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Es war einmal...

Bricklin SV-1, 1974 (V8, 5896 cm3, 223 PS).
Bild: AR-Archiv

Rund 10’000 Automarken und -konstrukteure hat es gegeben – die meisten sind verschwunden. Eine Serie über untergegangene Namen der Automobilgeschichte. Diesmal: Bricklin.

Bricklin 1974–1975

Malcom Bricklin, ein kaufmännisches Naturtalent, schuf ab 1959 eine Eisenwaren-Ladenkette, beglückte die USA samt ihrer Polizeipatrouillen mit 30'000 Lambretta-Rollern und wurde 1968 zum Subaru-Importeur. Auch aus diesem Unternehmen stieg er mit hohem Gewinn aus, um sich ab 1971 mit zwei Autokonstrukteuren der Entwicklung eines Sportcoupés zu widmen, des «sichersten, fahraktivsten und modernsten je gebauten Wagens». Dessen Stahlrahmenchassis mit 5,9-L-V8 von AMC trug eine stilistisch vom Mercedes-Benz-Forschungsprototyp C 111 inspirierte Karosserie aus Acryl-Kunststoff mit elektrischen Flügeltüren.

Mit kanadischer Unterstützung konnten in St. John, New Brunswick, grosszügige Werkanlagen genutzt werden. Im ersten Jahr sollte der im Juni 1974 lancierte Bricklin in 10'000 Exemplaren gebaut werden, im folgenden Jahr in 30'000 und darauf in 100'000 Einheiten jährlich. Der Preis sollte um nur 50.% über jenem des etwa gleich grossen Ford Mustang II liegen. Von Malcom Bricklins in Arizona niedergelassener General Vehicle Inc. wurde ein zweites Werk in den USA vorgesehen.

1975 erhielt der SV-1 (Safety Vehicle) einen 5.8-Ford-V8. Aber die Erdölkrise hatte die Autokauflust gedämpft. Zudem gab es u. a. undichte Flügeltüren. Wie voraussehbar, wurde zu hoch gepokert, und im September 1975 kam der Konkurs. Von den 2890 gebauten Wagen waren 1100 nicht verkauft, bekamen aber bald Liebhaberwert. Bricklins US-Import des Yugo der jugoslawischen Zastava-Werke von Mitte der Achtzigerjahre floppte auch – trotz Verkaufstalent.

(R.G.)

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