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Audis Kleinster wird grösser

Audis Kleinster, der A1, wird zum wendigen Fünftürer.
Das Design des Sportback ähnelt dem des Dreitürers.
Das Dach wurde ein Stück weiter nach hinten gezogen.
Das A1-Cockpit macht einen hochwertigen Eindruck.
Über einen Start-Stopp-Knopf lässt man den A1 an.
Serienmässig kommt der Wagen mit Zweier-Rückbank.
Bei umgeklappten Lehnen fasst der Stauraum 920 Liter.
Im Innenraum sind Details in Wasabi-Grün erhältlich.
Der 1.4 TFSI wird mit Zylinderabschaltung zur Spardose.
Bild: Werk (9)
Audi A1 Sportback: Modellpalette

Audi A1 Sportback – Der kleinste Audi erhält zwei zusätzliche Türen und einen neuartigen Vierzylindermotor 1.4 TFSI, der manchmal auch nur auf zwei Zylindern läuft.

Der im Sommer 2010 vorgestellte Audi A1 war bisher ausschliesslich als Dreitürer erhältlich. Ein Handicap, das vielleicht den 15. Platz im B-Segment in der Schweiz erklärt (2150 Fahrzeuge für 2011), also weit hinter den Verwandten aus dem gleichen Konzern: Polo (Rang 1 mit 7584 Einheiten), Fabia (5. mit 3916 Autos) und Ibiza (6. mit 3630 Stück). Die Bilanz hellt sich auf, vergleicht man den luxuriösen A1 mit ähnlich positionierten Autos wie Citroën DS3 (1483 Autos) oder Alfa Romeo Mito (913 Einheiten) und berücksichtigt, dass der in Belgien montierte A1 ab nächsten Monat auch mit fünf Türen als Sportback angeboten wird.

Kaum verändert

Der A1 Fünftürer weist praktisch identische Proportionen auf wie der Dreitürer. In Höhe und Breite hat der Sportback um 6 mm zugelegt, und die Heckscheibe steht steiler. Die B-Säulen (Mittelpfosten) sind um 25 mm nach vorne versetzt, der Radstand bleibt unverändert.

Der Preisaufschlag für fünf Türen ist höher als bei einem Polo (1000 gegen 670 Franken), es lohnt sich trotzdem. Der Zugang zu den hinteren Sitzen geht einfacher, auch wenn der Türausschnitt knapp bleibt. Der Sportback bietet im Fond zwei Plätze mit einer Becherablage in der Mitte, zum gleichen Preis gibt es aber auch fünf Plätze. In beiden Fällen fühlen sich Erwachsene eingeengt; der gegenüber dem Dreitürer gewonnene Zentimeter in der Höhe hilft auch nicht viel. Ist der Platz auch knapp, ist zumindest die Polsterung komfortabel, und das Volumen des Gepäckraums bleibt unverändert (270 dm3 bzw. 920 dm3 bei umgelegten Lehnen). Das ist zwar etwas weniger als beim Polo (290 dm3), aber für die Kategorie ausreichend.

1.4 TSFI mit 140 PS

Schade, dass es auf den Rücksitzen keine Haltegriffe gibt, denn der A1 Sportback ist ein wahrer Kurvenkünstler. Um diese erfreulichen Fahreigenschaften auszukosten, hatte Audi die gute Idee, die Pressefahrzeuge mit zwei neuen, leistungsfähigen Motoren auszurüsten. Bei den Benzinmotoren zeigte der 1.4 TFSI (140 PS) – eine Weiterentwicklung des 122-PS-TSFI mit höherem Ladedruck – seine sportlichen Eigenschaften. Obschon deutlich schwächer als sein Pendant mit doppelter Aufladung (Turbo und Kompressor, 185 PS) im A1 Sportback Sport, zeigte sich das mit einfacher Turboaufladung arbeitende Aggregat sowohl durchzugsstark als auch drehfreudig; die obere Drehzahlgrenze liegt bei 6500/min. Zudem konnte hier die knackige und präzise geführte Schaltung des 6-Gang-Getriebes ausprobiert werden, während der 185-PS-Motor ausschliesslich mit Doppelkupplungsgetriebe kombiniert wird.

4- oder 2-Zylinder

Der neue Vierzylinder mit dem sportlichen Sound macht nicht nur viel Dampf, er ist auch das Aushängeschild der Marke bezüglich des Benzinverbrauchs (4,7 L/100 km im EU-Zyklus). Dazu gibt es nicht nur ein Stopp-Start-System und die übrigen bekannten Massnahmen zur Verbrauchsreduzierung, sondern eine Zylinderabschaltung. Das gibt es zwar schon auf dem 4-L-V8 Biturbo von Audi und Bentley sowie bei verschiedenen V8-Motoren anderer Hersteller, aber noch nie für einen Vierzylinder.

Dieser «Cylinder on Demand» lässt bei geringer Last zwischen 1400 und 4000/min ausschliesslich die Zylinder 1 und 4 arbeiten. Die Nocken 2 und 3 weisen je zwei Profile auf: Eines davon hält die Ventile bei gleichzeitigem Unterbruch von Einspritzung (direkt) und Zündung geschlossen. Elektromagnetische Schaltelemente verschieben die Nockenwelle innerhalb von 15 bis 35 ms auf die gewünschte Position. Der Fahrer wird per Anzeige am Bordcomputer informiert, denn zu spüren ist der Vorgang nicht. Wird wieder Gas gegeben, ist die Leistung verzögerungslos wieder da. Das System soll im EU-Zyklus eine Einsparung von 0,4 L/100 km bringen.

2.0 TDI

Die andere Neuheit für A1 und A1 Sportback, ist die Verfügbarkeit des 2-L-TDI mit 143 PS. Kombiniert ausschliesslich mit Schaltgetriebe, erwies er sich als sehr angenehmer Geselle mit guter Leistung bei moderatem Geräusch. Sein Komfort bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn überraschte. Die üppigen und gut gepolsterten Sitze kämpfen bei der Version Ambition gegen den Komfortverlust, verursacht durch die straffere Federung und die Niederquerschnittreifen.

Auch der A1 kann sich der Audi-Tradition der gepfefferten Aufpreise nicht entziehen. Eine vorbildliche Fertigungsqualität und der Gratisservice während zehn Jahren oder 100 000 km sind aber auch etwas wert.

Attraktive Optionen

Die Basisversion Ambition des Sportback umfasst das Wichtigste (manuelle Klimaanlage, Radio, elektrische Seitenscheibenheber v./h., ESP mit Sperrfunktion), aber alles Wünschbare kann (beziehungsweise muss) gegen Aufpreis bestellt werden, so etwa das schlüssellose Zugangssystem, die Lederpolsterung, die Bi-Xenon-Scheinwerfer, das LED-Tagfahrlicht, die Navigation MMI plus mit Farbbildschirm und Google Earth, Wi-Fi, DAB-Radio. Fehlt etwas?

Der A1 Sportback übernimmt nicht das automatische Notbremssystem des VW Up. Audi bietet zurzeit Gratisoptionen im Wert von 15 % auf dem Basispreis und gewährt einen Eurobonus von 2 Prozent.

(Raphaël Leuba)

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