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Italienische Symphonie

In der Alfa Giulietta arbeitet ab sofort optional das ...
... 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe TCT aus dem MiTo.
Der TCT-Multiair überzeugt durch saubere Gangwechsel.
Das TCT schaltet in der Giulietta zuverlässig.
Reibungslos gelingt der Übergang ins manuelle Fahren.
Reichlich Fahrspass gibt es dank Dynamik-Schalter.
Der Kofferraum ist mit 350–1045 Litern gross genug.
Hübsch, aber unpraktisch sind die Griffe im Fenster.
Integriertes, markantes LED-Tagfahrlicht.
Der 1.4 Multiair-Benziner von Alfa leistet 170 PS.
Das Sechsgang-Getriebe ist im 1.4 Multiair-Benziner (170 PS) sowie im gleich starken Zweiliter-Diesel verfügbar.
Bild: AR (10)

AR-Test: Alfa Romeo Giulietta – Ob piano oder fortissimo, das Doppelkupplungsgetriebe passt sich dem Rhythmus des kleinen 170-PS-Turbomotors jederzeit perfekt an.

Das Doppelkupplungsgetriebe von Fiat wurde erstmals im kleinen Mito vorgestellt. Nun ist es auch in der Giulietta erhältlich, und zwar im 2.0 Multijet-Diesel mit 170 PS und im von uns getesteten 1.4-Turbo-Multi-Air-Benziner gleicher Leistung. Gut zu Gesicht steht dem Testwagen das optionale «Sport Package 18», das u. a. zusätzliche Seitenschweller, rot lackierte Bremssättel, 18-Zoll-Felgen, Sportfahrwerk und dunkel hinterlegte Scheinwerferreflektoren umfasst.

Wohnlich

Die wohligen Proportionen und entzückenden Formen der Giulietta sind ein Blickfang. Auch das Interieur macht eine gute Figur. Komfortable Polster in Leder-Stoff-Kombination, rote Ziernähte, blau anodisiertes Alu-Dekor und Rundinstrumente schmeicheln den Sinnen. Schlechte Noten gibt es für die komplizierte Bedienung des Radio- und Infotainment-Systems und für die laute Lüftung, der es nicht gelingt, die Seitenscheiben beschlagfrei zu halten. Gegenüber der 2010 geprüften Version mit Handschaltung gibt es einen wichtigen Unterschied: Der verchromte Schaltknauf hat einem lederbezogenen Wählhebel Platz gemacht. Gleich daneben der DNA-Schalter, dessen drei Programme nicht nur Lenkung, ESP und Gaspedal beeinflussen, sondern auch die Schaltprogramme des sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebes.

Fahrtalent

Das Stopp-Start-System überzeugt im Stadtverkehr, funktioniert auch bei Kälte tadellos, und die Anfahrhilfe am Berg weiss man zu schätzen. Das «Sport Package 18» umfasst auch Modifikationen am Fahrwerk, welche die Kurvenwilligkeit verbessern und die Seitenneigung minimieren. Das mit dem ESP verbundene elektronische Sperrdifferenzial (Q2) trägt ebenfalls zur Verbesserung der Agilität bei. Abgesehen vom straffen Abrollen über kleine Unebenheiten bleibt der Fahrkomfort für den Alltagsgebrauch genügend.

Die Einsatzverzögerung des Turbos und die Leistungsregelung beim Anfahren dürften bei den Fahrleistungsmessungen einige Zehntel gekostet haben. Zudem bringt die attraktive Italienerin 1430 kg auf die Waage – ein weiteres Handikap. Das sind immerhin 125 kg mehr, als der Hersteller verspricht. Oberhalb von rund 2500/min ist der mit elektro-hydraulischer Ventilsteuerung bestückte Vierzylinder in seinem Element und dreht kraftvoll bis 6500/min hoch. Sein rauer Ton im oberen Drehzahlbereich klingt sympathisch, bei gleichmässiger Reisegeschwindigkeit geht er jedoch im allgemeinen Fahrgeräusch unter und wirkt nie störend. Auf der Autobahn dreht der Motor bei 120 km/h in der höchsten Gangstufe mit angenehmen 2600/min.

Effizientes Getriebe

Im Betriebsmodus Normal bevorzugt das Getriebe die grossen Gänge. Damit die Schaltbox um eine oder zwei Stufen zurückschaltet, braucht es einen kräftigen Tritt auf das Gaspedal.

In der Stellung Dynamic klappt die Verbindung Motor-Getriebe besser (das maximale Drehmoment steigt von 230 auf 250 Nm), das Getriebe reagiert feinfühliger und lebendiger, ohne in Schalthektik zu verfallen. Die Gangwahl lässt sich so mit dem Gasfuss steuern, man kann sich aber auch mit den Schaltpaddels oder mit dem Wählhebel vergnügen; Letzteren drückt man zum Zurückschalten nach vorn. Die spontanen und zügigen Schaltvorgänge des TCT lassen die frühere Selespeed-Konstruktion der 147 und 156 schnell vergessen.

Die direkt und präzis agierende Lenkung sowie die guten Bremsen tragen ebenfalls zum Fahrvergnügen bei. Der dritte Fahrmodus «all weathers» macht die Giulietta weitgehend temperamentlos und zähmt die Leistung empfindlich.

Wie beim 7-Gang-DSG von VW arbeitet auch das TCT mit Trockenkupplungen, die weniger Verluste produzieren als die im Ölbad laufenden Nasskupplungen. Trotzdem ist die Giulietta 1.4 Multi Air nicht speziell sparsam, was zum Teil wohl auch auf die breiten Winterreifen (225 mm) zurückzuführen ist und das gegenüber der Werksangabe deutlich höhere Gewicht.

Wir ermittelten einen Gesamtverbrauch von 8,5 L/ 100 km, und die AR-Normrunde ergab 7 L/100 km, was in beiden Fällen rund 1 L mehr bedeutet als bei den sparsamsten Modellen in dieser Klasse. Einmal mehr vermag das von den Italienern als effizient und Treibstoff sparend gelobte Multi-Air-System in der Praxis nicht zu überzeugen.

Interessant

Wer einen kompakten Fünftürer sucht, der vielseitig einsetzbar ist und auch etwas Dynamik vermittelt, kommt mit der Giulietta 1.4 T auf seine Rechnung. Das Auto ist sicher (fünf Sterne beim Euro-NCAP-Test), die Garantie beträgt drei Jahre, und der Gepäckraum ist zufriedenstellend. Das Fahrvergnügen und Komfort steigernde Doppelkupplungsgetriebe TCT wird zu einem vernünftigen Aufpreis von 2500 Franken angeboten.

Ein Eurobonus von 5500 Franken ist bis Ende Februar gültig und macht das Auto besonders attraktiv. Nur schade, dass für das Alfa-Rot – das zur Marke gehört wie die Tomatensauce auf die Pizza – 350 Franken Zuschlag verlangt werden. – Preise: Alfa Romeo Giulietta 1.4 T Multi Air TCT Progression ab Fr. 36'600.– , Testwagen Distinctive (inkl. Sport Package 18 usw.) Fr. 47'090.–, (zus. Eurobonus).

(AR Test-Team)

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