Das kleine Schwarze
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Es gibt da so eine Theorie zum Verhältnis zwischen Ökonomie und Rocklänge. Ohne Kohl. Dieses Verhältnis heisst «Hemline Index», was so viel wie Index der Rocklänge bedeutet und wunderbar intellektuell klingt, wenn man’s in einer Cüpli-Runde von Minirock-Trägerinnen anbringt. Jedenfalls besagt die Theorie folgendes: Je schlechter es der Wirtschaft geht, desto längere Röcke tragen die Frauen. Warum dem so ist, weiss die Theorie nicht. Vielleicht ja, weil man sich in Krisenzeiten aufs Praktische besinnt – dank langer Kleider kann man sich Beinrasur und Fitnessabo getrost sparen. Zumindest aber erklärt die Theorie, warum es seit dem Krisenjahr 2009 vermehrt wieder lange Fummel in den Läden gibt. Die heissen angeblich «Maxi-Kleider» und lassen einen vermuten, dass man versehentlich in der Umstandsmode-Abteilung gelandet ist. Bis einem die schlanke Verkäuferin im Schwangerschaftsdress versichert, momoll, man sei hier schon richtig.
Erklärt das vielleicht auch, warum jetzt ausgerechnet Mini mit dem SUV-artigen Countryman einen «Maxi» rausgebracht hat? Da passen nämlich «Maxi-Kleider» samt «Maxi»-Beinhaarwuchs und Zusatzpfunden prima rein. Für alle, bei denen die Krise wenig Eindruck schindet – wir haben uns ja fürs neue Jahr vorgenommen, dass alles besser wird – gibt es immerhin auch noch das neue Coupé,weder lang noch wirklich praktisch ist. Es sei denn, man findet es praktisch,dass man keine blöden Sprüche von der Rückbank aus hörenmuss. – Sorry, ich würd euch echt gerne mit dem Auto mitnehmen, aber ich habe bloss einen Zweisitzer. Oder dass mankeine sperrigen Möbel entsorgen kann. – Oh je, das krieg ich in meinen Mini leider nicht rein, kannst du mit deinem Kombi?
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sollte man sich die Laune mit einem praktischen Auto nicht noch zusätzlich verderben – es genügt schon, wenn man im Schwangerschaftskleid gefragt wird, in welchem Monat man ist. Da gönnt man sich dochlieber ein kleines Coupé mit 211 sportlichen Pferden, das einen mit Go-Kart-Feeling und breitem Grinsen an den «Maxis» vorbeiziehen lässt. Denn so ein kleines Schwarzes, das wusste Coco Chanel 1926 schon, bereitet einfach mehr Freude. Ein bisschen speziell ist die Blechkleidermode des Mini Coupés mit seinem Kappendach ja schon – und sorgte bei gewissen Beifahrern für eine «Hoffentlich sieht mich jetzt keiner»-Sonnenbrille im Gesicht. Aber dem Typen von der Autowäsche hat’s gefallen: «Sie haben aber einen schönen Mini». Und damit meinte er nicht den Rock, der mir bis über die Knie ging.
Mehr Infos zum kleinen Schwarzen (oder Blauen oder Roten oder so): www.mini.ch
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