Es war einmal...
Julien 1947–1950
In der Nachkriegs-Mangelzeit sahen diverse Konstrukteure eine grosse Chance für Kleinstautomobile. Von der Société d’Etudes Automobiles M. A. Julien wurde auf dem Automobilsalon von Paris 1946 ein mit neuem Gedankengut entwickelter Vierradwinzling vorgestellt. Als zweisitziges Cabrio kombinierte er eine als «offene Schale» gebildete und patentierte Plattform mit einer selbsttragenden Karosserie. Für die erforderliche Steifigkeit sorgte eine von der Spritzwand nach vorne abwärts gerichtete pyramidenartige Blechstruktur. Die vor der Hinterachse untergebrachte Mécabloc-Antriebseinheit bestand aus einem luftgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor mit 310, in der Serie 325 cm3 Hubraum und 10 PS Leistung, einem 3-Gang-Getriebe samt Kupplung und dem Differenzial. Auch die elastische Bi-pendulaire-Federung war patentiert. Das Karosserieheck mit voll verschalten Rädern liess sich an einem Stück hochklappen. Mit angeblich bloss 275 kg Leergewicht wurden 68 km/h erreicht, und der putzige Julien sollte nach Werksangaben mit 3,5 L/100 km auskommen.
Für die Herstellung des 287 cm kurzen 2 CV MM 5 in Toulouse erhielt Julien 1947 eine staatliche Materialzuteilung. Er konstruierte u. a. auch einen kubischen Kleinstlieferwagen. 1949 lancierte die Société Nouvelle des Automobiles M. A. Julien, Paris, den Typ MM 7 mit moderner, 299 cm langer Pontonkarosserie und 13 PS leistendem 368-cm3-Motor. Die hintere Spur war nun 105 statt bloss 84 cm breit. Mit 3800 Franken war dieses Modell zwar das preisgünstigste Auto auf dem neutralen Schweizer Markt, aber es erreichte die eigentliche Serienherstellung nicht mehr.
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