberkante Sitzlehne). Die jeweils nicht benutzten Sitze lassen sich in einfacher Weise versenken und ergeben so eine ebene Ladefläche. Alle Sitze – auch in der dritten Reihe – sind in Längsrichtung verstellbar, ebenso die Neigung der Lehnen. Es gibt zwei integrierte Kindersitze, maximal 33 Ablagen und bis zu 9 Airbags.
Vier Motoren
Die Markteinführung für die Schweiz ist für Ende September vorgesehen. Vorerst wird es den 1.4 TSI mit 110 kW (150 PS) als Basisversion mit 6-Gang-Schaltgetriebe ab Fr. 45'200.– geben. Der bekannte 2.0 TDI mit 103 kW (140 PS) wird sowohl mit 6-Gang-Schaltgetriebe als auch mit 6-Gang-DSG angeboten. Wie üblich gibt es drei Ausstattungslinien (Trend-, Comfort-und Highline). Ende Jahr kommen zwei weitere Motoren mit mehr Leistung dazu (vgl. Tabelle). Bis dann werden alle Motoren mit manuellem Getriebe (6 Gänge) oder DSG lieferbar sein.
Der in der Schweiz begehrte Allradantrieb 4Motion kommt nächstes Jahr. Mit Ausnahme des 200-PS-Benzinmotors werden alle Aggregate serienmässig mit Stopp-Start-System und Energierückgewinnung (Generator) ausgestattet. Gegenüber dem bisherigen Sharan wurden Verbrauchseinsparungen von bis zu 20 % erzielt. Gewisse Versionen sind um bis zu 30 kg leichter als der Vorgänger.
Die Dieselmotoren sind mit SCR-Katalysatoren zur Reduktion der Stickoxide ausgerüstet. Der SCR-Kat. funktioniert mit einem AdBlue genannten Zusatzmittel (wässrige Harnstofflösung). Mit dieser recht aufwendigen Lösung – sie hat sich bereits im Passat Blue TDI bewährt – gewinnt VW genügend «Freiraum», um in dieser Gewichtsklasse Euro 5 und auch noch schärfere Abgasbestimmungen sicher erfüllen zu können.
Fahrsicher
Gefahren sind wir mit dem 1.4 TSI (150 PS) und dem 2.0 TDI (140 PS), also mit den beiden Motoren, welche die neue Sharan-Saison in der Schweiz eröffnen werden. Die bekannten Konzernmotoren machen ihre Sache auch im recht schweren Sharan (Leergewicht ab 1650 kg) gut. Allerdings dürfte dem 1.4 TSI eine schwere Beladung doch deutlich mehr zusetzen als dem TDI, dessen kräftiges Drehmoment jederzeit für viel Durchzugskraft sorgt.
Die Fahrwerkskomponenten – McPherson-Federbeine vorne und Mehrlenker hinten – stammen von Passat und Tiguan. Diese Kombination ergibt zusammen mit dem langen Radstand einen guten Geradeauslauf. Gegenüber dem Vorgänger haben sich Wankneigung und Windempfindlichkeit spürbar verbessert. Die elektromechanisch unterstützte Lenkung reagiert zielgenau und weist eine gute Rückmeldung auf.
Einparkhilfe
Wie bereits der neue Touran wird auch der Sharan optional (Fr. 1100.–) mit einer verfeinerten Einparkhilfe angeboten. Sie erlaubt nun höhere Suchgeschwindigkeiten für ein freies Parkfeld, ermöglicht automatisches Ein- und Ausparken in engeren Lücken und parkt auch quer zur Fahrtrichtung. Praktisch für Stadt und Einkauf.
Familienfreundlich
Mit dem neuen Sharan hat Volkswagen im nicht mehr so trendigen Segment der grossen, praktischen Familienvans seine Position gefestigt. Die versenkbaren Sitze und die Schiebetüren sind ein echter Mehrwert. Dazu kommen eine reichhaltige Ausstattung und eine gute Verarbeitungsqualität, sodass die Preise (ab Fr. 45'200.–) gerecht kalkuliert scheinen. Der 2.0 TDI kostet trotz neuer Motorengeneration und dem erwähnten Mehrwert bloss 50 Franken mehr als 2009 das bisherige Modell.
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