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Inselparadies Französich-Polynesien

Überwasserbungalows der schönste Ort zum Nächtigen
Bild: Tahiti Tourisme
Das türkisklare Wasser lädt zum schwimmen und Schnorcheln ein.
Bild: Yvonne Beck
Südseeträume.
Bild: Yvonne Beck
Die Inseln Französisch-Polynesiens liegen wie Perlen im Meer.
Bild: Yvonne Beck
Austern die Produzenten der Südsee-Perlen.
Bild: Yvonne Beck
Die Schönheiten der Südsee sind nicht nur in der Natur zu finden.
Bild: Tahiti Tourisme
Auf dem Markt von Papeete.
Bild: Yvonne Beck

Herzlich willkommen im Garten Eden. Französisch-Polynesien vereint alle Sehnsüchte nach türkisfarbenen Lagunen, weissen Sandstränden und unbeschwertem Lebensstil.

Nur wenige Inselnamen regen die Phantasie derart an wie die Namen Tahiti oder Bora Bora. Vor dem geistigen Auge erscheinen Bilder von tropischen Inseln mit herrlichen Stränden und kühlen Wasserfällen, von tanzenden Insulanern mit Blumenkränzen sowie von bizarren Gebirgskulissen und kleinen Korallenatollen. Und all das bietet Französisch-Polynesien in der Tat. Schon bei der Ankunft werden duftende Blumenkränze überreicht und die Faszination Südsee beginnt.

Willkommen im Inselparadies

Sucht man Französisch-Polynesien im Atlas, findet man es nach geraumer Suche isoliert in der blauen Unendlichkeit des Pazifischen Ozeans. Die nächsten Kontinente sind Australien, 5700 km westlich, Nordamerika, 6200 km nordöstlich, und Südamerika, 7500 km östlich, sowie Asien (Japan), rund 8000 km westlich. Die gesamte Staatsfläche beträgt mehr als vier Millionen Quadratkilometer, eine Fläche so gross wie Europa. Vom Land der 118 Inseln werden jedoch insgesamt nur knapp 4000 Quadratkilometer eingenommen, also tausendmal weniger. Diese 118 Inseln liegen wie parallele Perlenschnüre beinahe in der Mitte des Pazifiks und bilden 5 Archipele. Ob sie ein gebirgiges Relief besitzen und so "hohe Inseln" genannt werden oder ob sie nur als flaches Korallenoval eine Lagune umschliessen und so zu den Atollen zählen, ursprünglich waren sie alle Vulkane. Viele Inselchen gehören zu diesen fünf Archipelen, die bekanntesten Inseln sind sicherlich Bora Bora, Mo'orea, Huahine und Tahiti. Inseln wie Rangiroa, Manihi, Fakarava oder Tikehau, die allesamt Atolle sind und vor allem Taucher, Schnorchler und absolute Insel.-Liebhaber anziehen. Traumhafte Strände, intakte Riffsysteme und ein Hauch von Robinson-Crusoe-Atmosphäre fesseln den Besucher.

Der schwarze Strand Tahitis

Die sogenannten Gesellschaftsinseln, bestehend aus den "Inseln über dem Wind" und "Inseln unter dem Wind" mit gebirgigem Relief, umgeben von Lagunen. Die grösste aller Inseln Polynesiens ist Tahiti, mit der Verwaltungshauptstadt Pape'ete. Gut die Hälfte aller 265 000 Einwohner lebt im Raum Pape'ete, einer geschäftigen und von Autos überfüllten Stadt. Die meisten Besucher nutzen die Insel lediglich als Sprungbrett für ihre Weiterreise zu andren Eilanden des Landes.

Schade, denn Tahiti, "die Insel der Liebe", hat viel zu bieten.
Tiefe Täler, schroffe Berge mit zahlreichen, über 2000 Meter hohen Gipfeln, spektakuläre Wasserfälle inmitten satten Tropengrüns
prägen das nahezu unbewohnte Inselinnere. Daneben gibt es archäologische Kulturstätten, geheimnissvolle Grotten mit Felszeichnungen und zahlreiche Museen zu erkunden. Wer jedoch auf Tahiti seinen Südseetraum erfüllen möchte und Traumstrände vermutet, wird oft bitter enttäuscht. Die wenigen Strände sind überwiegend aus schwarzem Sand. Es gibt nur einen einzigen weissen Strand an der Westküste. Die Hauptstadt wiederum lockt mit gut sortierten Geschäften, zahlreichen Kulturveranstaltungen und dem zweigeschossigen Marktgebäude "Le Marche" mit rund 7000 Quadratmetern Fläche. Hier kann man sich mit beliebten Souvenirs wie Holzschnitzereien von den Marquesas, Tanzkostümen, Muschelschmuck, einTahitibeheimischem Parfüm, Monoi Tiare Tahiti, ein pafümiertes Kokosöl mit dem Duft der Nationalblume Tahitis, Vanilleschoten und buntgemusterten Pareu-Stoffen, aus denen die traditionellen Pareu-Kleider hergestellt werden, eindecken. Der Reichtum des Kunsthandwerkes Polynesiens erklärt sich aus der Tradition, in die neue Kreationen eingeflossen sind, sowie aus dem vielseitigen Naturangebot der Inseln. Jeder der fünf Archipele hat einen ganz Handwerkszweig entwickelt.

Die Austral-Inseln sind berühmt für die Flechtkunst ihrer Bewohnerinnen. Das Ausgangsmaterial ist meist die Pandanuspflanze, deren Blätter zu Matten, Taschen und Hüten geflochten werden. Die wunderschönen Muschelketten kommen von den Tuamotu- und den Gambier-Inseln, wo sich ausserdem die meisten Perlenfarmen befinden. Neben der Perlenzucht gehört die Verarbeitung des Perlmutts zu Schmuckstücken und kleinen Gebrauchsgegenständen zum Kunstgewerbe-Repertoire. Auf Tahiti und den anderen Gesellschaftsinseln sind es vor allem die Frauen, die Kunstwerke aus Stoff herstellen: Tifaifai, dem Patchwork ähnliche Tagesdecken, die durch ihre bildhaften, vielfarbigen Motive bestechen. Fast all diese künstlerischen Erzeugnisse sind auf dem Markt in Pape'ete erhältlich. Auf keinen Fall versäumen sollte man bei einem Tahitibesuch zudem die reichhaltigen Angebote der roulottes, der fahrbaren Essensstände, die von Einbruch der Dämmerung bis nach Mitternacht auf dem Vaiete-Platz am Hafen aufgebaut werden. Die bis zu dreissig mobilen Garküchen offerieren einfache, schnelle, aber schmackhafte Gerichte zu günstigen Preisen mit viel Atmosphäre.

Mo'orea, die Schwesterinsel Tahitis

Mo'orea, welche auch "Geschenk der Götter an die Polynesier" genannt wird, besticht durch ihre markanten Bergkonturen und blauen Lagunen. Mo'orea war ein ganz besonderes Geschenk, denn die herzförmige Insel zählt heute zu den schönsten Inseln der Südsee im Südpazifik. Nur siebzehn Kilometer von Tahiti entfernt ragt Mo'orea mit majestätischen Vulkangipfeln aus dem glasklaren Türkisgrün der Lagune empor. Die circa 12 000 Bewohner haben sich auf den Anbau von Ananas spezialisiert.

Daher wird Mo'orea auch die Ananasinsel genannt. In Polynesien scheint es, als würde einem das Essen quasi in den Mund wachsen. Ananas, Papaya, Avocados, Orangen, Macadamia- und Kokosnüsse so weit das Auge reicht. Alles, was nicht auf privatem Grund wächst, sprich eingezäunt ist, steht der Allgemeinheit zur Verfügung und darf gepflückt und verspeist werden.

Der Genuss einer frischen Ananas oder Grapefruit, die hier alles andere als bitter schmecken, ist schier unbeschreiblich. Die meisten Polynesier sind sehr naturverbunden. Fast alles was die Natur zu bieten hat, wird verwendet. Palmenblätter zum Häuserdächer decken oder Seile knüpfen, Monoi als Haar- und Hautschutzmittel, der Blütenstempel des wilden Hibiskus als Lippenstift. Am besten lernt man die Insel während einer organisierten Quadfahrt kennen, mit einem Abstecher zu Überresten alter Kultstätten wie dem Marae Titiroa, entlang Obst- und Gemüseplantagen bis zum herrlich gelegenen Aussichtspunkt Belvédère, welcher einen faszinierenden Blick auf die beiden malerischen Buchten, Baie de Cook und Baie d'Opunohu, und den 899 Meter hohen Mont Rotui offeriert. Mo'orea ist leicht von Tahiti aus zu erreichen und bietet ausgezeichnete Tauchplätze. Ein absolutes Highlight ist sicherlich das Schwimmen mit Rochen, die sich von einer fast verschmusten Seite zeigen und sich von ihren Besuchern gerne streicheln lassen. Auch neugierige Haie mit schwarzen Rückenflossen schauen gern einmal vorbei. Sie sind jedoch harmlos und Angriffe auf Menschen sind nicht bekannt.

Unterwasserparadies Rangiora

Das Tauchen in der Mitte des Pazifiks bietet gute Möglichkeit, viel Grossfisch zu sehen. Rangiroa ist das grösste Atoll Französisch-Polynesiens und das zweitgrösste der Welt. Es besticht durch traumhafte Strände, tropische Natur und eine einzigartige Unterwasserwelt.

Hier unten tummeln sich Schildkröten und Delfine gleiten lautlos über
die Korallen und unzählige Haie kreisen im dunklen Blau. Generell ist die Unterwasserwelt nicht so farbig wie man es von anderen tropischen Gebieten kennt, dafür glänzen die Gewässer ganzjährig mit sehr guten Sichtweiten. Wer jedoch spektakuläre Korallenformationen und bunte Riffe erwartet, wird von diesem Gebiet enttäuscht sein.

Die Insel Rangiroa, deren Name "der weite Himmel" bedeutet, wirkt im Gegensatz zu Mo'orea oder Bora Bora eher karg und weniger luxuriös. Im Nordwesten liegen die beiden bewohnten Montus Avatoru und Tiputa mit etwa 3000 Bewohnern, dazwischen ein kleiner Flughafen.

Das Angebot an Geschäften oder Restaurants ausserhalb der Hotels ist sehr begrenzt. Doch Rangiroa gilt als der Tauchertreffpunkt der Südsee. Unterwasserfans sind begeistert von etwa zehn spektakulären Tauchplätzen der Passage und des Aussenriffs mit ihren Höhlen und der überwältigenden Vielfalt der Unterwasserfauna. Bekannte Spots sind The Valley in der Tiputa Passage sowie Les Cavernes in der Avatoru Passage und das nahe gelegene Revier Mahuta. Weniger bekannt, aber unvergleichlich schön ist die Unterwasserwelt von Les Failles im Westen, circa eine Bootsstunde von Avatoru entfernt. Manta- und Leopardenrochen, Barrakudas und Napoleonfische begleiten zuweilen die Taucher, kein Wunder, dass kein geringerer als Jacques Cousteau diese Tauchspots zu den schönsten im gesamten Pazifik zählte.

Hunderte von Inselchen reihen sich rings um eine zentrale, in allen nur denkbaren Farbtönen von Aquamarin bis Türkisgrün schimmernden Lagune, die knapp 80 Kilometer lang und bis zu 32 Kilometer breit ist, so gross, dass man wegen der Erdkrümmung die gegenüberliegenden Inselchen nicht sehen kann. Bootsausflüge inklusive Picknick auf einem Motu gehören zu den eindrücklichsten Erlebnissen während eines Aufenthaltes auf Rangiora.

Picknick auf einem Montu

Es ist schon ein ganz eigentümliches Gefühl, auf einer nur wenige Meter breiten "Landmasse" zu stehen, auf der einen Seite der azurblaue Pazifik und auf der anderen die Lagune, darauf hoffend, dass auch die nächste Welle weiss, was sie tut. Die kleinen Atolle der Südsee sind sicherlich einen Besuch wert, auch wenn sie den meisten Menschen eher durch negative Schlagzeilen bekannt sein dürften. Zwischen 1966 und 1996 zündeten die Franzosen auf Moruroa und dem Fangataufa Atoll knapp 200 Atombomben, etwa ein Viertel davon überirdisch. Besonders schön ist die Blaue Lagune mit ihren unzähligen Fischen unweit des Motu Taeo'o im Westen Rangioras.

Im kniehohen Wasser tummeln sich junge Haie und kleine Korallenansammlungen laden zum Schnorcheln ein. Hier spielt jeder gern einmal Robinson Crusoe. Weitere lohnende Ausflugsziele sind die Ile aux Recifs mit etlichen herausgehobenen Korallenformationen im Süden sowie die Sables Roses am Montu Vahituri mit einer rosa- bis violettfarbenden Sandbank im äussersten Südosten, zwei Bootsstunden von Avatoru entfernt.

Die Perle des Pazifiks

Romantische Plätze gibt es viele auf Erden, aber wahrscheinlich ist Bora Bora das ultimative Tüpfchen auf dem i. Südseeromantik pur mit tiefblauem Wasser, kristallklaren Lagunen, blendend weissen Palmenstränden, leuchtender Tropenvegetation und drei zackigen Bergspitzen als exklusive Silhouette. Bora Bora, auch wenn man nicht weiss, wo sie liegt, diese Insel, ihren Namen, kennt fast jeder. Ein Vulkan steigt aus einer der schönsten Lagunen der Welt in die Höhe. Von Kapitän Cook "die Perle des Pazifiks" getauft, galt sie schon immer als eine Trauminsel und sorgt für Romantik pur. Von den Tahitianern in der Vergangenheit "Mai Te Pora" genannt, was so viel wie "von den Göttern erschaffen" bedeutet, trägt sie jetzt den Namen Bora Bora. Bora Bora ist berühmt für die gigantische Silhouette der zwei Gipfel "Pahia" und "Otemanu".

Während des zweiten Weltkrieges fungierte die Insel als Versorgungsstützpunkt der amerikanischen Marine und Luftwaffe. Bis zu 6000 GIs waren hier stationiert, sie bauten die Landebahn auf dem Montu Mute im Norden der Lagune. Als sie 1946 abzogen, kamen die Touristen. Anders als auf anderen Inseln der Südsee ist das Angebot an Unterkünften auf Bora Bora und den vorgelagerten Atollen gewaltig.

Auch die Anzahl an erstklassigen Restaurants kann sich sehen lassen,
neben exzellenten Hotelrestaurants ist besonders das Bloody Mary's zu empfehlen. Eine Institution auf der Insel, in der schon viel Prominente verköstigt wurden, wie eine Tafel am Eingang verrät. Das Restaurant befinde sich im Südwesten an der BaiemPofai südlich von Vaitape, dem Hauptort der Insel. Die Meeresfrüchte und Steaks sind ein besonderer Gaumenschmaus und die Cocktailkarte mehr als verführerisch.

Einige Tage sollte man auf dieser Trauminsel auf jeden Fall verbringen, denn die aquamarin, türkis bis smaragdgrün leuchtende Lagune, in der kleine Inseln zu schwimmen scheinen, bezaubert auf unvergleichliche Art. Vergleiche mit den Malediven sollte man jedoch unterlassen, denn anders als dort gibt es auf Bora Bora beispielsweise eine Reihe von herrlichen Wandermöglichkeiten im Inselinneren.

Die bekannteste Tour ist die auf den Mont Pahai. Vorbei an Feldern wilder Orchideen und baumhohen Farnen über einen Kamm bis zum Gipfel, wartet ein spektakulärer Panoramablick über die Lagune. Wer es bei tropischen Temperaturen gerne weniger sportlich angehen möchte, kann auf eine Jeepsafari ausweichen. In Bora Bora treffen sich also Traumstrände, Bergpanoramen und üppige Vegetation, kaum eine Insel ausserhalb Polynesiens hat dieses auf so wunderschöne Weise zu bieten.

Residieren auf dem Wasser

Auf Pfählen in die Lagune gebaute Bungalows gehören mittlerweile zu fast allen guten Luxusunterkünften Französisch-Polynesiens. Diese Überwasserbungalows bieten den Gästen ganz besondere Ein- und Ausblicke: Durch eine Glasscheibe im Boden kann man gleich vom Bett aus bunte Tropenfische beobachten. Ganz bequem, ohne nass zu werden. Die Idee zu dieser Bauweise hatten drei smarte Jungs aus Kalifornien. Im Jahre 1966 kauften Hugh Kelly, Don McCallum und Jay Carlise Bauland auf der Insel Raiatea. Da das Stück Bauland bald zu klein war, zimmerten sie dort den ersten "Overwater Bungalow" zusammen. Kurz darauf sägten sie in die Fussböden ihrer Bungalows Öffnungen und legten Glasplatten ein. Vierzig Jahre sind seitdem vergangen. Heute besitzt fast jedes Hotel, das etwas auf sich hält, diese Glasböden. Nun allerdings stehen nicht nur einige wenige im seichten Wasser, sondern gleich Dutzende, die, zum Teil mit Holzstegen miteinander verbunden, weit in die Lagune hinaus gebaut wurden.

Zum Abschied eine Muschelkette

Mit duftenden Blütenkränzen begrüssten die Polynesier ihre Besucher. Mit unvergänglichen Muschelketten sagte man beim Abschied Auf Wiedersehn. Zurück bleibt der Eindruck gastfreundlicher, grosszügiger, fröhlicher Polynesier, die immer bereit sind, über alles und alle zu lachen. Polynesier sind wahre Lebenskünstler! Jeder Vorwand ist gut genug, um Ukulele und Gitarre zu ergreifen, eine Trommel zu improvisieren, bis zur Atemlosigkeit zu tanzen und zu singen. Zutiefst mit ihrem Land, der Lagune und dem Ozean verbunden, geniessen sie es, Haar oder Ohr mit einer Blume zu schmücken und einfach nur am Strand zu sitzen und zu träumen. Ein Lebensstil jenseits unserer Hektik, getreu dem Motto: Lebe heute und nicht für morgen oder gar übermorgen. So ist schlussfolgernd festzustellen, dass die Traumvorstellung über Französisch-Polynesien nicht bloss Mythos ist, sondern ein wahrhaftig bestehendes kleines Paradies.


(Yvonne Beck)

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