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Japans Oberklasse-Alternative

Gut sieht er aus, der neue Spieler in der Oberklasse.
Der Infiniti M wildert im Revier von BMW und Mercedes.
238 PS leistet der neue 3-Liter-Turbodiesel des M30d.
Die Ausstattung ist schon in der Basis umfangreich.
Die Holzintarsien entstehen nach alter Handwerkskunst.
Der M30d bietet vier unterschiedliche Setups an.
Leder und Holz machen den M30d zum noblen Reiseauto.
450 Liter Platz gibt es im vollwertigen M30d-Kofferraum.
Der V6-Diesel entstand in Zusammenarbeit mit Renault.
Bild: AR (9)

AR-Test: Infiniti M30d – Der Infiniti M ist eine überlegenswerte Alternative bei den luxuriösen Limousinen. Bekommt der M auch mit dem 3-Liter-Diesel unsere Empfehlung?

Vor allem der Hybrid der bei uns noch immer recht unbekannten Nissan-Luxustochter Infiniti hat es uns angetan. Wir behaupten auch, dass der M35h das bislang beste Hybridfahrzeug ist, das bei uns den AR-Test durchlaufen hat. Sportwagen-Fahrleistungen in der fahraktiven Luxuslimousine mit dem Durst eines Kompaktwagens, das gabs sonst bislang noch nirgends. In Zahlen sind das 5,6 s von 0 auf 100 km/h bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 L/100 km.

Und der Diesel?

Da kann der neu getestete Diesel nicht mithalten. Seine Eckwerte sind 8,1 s für den Paradesprint und 8,2 L/100 km im Durchschnitt. Noch krasser sieht es aus, probiert man mit beiden Fahrzeugen sparsam zu fahren. Die AR-Normrunde absolvierte der M30d mit 7,5 L/100 km, beim Hybrid waren es mit 5,6 L/100 km fast 2 L weniger, Benzin notabene.

Der von Allianzpartner Renault gelieferte und für Infiniti adaptierte 3-Liter-Turbodiesel mit einer Maximalleistung von 175 kW (238 PS) bei 3700/min und einem maximalen Drehmoment von 550 Nm wirkt kräftig, hat keine Mühe mit dem 1960 kg schweren M30d. Aber so souverän wie das Hybridkonzept, ja sogar wie der normale Benziner ist das Aggregat nicht, ihm fehlen das tolle Hochdrehvermögen und die Leichtigkeit des Benziners.

Wo der M30d gegenüber dem Hybrid zu punkten vermag, ist bei der Ausstattung, denn den M mit Selbstzünder gibt es im Gegensatz zum Hybrid auch in den Ausstattungsvarianten S und S Premium. Bei beiden Versionen verfügt der M30d über ein Sportfahrwerk und die aktive Allradlenkung, womit der Diesel – auf hohem Niveau – noch agiler und zielgenauer um die Ecken wetzen kann als der Hybrid.

Veritable Alternative

Ansonsten zeichnen den M30d, neben dem sportlich problemlosen Fahrverhalten, dieselben Vorzüge aus wie schon den M37 und den M35h. Das Design ist modern und dennoch zeitlos, das Komfortniveau ausgesprochen hoch. Und der Infiniti verwöhnt im Innenraum mit viel Platz, sehr guter Verarbeitung und ausgesprochen hochwertigen Materialien mit viel Leder und Holzapplikationen. Die umfangreiche Serienausstattung enthält inklusive Assistenzsysteme alles, was bei der Konkurrenz erst auf endlos langen Optionenlisten angekreuzt werden muss, die Exklusivität ist noch höher als bei einem Jaguar XF. Auf der Minusseite stehen die nach hinten wenig übersichtliche Karosserie, die zu hektisch agierende Abstandsregelung, der zurzeit noch unsichere Wiederverkaufswert und das dünne Händlernetz.

Empfehlenswert?

Bei der Ausstattung hat der Diesel dem nur als GT Premium erhältlichen Hybrid das Sportfahrwerk, die aktive Allradlenkung, die 20-Zoll-Felgen und das höherwertige Leder voraus – wenn man die 3830 Franken Aufpreis der S-Premium-Ausstattung investiert.

Kann man auf diese Optionen verzichten und würde man beim M30d auch die GT-Premium-Ausstattung bestellen, so ist der Diesel – mit identischem Fahrwerk – nur 1700 Franken günstiger als der Hybrid. Im M30d läuft der Dieselmotor – zumindest solange er noch nicht warm ist – recht rau und das Innengeräuschniveau ist höher. Dazu schlechtere Fahrleistungen, ein Mehrverbrauch, keine Stopp-Start-Automatik, und, last, but not least, ist der Hybrid schlicht und einfach sexyer als der Diesel. So macht der Selbstzünder nur im Ausland mit subventioniertem Dieseltreibstoff oder auf unlimitierten Autobahnen noch Sinn.

Und so kommt es, wie es kommen musste: Am superben Infiniti-Hybrid führt kein Weg vorbei. Dass wir uns recht verstehen, der M30d ist ein sehr gutes Auto, aber der Hybrid schlägt den Diesel um Längen, ist und bleibt unser klarer Favorit, auch wenn das Kofferraumvolumen beim M35h aufgrund des Batteriepacks um 100 dm3 geringer ist. Wer eher wenig fährt, nicht auf die höchste Ausstattung verzichten kann und zusätzlichen Stauraum benötigt, sollte sogar noch den normalen Benziner M37 S Premium in Betracht ziehen. Der verbraucht zwar je nach Leistungseinsatz bis zu 3 L mehr als der Diesel, überzeugt dafür mit seinem tollen V6 und kostet bei gleicher Ausstattung erst noch 2500 Franken weniger als der M30d. – Preise: Infiniti M30d ab Fr. 78'580.–, Testwagen Infiniti M30d S Premium Fr. 96'665.–.

(AR Test-Team)

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