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Upgrade in Richtung Upperclass

Der VW CC verzichtet künftig auf «Passat» im Namen.
Der Viertürer soll näher an den Phaeton rücken.
Optisch sind an Front und Heck Änderungen sichtbar.
Im Cockpit sind die Passat-Gene noch unübersehbar.
Wer will, kann seinen CC mit allerlei Helfern aufrüsten.
ACC-Distanzregelung mit Umfeldbeobachtungssystem
Sehr viel Kopffreiheit gibt es nicht im CC-Fond.
Ins CC-Heck passen maximal 532 Liter Gepäck.
Der 300 PS starke V6 macht den CC zur Sportskanone.
Bild: Werk (9)
Modellangebot Volkswagen CC

Volkswagen CC – Die Abkehr von der Modellbezeichnung «Passat» beim CC ist Programm. Das viertürige VW-Compact-Coupé soll mit neuem Design und höherwertiger Ausstattung seine Wurzeln vergessen lassen.

Der CC hat bei seinem Marktauftritt vor vier Jahren das Segment der viertürigen Coupés sicher nicht begründet. Aber trotzdem haben sich weltweit immerhin schon 320'000 Kunden für den Schönsten aus der Passat-Baureihe entschieden. Der überarbeitete CC soll den Erfolg nicht nur weiterführen, sondern mit einem Upgrade an inneren Zutaten sogar ausbauen.

Richtung Phaeton

Annäherung an das VW-Flaggschiff in der Luxusklasse ist das Ziel beim neuen CC. Da reicht es nicht, einfach per Facelift das Design anzupassen. «Das analog zur Volkswagen-DNA überarbeitete Design, die erweiterte Serienausstattung und neue Assistenzsysteme sollen die Verwandtschaft mit dem Phaeton signalisieren», so Anna Trauter, Produktmarketing VW.

Das Team rund um Chefdesigner Klaus Bischoff hat die VW-Alternative zu den klassischen Limousinen in diese Richtung weiterentwickelt. Von vorn fallen der neu gestaltete Kühlergrill mit drei Querlamellen, die jetzt serienmässigen Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, das optionale LED-Tagfahrlicht und die gleichfalls neu gestaltete Motorhaube auf. Ähnlich wie beim Phaeton, haben die Designer unterhalb des in Wagenfarbe lackierten Stossfängers einen weiteren Lufteinlass kreiert, der die Verwandtschaft nach oben betonen soll. Eine grössere seitliche Schwelle und ein voluminöserer Heckabschluss mit einem neuen hinteren Stossfänger und neu gestalteten LED-Rückleuchten runden das optische Paket ab.

Im Innern des serienmässigen Vierplätzers (5 Sitze als Option) geht es mit frischen Materialien und neuen, sehr bequemen Sportsitzen noch luxuriöser zu und her. Drei Instrumententafelvarianten, vier Dekore und elf Sitzbezugsarten stehen zur Auswahl. Und die Serienausstattung wurde mit Edelstahlleisten, Komfortkopfstützen, höherwertigem Radio-CD-System und Müdigkeitserkennung erweitert. Zahlreiche weitere Assistenzsysteme sind nun gegen Aufpreis zu bestellen, darunter das erstmals bei VW zum Einsatz kommende Side Assist Plus, welches Toter-Winkel-Assistent und Lane Assist miteinander kombiniert und mittels Lenkeingriff den Fahrer vor einem Spurwechsel warnt, wenn ein anderes Fahrzeug im toten Winkel fährt.

Mit den Ohren

Luxusklasse erfährt man aber nicht nur visuell, sondern auch akustisch. Deshalb hat VW grossen Wert auf eine verbesserte Lärmdämmung im Innern des CC gelegt. Neben dem zahlreichen Einsatz von zusätzlichem Dämmmaterial in Türen, im Instrumententräger und im Heckbereich verpassten die Ingenieure dem Compact-Coupé eine akustisch optimierte neue Unterbodenverkleidung, neue Getriebelager, eine Frontscheibe mit integrierter Akustikfolie und auf Wunsch ebensolche bei den Seitenscheiben. Mehrere Dezibel sollen diese Massnahmen auf dem Prüfstand bringen. Auf der Strasse jedenfalls überzeugt der CC durch grosse Laufruhe und tadelloses Abrollverhalten. Mit dem über das ESP gesteuerten Quer-Sperrdifferenzial XDS, welches Untersteuern in Kurven wirksam verringert, und der adaptiven Fahrwerksregelung DCC, bei welcher das Fahrverhalten von komfortabel bis sportlich verstellt werden kann, ist der CC fahrwerkstechnisch ganz vorne mit dabei. Die beiden für die Versionen mit mehr als 125 kW serienmässigen Fahrwerksfeatures (für die anderen gegen Aufpreis) verhelfen dem CC zu einem agilen und trotzdem äusserst komfortablen Fahrverhalten.

Bei den Motoren hat der potenzielle Kunde die Qual der Wahl: sportlich oder doch lieber sparsam? Ersteres bekommt man mit den stärksten Benzinern, dem 2.0 TSI mit 155 kW (210 PS) oder dem 3.6 FSI mit sogar 220 kW (300 PS), Letzteres mit dem 2.0 TDI mit 103 kW (140 PS). Kaum einen Kompromiss eingehen muss man mit dem 1.8 TSI mit 118 kW (160 PS) und dem stärkeren 2.0 TDI mit 125 kW (170 PS). Mit beiden ist man kräftig und trotzdem sparsam unterwegs. Obwohl auch schon der als Blue Motion Technology oder sogar mit SCR-Katalysator (Euro 6) erhältliche schwächere Zweiliterdiesel völlig ausreicht, um mit dem CC standesgemäss unterwegs zu sein. Den vom Werk angegebenen EU-Verbrauch von 4,3 L/100 km (125 g/km CO2) haben wir auf unserer Testfahrt rund um Nizza zwar verpasst, der Bordcomputer zeigte nach der Fahrt aber immerhin sehr gute 5,5 L/100 km an.

Mit dem grossvolumigen V6 mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb wiederum mutiert der CC zum Sportwagen: Nur gerade 5,6 s vergehen beim Sprint von 0 auf 100 km/h.

Operation gelungen

Die Marketingstrategie, den neuen CC höher zu positionieren, scheint gelungen. Zumal sich VW – und dies ist der eigentlich Schachzug – den Mehrwert des Compact Coupé nicht teurer bezahlen lässt, sondern ganz im Gegenteil die Einstiegspreise des besser ausgestatteten Viertürers um rund 2700 Franken senkt. Vielleicht erhöht das ja dann den bislang mit rund 6 % doch recht geringen Passat-Marktanteil des ab März erhältlichen neuen Viertürers auch im Kombiland Schweiz? Der Erfolg in Ländern wie China und den USA dürfte mit der neuen Strategie jedenfalls sicher sein.

(Roger Martin)

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