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Loft mit Terrasse

Toyota hat dem Hilux ein kleines Facelift verpasst.
Die grosse Bodenfreiheit erlaubt Ausflüge ins Gelände.
Trotz Design-Änderungen bleibt der Hilux ein Lastesel.
Allradantrieb und Geländeübersetzung sind zuschaltbar.
Die Double-Cab bietet Platz für bis zu fünf Personen.
Mächtig ist die 2,3 Quadratmeter grosse Ladefläche.
Diesel mit hoher Durchzugskraft, aber laut und rauh.
Bild: AR (7)

AR-Test: Toyota Hilux – Mit einer Doppelkabine zählt der überarbeitete Pick-up zu den geräumigen Familienautos. Wir haben das aussergewöhnliche Fahrzeug mit Topmotorisierung und automatischem Getriebe geprüft.

Das Lastentier ist zu einem absoluten Bestseller geworden. Seit 1967 produziert, sind inzwischen weltweit mehr als 13 Millionen Hilux abgesetzt worden. Trotz einer sich rasch modernisierenden Konkurrenz (Nissan Navara, VW Amarok, Ford Ranger) bleibt der Hilux der populärste Pick-up in Europa. Die 2005 lancierte siebte Generation wurde im vergangenen Herbst auf Vordermann gebracht. Moderner (Frontpartie, Scheinwerfer und Rücklichter) und reichhaltiger ausgestattet.

3-L-Vierzylinder

Zwei 4-Zylinder-Dieselmotoren stehen zur Wahl: ein 2,5-Liter – von 120 auf 144 PS gebracht – und der seit 2007 angebotene grosse 3 Liter mit 171 PS, mit dem das Testfahrzeug bestückt war. Den 2.5-L-Motor gibt es mit Zwei- oder Vierradantrieb und in allen drei Karosserievarianten (Einfachkabine, Vierplatzkabine mit zwei Türen oder Doppelkabine mit 5 Plätzen). Der 3-Liter-Dieselmotor wird ausschliesslich mit Doppelkabine und mit zuschaltbarem Allradantrieb angeboten. Zur Wahl stehen ein Handschaltgetriebe oder eine Automatik, beide mit 5 Fahrstufen und Geländereduktion.

Für den starken Motor bietet Toyota die beiden höchsten Ausstattungsvarianten an, Sol (Testwagen) und Sol Premium, Letztere wertet den grossen Pick-up (5,26 m) mit Leder und ESP auf. Zum Schutz der Ladebrücke gibt es ein Hardtop. Der Testwagen war ziemlich auf Show getrimmt und wartete mit einer Schutzwanne für die Ladebrücke, einem beeindruckenden Schutzbügel aus verchromtem Stahl und rohrförmigen Trittleisten auf. Letztere erleichtern den Einstieg, reduzieren aber die Bodenfreiheit um einige Zentimeter, für häufige Geländeeinsätze nicht zu empfehlen.

Aber ist der Hilux, klassiert als leichtes Nutzfahrzeug, eine Alternative zu einem SUV? Rein optisch macht er sicher genau so viel her wie ein Sports Utility Vehicle. Aber sonst? Das Interieur ist doch eher mit einer in ein Loft umgebauten Werkstatt zu vergleichen denn mit einer schmucken, modernen Villa. Trotzdem, man fühlt sich im Hilux rasch zu Hause.

Es gibt viel Platz, die Sitze sind komfortabel, und die Bedienung erklärt sich von selbst. Das neue Audiosystem mit Berührungsbildschirm (Navi als Option) ist optimal angeordnet und die Tonqualität gut.

Im Gegensatz zum Sitz lässt sich das Lenkrad in der Höhe einstellen, wenn auch nicht genügend für grosse Personen. Dank der unter den Belüftungsdüsen angebrachten ausziehbaren Halter bleibt der Trinkbecher jederzeit griffbereit. Es gibt auch genügend Ablagen, sogar in den hinteren Türen. Die Rücksitzbank ist weich gepolstert, und es mangelt nicht an Fussraum. Bei Nichtbenutzung kann die Bank hochgeklappt werden, was den geschützten Transport hoher Gegenstände (Pflanzen) erlaubt. Die Kunststoffteile sind dunkler als früher, einheitlich hart, scheinen aber für eine Ewigkeit gebaut. Das gilt für die Bodenteppiche weniger.

Allrad zuschaltbar

Der Automatik-Wählhebel hat keine Tippmöglichkeit. Die Fahrstufen 2, 3 und 4 lassen sich aber halten, um die Bremswirkung des Motors ausnützen zu können. Ein zweiter Hebel dient dem Zuschalten des Allradantriebs bis zu 80 km/h, was sich allerdings nur bei reduzierter Haftung empfiehlt.

Auf trockenem Asphaltbelag provoziert ein Wendemanöver mit zugeschaltetem Allradantrieb heftige Knackgeräusche im Antrieb, ein Manöver, das zu vermeiden ist. Auf Schnee stellt sich dieses Problem nicht, und hier empfiehlt sich der Allradantrieb, damit die Hinterachse nicht zu rasch ihre Haftung verliert, denn ESP (bei Toyota VSC) gibt es nur in Verbindung mit der Version Sol Premium.

Die Geländeübersetzung 4WD Low lässt sich nur im Stillstand zuschalten. Sie ermöglicht Fahren im schweren Gelände oder das Ziehen schwerer Lasten (bis 3250 kg). Wie bei den meisten Pick-ups ist die starre Hinterachse an Blattfedern aufgehängt. So sieht man den Hilux eher für Baustellen denn für Strassengebrauch geeignet, was so auch nicht ganz stimmt.

Strassentauglich

Selbst im 2WD-Modus, also so, wie man meistens fährt, ist die Traktion dank dem hinteren Differenzial mit beschränktem Schlupf ausreichend. Der Radstand von über 3 m garantiert einen stabilen Geradeauslauf, die Federung schüttelt die Insassen selbst bei leerem Fahrzeug nicht zu stark durch, und die Bremsen machen einen guten Eindruck trotz Trommelbremsen hinten. Einzig die arg indirekte und damit wenig informative Lenkung mahnt zu einer ruhigen Fahrweise.

Ölbrenner


Dank einem effizienten Vorglühsystem und zwei Batterien startet der grosse Dieselmotor praktisch verzögerungsfrei. Das gleiche Aggregat ist – mit 190 PS und 420 Nm – auch im grossen Land Cruiser eingebaut. Die zwei Starterbatterien gehören zum Paket für die nordischen Länder, davon profitiert auch die Schweiz. Gleiches gilt für die Heizung des Treibstofffilters.

Der grosse 4-Zylinder-Common-Rail-Diesel nagelt laut unter der grossen Haube, er ist auch warm noch deutlich zu hören, besonders unter Last. Der hubraumstarke Motor zeigt seine Qualitäten vor allem in einer enormen Durchzugskraft und eignet sich kaum als schneller Sprinter. Die sanft agierende Getriebeautomatik passt ausgezeichnet zu Motor und Fahrzeug.

Gesund


Mit einem Leergewicht von 2060 kg sind keine berauschenden Fahrleistungen zu erwarten (11,9 s von 0 auf 100 km/h). Immerhin kommt man mit den 170 PS und den 360 Nm des Hilux 3.0D-4D gut vorwärts. Auf der Autobahn bewegt man sich in der Regel auf der rechten Spur, bei entsprechender Voraussicht sind auch Überholmanöver problemlos möglich. Der Gesamtverbrauch von 10,3 L/100 km ist nicht übertrieben, und bei normalem Einsatz, ohne Geländefahrten und ohne die 700 kg Nutzlast auszunützen, schwanken die Werte nur wenig. Der VW Amarok begnügte sich beim letztjährigen Test mit 2-L-Turbodiesel und 163 PS mit 8,7 L/100 km, allerdings mit Handschaltgetriebe. 100 kg schwerer zeigte er deutlich weniger Temperament als der Japaner (13,8 s von 0 auf 100 km/h).

Wo parkieren?


In der Stadt entstehen gewisse Zweifel. Die enormen Abmessungen und der Wendekreis eines Sattelschleppers (13,4 m) mahnen zur Vorsicht. Vom Hochsitz aus ist die Sicht zwar nicht schlecht, aber es bereitet doch Mühe, die Enden der Karosserie genau einzuschätzen. Die in der schweren hinteren Ladeklappe eingebaute Rückfahrkamera löst einen Teil des Problems, die Parksensoren sind eine empfehlenswerte Option.

Mit einem Preis von Fr. 45'400.– kostet der Hilux 3.0 D-4D Sol mit gut dotierter Ausstattung ungefähr gleich viel wie ein kompakter SUV in der Art eines Toyota RAV-4-D-CAT. Er hat sicher nicht die gleichen Qualitäten des kleinen Bruders bezüglich Dynamik und verbraucht mehr, aber seine Talente sind anderswo zu suchen.

Der in Südafrika und Thailand gebaute Pick-up ist ein echtes Geländefahrzeug, das kaum Vergleiche zu scheuen braucht, wenn es um den Transport oder ums Ziehen schwerer Lasten geht. Sein Ruf der Unzerstörbarkeit verlangt nicht einmal grosse Konzessionen beim Komfort. – Preise: Hilux Pick-up ab Fr. 34'600.– (Single Cab, 2.5 D-4D Luna), Hilux Pick-up Double Cab ab Fr. 39'100.– (2.5 D-4D Luna), Hilux Double Cab 3.0 D-4D ab Fr. 45'400.–, Testwagen mit Automatik, Schutzbügel, Trittleisten usw. Fr. 53'050.–.

(AR Test-Team)

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