Schnelle Kombis heissen RS
2009 endete die Produktion des Vorgänger-RS4 (Typ B7). Insgesamt wurden während der vierjährigen Bauzeit 14 368 Fahrzeuge des Sportlers produziert. Davon sind 7657 Limousinen (53 %), 5204 Kombis (36 %) und 1507 Cabriolets (11 %).
Nun präsentieren die Ingolstädter die dritte Generation des RS4, vorläufig jedoch nur als Avant. Ob dem Kombi wie beim Vorgänger auch wieder eine Limousine zur Seite gestellt wird, ist noch nicht entschieden
Saugmotor
Für ordentlich Schub sorgt sein 4,2-L-V8, der auch das RS5-Coupé antreibt. Der hoch drehende Saugmotor schöpft aus 4163 cm3 Hubraum 331 kW (450 PS) bei 8250/min, dies entspricht einer spezifischen Leistung von 108,1 PS pro Liter. Sein maximales Drehmoment von 430 Nm steht von 4000 bis 6000/min bereit. So soll der RS4 Avant in 4,7 s von 0 bis 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h, optional auf 280 km/h begrenzt.
Die Kraftübertragung erfolgt serienmässig per 7-Gang-S-Tronic. Nebst dem Automatikmodus lässt sich das Doppelkupplungsgetriebe manuell mit dem Wählhebel oder den Wippen am Lenkrad schalten. Für schnelle Starts mit optimaler Traktion sorgt zudem eine Launch Control.
Wie jedes RS-Modell von Audi verfügt auch der RS4 serienmässig über den permanenten Quattro-Allradantrieb. Für die Verteilung der Kräfte sorgt dabei das rein mechanisch arbeitende Kronenrad-Mitteldifferenzial. Es kann bis zu 70 % der Antriebskräfte nach vorne und maximal 85 % nach hinten leiten. Im Normalfall ist die Standardauslegung mit 40:60 heckbetont. Als optionale Ergänzung liefert Audi das Sportdifferenzial, das die Kräfte aktiv zwischen den Hinterrädern verteilt und so das Einlenken in Kurven unterstützt.
Hightech
Viele Bauteile des Fahrwerks sind aus Aluminium gefertigt, die Servounterstützung der Lenkung arbeitet elektromechanisch. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist sehr straff und legt den RS4 20 mm tiefer. Hinter den serienmässigen geschmiedeten 19-Zöllern mit 265/35-Bereifung sorgen gelochte Bremsscheiben, vorne in Verbindung mit 8-Kolben-Bremssätteln, für standesgemässe Verzögerung. Dank neuer, wellenförmiger Aussenkontur der Stahlscheiben können insgesamt rund 3 kg an ungefederter Masse eingespart werden. Auf Wunsch gibts auch wieder Kohlefaser-Keramik-Stopper mit 380 mm Durchmesser.
Das Fahrdynamiksystem Audi Drive Select ist serienmässig. Mit ihm können Lenkung, S-Tronic und Drosselklappe dreifach den Fahrbedingungen angepasst werden. Dagegen ist das Plus-Sportfahrwerk mit Dynamic Ride Control (DRC) aufpreispflichtig. Nebst dreistufiger Dämpferverstellung sorgt das DRC – durch über das Kreuz hydraulisch miteinander verbundene Dämpfer – für geringe Seitenneigung in schnell gefahrenen Kurven.
Auffällig
Der in mattem Aluminium eingefasste dunkle Single-Frame-Grill, markante LED-Tagfahrleuchten und mächtige Kühlöffnungen prägen die bullige Front. Grössere Seitenschweller und bauchig verbreiterte Radhäuser mit scharfen horizontalen Oberkanten erinnern an den Ur-Quattro und stechen bei der Seitenansicht ins Auge.
Das Heck zieren ein in den Stossfänger weit hinaufgezogener Diffusor, doppelt geführte ovale Auspuffendrohre sowie ein Dachspoiler. Der RS4 wuchs gegenüber dem normalen Avant in der Länge um 20 und in der Breite um 24 mm.
Der Innenraum des Fünftürers ist in Schwarz gehalten, weiches Leder, Karbon und Aluminium vermitteln ein edles Flair. Elektrisch verstell- und beheizbare Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sind Serie. Alternativ gibts Schalensitze oder luxuriöse Klimakomfortsitze mit Belüftung. Zusätzlich zu den übersichtlichen Armaturen ist im Fahrerinformationssystem ein RS-Menü mit Laptimer für Rundenzeiten und Ölthermometer integriert. Zudem zieren eine Vielzahl von RS-Logos und Schriftzügen das Interieur.
Die ersten Auslieferungen des Audi RS4 Avant erfolgen im Herbst 2012, über Preise konnte der Importeur noch keine Angaben machen.
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