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Ins Schwarze getroffen

Der Ford Kuga ist ein eigenständig gestaltetes SUV.
Zum kraftvollen Auftritt passt der neue 2-Liter-Diesel.
Das Cockpit wirkt jugendlich und gar nicht überladen.
Auf der Rückbank fühlt man sich bequem untergebracht.
Bei umgeklappter Rückbank finden 1405 Liter Platz.
Bild: Werk (5)

AR-Test: Ford Kuga 2.0 TDCI – Der Kuga will mit erstarktem Turbodiesel und Doppelkupplungsgetriebe weiterhin an der Spitze bleiben.

Die tun was – Ford erreichte letztes Jahr mit über 18'000 verkauften Fahrzeugen in der Schweiz den dritten Platz in der Verkaufsstatistik. Dabei spielen die 3787 abgesetzten Kuga eine wichtige Rolle und setzten sich 2011 vor VW Tiguan, Nissan Qashqai und BMW X1 an die Spitze der kompakten SUV. Seit seinem Debüt im März 2008 überzeugt der Soft-Offroader durch frisches Design, kompakte Aussenmasse und vielfältiges Modellangebot.

Wir fühlten dem allradgetriebenen Kuga mit überarbeitetem 2,0-L-TDCI mit 120 kW (163 PS) Maximalleistung auf den Zahn. Für die Kraftübertragung ist das – bei Ford Power Shift genannte – Doppelkupplungsgetriebe (DKG) besorgt. Rund 60 % der Kunden wählen Titanium, über 90 % entscheiden sich für einen Diesel, und 40 % bevorzugen das Doppelkupplungsgetriebe.

Bewährt

Der Kuga wird in den drei Ausstattungen Carving, Titanium und Individual angeboten, wobei die 163-PS-Version in der Basis nicht lieferbar ist. Unser Individual-Testwagen wirkt mit den in Wagenfarbe lackierten Stossfängern, Kotflügelverbreiterungen und Seitenschürzen ausgesprochen attraktiv. Zusätzlich glänzen der Unterfahrschutz, die Kühlergrillumrandung und die Seitenschutzleisten in gebürstetem Aluminium.

Das dank Panoramadach mit viel Licht durchflutete Interieur ist mit Leder ausgekleidet, die Sitze sind bequem und bieten genügend Seitenhalt. Allerdings wirkt der Innenraum mit den vielfältigen Oberflächenstrukturen und Farben sowie den zahlreichen metallenen Applikationen fast schon zu verspielt.

Übersichtlich und ergonomisch gestaltet sich das Cockpit, einzig das rote – in der Helligkeit nicht einstellbare – zwischen den Rundinstrumenten platzierte Display blendet bei Nacht. Gefallen hat uns aber die Info-Taste rechts am Navi, die auf einen Klick die aktuelle Position und die Höhe anzeigt. Schön, hält Ford der mechanischen Handbremse (noch) die Treue. Erst wenn man längere Zeit mit automatischen Bremsen unterwegs war, fallen die Vorzüge der bisher gewohnten Lösung richtig auf.

Teamwork

Gegenüber dem Vorgänger-Diesel mit 100 kW (136 PS) wurden zur Euro-5-Umstellung beide 2-Liter-Motoren (103 und 120 kW) tief greifend überarbeitet. Neu gestaltete Brennräume, niedrigere Verdichtung, achtstrahlige Einspritzdüsen, aktuelle Common-Rail-Technik sowie ein kleinerer Turbolader verbessern Laufkomfort und Ansprechverhalten. So haben wir an den 163 PS denn auch fast nichts auszusetzen bis auf die lauten Arbeitsgeräusche des Selbstzünders bei kaltem Motor. Das Nageln bei leichter Beschleunigung zwischen 1500 und 1800/min ist doch gar laut.

Im Verbund mit dem 6-Gang-DKG von Getrag hinterlässt der Antrieb einen ausgesprochen temperamentvollen Eindruck, obschon die Herstellerangaben beim Sprint von 0 bis 100 km/h mit 10,3 um 0,6 s verpasst wurden. Spontaner Antritt, hohes Durchzugsvermögen und gute Drehwilligkeit ergeben einen sportlichen Charakter. Schnelle und ruckfreie Gangwechsel sowie eifriges Zurückschalten schon bei geringer Leistungsanforderung unterstreichen die Dynamik. Die häufigen Schaltmanöver bringen jedoch Unruhe in den Fahrbetrieb und verhindern so eine gelassene Fahrweise.

Manuelle Gangwechsel durch Antippen des Wählhebels (Paddels am Lenkrad sind nicht erhältlich) führen automatisch ins Sportprogramm: Hier geht alles ein wenig flinker, bei Rückschaltungen überspringt das DKG blitzartig mehrere Stufen, und das Drehzahlniveau liegt durchwegs höher.

Fahraktiv

Unser Testverbrauch von 8,1 L/100 km liegt auf dem Niveau von vergleichbaren kompakten SUV und geht in Ordnung – ein Stopp-Start-System ist leider nicht verfügbar. Und wer zum Tanken fährt, wird gleich zweimal positiv überrascht: Erstens, die 7,0 L/100 km auf unserer Normrunde zeigen, dass es durchaus auch sparsamer geht. Und zweitens, ein Tankdeckel fehlt, der Stutzen wird durch die Klappe verschlossen, sodass ein mühsames Abschrauben des Verschlussdeckels entfällt.

Der Ford bietet mit seinem agilen Handling, der ausreichend direkten Lenkung und nur leichtem Untersteuern sportliche Talente, die für viel Fahrvergnügen sorgen. Das Fahrwerk ist zwar straff, wirkt aber nie unkomfortabel und glättet Unebenheiten wohlwollend aus.

Wer sich für einen Kuga entscheidet, fährt mit der Kombination aus drehfreudigem Diesel und Doppelkupplungsgetriebe wunderbar. Aber Achtung, Ford schliesst bei der Preisgestaltung zu den Premiumherstellern auf: Wer sich mit grosser Kauflust durch die – mit endlos vielen Paketen – unübersichtliche Preisliste kämpft, erreicht so locker die 60'000 Franken. Dafür erhält man aber einen schicken und agilen SUV mit allem Drum und Dran. – Preise: Ford Kuga 2.0 TDCI 140 PS ab Fr. 37'900.–; Ford Kuga 2.0 TDCI 163 PS ab Fr. 44'300.–; Testwagen Kuga 2.0 TDCI 163 PS Individual (inkl. Power-Shift-Automat, Paket Luxury, Panoramadach, SD-Navi usw.) Fr. 62'720.–.

(AR Test-Team)

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