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Britische Erbschaft

Mini eröffnet die Freiluft-Saison mit dem Roadster.
Der Neue kommt mit stärker geneigter Frontscheibe ...
... eng anliegender Kapuze und kurzem Stummelheck.
Typisch Mini, der Tacho in der Armaturenbrettmitte.
Der Roadster ist als lupenreiner Zweisitzer ausgelegt.
Das Verdeck faltet sich hinter den Sitzen zusammen.
Mit 240 Litern ist der Kofferraums ausreichend gross.
Der Roadster setzt sich mit einer Lufthutze und einem
... ausfahrbaren Heckflügel von den restlichen Minis ab.
Bild: Werk (9)

Mini Roadster – Der Roadster ist die inzwischen sechste Variante der BMW-Tochter Mini. Wem zwei Plätze im Cabriolet reichen, wird auch mit dem Roadster sicher glücklich.

Eigentlich gabs zu früheren Mini-Zeiten kein Auto wie den neuen Roadster. Trotzdem erinnert das zweiplätzige Mini-Cabrio zumindest vom puristischen Grundgedanken her noch am ehesten an seinen ehemaligen Namensgeber.

Platz für zwei

In der Länge und beim Radstand unterscheidet sich der Roadster nicht vom normalen Mini. Der Raum, den beim Vierplätzer die hinteren Sitze einnehmen, kommt beim zweisitzigen Cabrio dem auf 240 dm3 angewachsenen Gepäckabteil, einem schmalen Stauraum hinter den Sitzen und der Verdeckablage zugute. Mittels einer Durchreiche können im gut zugänglichen Kofferraum auch sperrige Güter transportiert werden.

Einschränkungen muss man somit nur bei der Anzahl der Passagiere in Kauf nehmen. Kommt man damit zurecht, gibt es beim Roadster sogar mehr Platz und ein besseres Raumgefühl als beim vierplätzigen Cabrio. Dem Stoffverdeck sei Dank, befindet sich die Frontscheibe weit vorne. So hat man nicht wie bei einigen Stahldach-Coupé-Cabrios das Gefühl, dass der Kopf gleich nähere Bekanntschaft mit dem Dachpfosten machen könnte.

Einfach bedienbar

Mit einem Griff am Windschutzscheibenrahmen wird das im gefahrenen Roadster unverkleidete Stoffdach geöffnet. Eine Halbautomatik schwenkt dann das Verdeck nach hinten und arretiert es flach gefaltet hinter den Sitzen. Dies wahrt die Linienführung auch in offenem Zustand und wirkt deutlich hochwertiger als beim Cabrio. Weil das Verdeck mit nach oben gerichteter Aussenhaut aufliegt, ist keine zusätzliche Abdeckung erforderlich. Um es zu schliessen, wird zunächst eine zwischen den Überrollbügeln platzierte Taste gedrückt, woraufhin das Stoffdach von Gasdruckfedern unterstützt aus seiner Verankerung fährt. Anschliessend kann es mithilfe des Entriegelungshebels wieder fest am Scheibenrahmen arretiert werden. Auch ohne Übung eine Sache von nur wenigen Sekunden.

Sicher fahren

Die integrierten Überrollbügel hinter den Sitzen sorgen zusammen mit dem verstärkten Windschutzscheibenrahmen für Sicherheit im Falle eines Überschlags. In allen anderen Gefahrensituationen sorgen neben einer kompletten Sicherheitsausstattung zusätzliche Karosserieverstärkungen, um die Torsionssteifigkeit zu erhöhen, sowie das bekannt sportliche Mini-Fahrwerk. Die serienmässige Untersteuerkontrolle mit gezieltem Bremseingriff auf dem kurveninneren Rad bei schneller Kurvenfahrt verhindert auch gefühlt sehr wirkungsvoll das Schieben über die Vorderräder. Beim John Cooper Works wird dies ergänzt mit einer elektronisch gesteuerten Sperrfunktion für das Differenzial der Antriebsachse. Bei den anderen Modellen ist diese Funktion ebenso optional erhältlich wie der beim JCW serienmässige Sport-Knopf, der die Kennlinien von Lenkung und Gaspedal variiert. In Verbindung mit dem optionalen 6-Gang-Automatikgetriebe werden zusätzlich die Schaltzeiten verkürzt.

Das Fahrverhalten des Roadster ist im realen Betrieb noch beeindruckender, als man es sich von Mini bereits gewohnt ist. Man fühlt sich dank des niedrigen Schwerpunkts, des sportlich knackigen Fahrwerks, der direkten Lenkung und des spielerischen Handlings fast wie in einem Gokart.

Auf der anderen Seite steht das bei Mini «Minimalism» genannte, ausser für den JCW serienmässige Sparpaket, welches Bremsenergierückgewinnung, Stopp-Start-System, Schaltpunktanzeige, elektromechanische Servolenkung sowie bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate enthält. Alternativ zum 6-Gang-Handschaltgetriebe wird für alle Roadster (ausser dem JCW) ein 6-Gang-Automatikgetriebe angeboten.

Starke Motoren

Die Motorenpalette ist dieselbe wie bei den anderen Modellen. Kein Nachteil, vor allem mit den Turbobenzinern macht der Roadster unglaublich viel Spass, ohne dass an der Tankstelle die grosse Reue kommt. Kräftig und – dank ESP und Traktionskontrolle der letzten Generation – ohne am Lenkrad zu zerren, kann man es am Kurvenausgang mit Vollgas so richtig krachen lassen. Wer lieber sparen will, macht dies am besten mit dem Zweiliterdiesel, racen und dank Minimalism-Paket auch sparen kann man mit dem Cooper und dem Cooper S, und der JCW ist für die Sportpuristen.

Bei allen Mini-Roadstern wiederum ist ein genaues und wohlüberlegtes Studium der ellenlangen Optionenliste angebracht, sonst landet man sehr schnell in Bereichen von weit über 50'000 Franken. Erste Auslieferungen des ab 32'000 Franken erhältlichen Spassmobils sind auf Ende Februar geplant.

(Roger Martin)

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