So viel zur Automobiltechnik
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Man muss kein Koch sein, um beurteilen zu können, ob ein Essen schmeckt. Genauso wenig muss man Automechaniker sein, um zu wissen, wie sich ein Wagen fährt. Trotzdem kann’s natürlich nicht schaden, ein gutes Verständnis von der Automobiltechnik zu haben. In diesem Sinne las ich mal wieder ein Buch zu diesem Thema. Eines, das auf dem Buchrücken versprochen hatte, «zu einem wertvollen Nachschlagewerk für jeden Laien wie für jeden Fachmann» zu werden.
Nächtelang hab ich mich also mit Wirbelkammern und Drosselklappen herumgequält, mir Pleuelstangen durch den Kopf gehen lassen und CAN-Bus-Antriebe reingezogen. Oder sagen wir mal ich hab’s versucht. Denn ich war ein bisschen abgelenkt vom, äh, Schreibtalent des Autors. Hier eine kleine Kostprobe:
«Die Ergonomie ist die Wissenschaft von der Gesetzmässigkeit der menschlichen Arbeit. Einmal mehr fingieren die Griechen als Namensgeber.»– Fungierte hier etwa ein Grieche ohne Deutschkenntnisse als Lektor?
«In einem Metallkörper steckt ein temperaturbeständiger Wabenkörper aus temperaturbeständigen Materiealien». –Schön. Und dieses fehlerhafte Buch besteht aus fehlerhaften Sätzen.
«Zur Übung des Stöchiometrischen Verbrennungsverhältnisses: Es beträgt 14,7:1.» – Hallo? Ich will das Stöchiometrische Verbrennungsverhältnis nicht üben, sondernanständig erklärt bekommen.
«Vor allem hohe Motorentemperaturen fürdern die Bildung von umweltschädlichen Stickoxide entstehen. Ebenso magere Gemischen, wenn die Luftzahl grösser als 1 ist.» –Aha.
Und wie funktioniert ein Luftfilter? «Die die für die Belüftung benötigte Luft von Schad- und Schwebestoffen und Pollen.» – Ja, das das wirklich interessant.
Zuletzt noch ein grammatikalisch korrekter Satz zurNockenwelle: «Bei einer Drehbewegung der Achse sorgt die Form des mit drehenden Nockens bei einem federgelagerten Körper, der auf den Nocken einwirkt für eine kurze Längsbewegung bei jeder Umdrehung.» Gut, haben wir das geklärt.
Eigentlich hätt ich mir ja all die Seiten sparen können, nachdem ich schon in der Einleitunggelesen hatte: «Neben der Mobilität für breite Schichten und die Wirtschaft, Wohlstand und anhaltendem Frieden in hoch automobilisierten Nationen, die das Auto auf der Habenseite verbuchen kann, stehen enorme Belastungen für die Umwelt durch Fertigung, Entsorgung, Kraftstoffgewinnung und Betrieb auf der Sollseite des Automobils, ebenso wie die Gefährdung von Leib und Leben.»
Spätestens da hätt ich mich an ein Zitat des deutschen Lyrikers Wolf Biermann erinnern müssen: «Man muss nicht erst durch Jauche schwimmen, um zu wissen, was Scheisse ist.»
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