Hässlich, ungeliebt und unbrauchbar
Wenn im März die Türen zum Autosalon in Genf aufgehen, werden sich die Hersteller wie immer gegenseitig mit Superlativen übertrumpfen, um ihre Modelle an den Mann oder die Frau zu bringen. Und während bei den meisten neuen Autos der Optimismus angebracht ist, gibt es auch jedes Jahr ein paar Modelle, die den Erwartungen nicht entsprechen und sich als Flops entpuppen. Im Rückblick muss man sich sogar fragen, welchen Teufel die Hersteller da geritten hat, um gewisse Verbrechen vom Stapel zu lassen. In den USA hat die renommierte Los Angeles Times nun zusammen mit dem Branchen-Informationsdienst Edmunds ein Abstimmung in Auftrag gegeben, um die schlimmsten Autos aller Zeiten zu küren. Ein etwas andere Top Ten mit einigen vergessenen Perlen, aber auch dem einen oder anderen bekannten Model. Hier sind sie – die zehn (US)-Alpträume auf Rädern:
Pontiac Aztec (2001)
Der Spitzenreiter – oder das Schlusslicht, je nachdem: Dieser Knilch auf Rädern wurde mit grossem Abstand zum schlimmste Auto alle Zeiten gewählt. Ganz sicher wegen seiner unerreichten Hässlichkeit. Vielleicht aber auch wegen dem unbequemen Fahrvergnügen, seiner ungelenken Steuerung – oder dem Fehlen eines Scheibenwischers auf der gen Himmel gerichteten Heckscheibe.
Ford Pinto (1971)
Eines der schlimmsten Autos, vor allem aber – eines der Gefährlichsten. Um den tiefen Preis von damals 2000 Dollar halten zu können, sparte Ford an der falschen Stelle: Der Pinto hatte keine ausreichend funktionierende Schutzklappe an der Tankmündung. Kein Wunder war der Pinto auch als flammende Todesfalle bekannt.
Fiat Yugo (1987)
Schon der Name ist ein Reinfall. Doch Fiat wollte mit dem Yugo seine Billigschleuder 127 in den USA als Preisbrecher lancieren. Hergestellt im ehemaligen Jugoslawien (daher der Name), krankte der Wagen jedoch an seiner notorischen Unzuverlässigkeit. Kein Vorteil auf den grossen Distanzen in den USA.
Saturn Ion (2003)
Eines der unbeliebtesten Autos aller Zeiten: Der Saturn Ion war sensationell unbequem, bot seinen Insassen kaum Platz und war unmöglich zu manövrieren. Dafür war der Motor brüllend laut, hatte aber kaum Kraft. Dass er auch noch einen hohen Verbrauch aufweisen konnte, setzt dem Ion die Krone auf.
Edsel Corsair (1958)
Dieser Wagen gilt in den USA bis heute als Mutter aller Flops. Weder besonders schön, zuverlässig oder billig fand der Edsel Corsair bei seinem Launch kaum Käufer. Kein Wunder, war der Wagen doch nur ein etwas neu dekorierter Mercury.
Ford Mustang II (1974)
Und wenn wir schon bei versteckten Relaunches sind: Der Mustang II war eigentlich nicht viel mehr als ein aufgepeppter Pinto. Eine Beleidigung für seinen Namen. Denn seinen Kultstatus hat der Mustang sicher nicht dank dieser Mühle, sondern eleganten Autos, die Kraft und Stil vereinen. Der Mustang II war höchstens ein Pony.
Cadillac Cimaron (1982)
Schuster, bleib bei deinen Leisten: Mit dem Cimaron wollte Cadillac in den 80ern eine Art US-Variante zum BMW lancieren – allerdings basierend auf dem Chevrolet Cavalier mit Vorderradantrieb und vier Zylindern. Noch heute sehen Kunden Ankündigungen von sportlichen Cadillacs mit gemischten Gefühlen entgegen.
AMC Pacer (1975)
Nicht nur im Pixar-Kinofilm «Cars 2» ist der Pacer eines der prominentesten Autoflops der Geschichte. Obwohl AMC nie für aussergewöhnlich schönes Design bekannt war, setzte der Pacer hier neue Massstäbe. Allerdings ist der wagen so hässlich, dass es heute als Kultauto gehandelt wird.
Oldsmobile Cutlass Supreme diesel (1979)
Keine besonders schlimmen Merkmale, aber einfach ein sehr bescheidenes Auto. Der Oldsmobile Cutlass Supreme diesel hat das negative Image von Dieselautos in den USA lange Zeit geprägt. Noch heute haben sie einen schweren Stand.
Chevrolet Vega (1971)
Ein Auto, das die Kunden in Scharen zur japanischen Konkurrenz überlaufen liess: Der eigentlich schöne Vega war nicht nur unzuverlässig, sein Motor verlor auch regelmässig Öl. Kein Wunder kauften Vega-Fahrer danach lieber einen Toyota oder einen Honda.
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