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Island: Tanz auf dem Vulkan

Das Polarlicht ist ein ganz besonderes Spektakel in den Wintern Islands.
Bild: Schweizer Touristik
Die Hauptstadt Reykjavik liegt umgeben von Meer und Bergen.
Bild: Schweizer Touristik
Islands bekanntester Vertreter, das Island Pony.
Bild: Schweizer Touristik
Björk: bunt und schräg. So wie ihre Heimat Island.
Bild: Polydor (Universal)
Geysire sind Islands Markenzeichen.
Bild: Schweizer Touristik

Tosende Geysire, riesige Gletscher, Lavawüsten, schwarze Strände, steile Klippen, atemberaubende Wasserfälle. Das ist die einzigartige Natur Islands.

Die Insel im hohen Norden ist ein Eldorado für jeden Naturliebhaber,
überraschend in ihrer Vielfalt und Schönheit. Im Sommer webt die Mitternachtssonne ihren Zauber, im Winter entfalten die Polarlichter ihre Magie. Zudem punktet das Land mit seiner lebendigen Minimetropole Reykjavik. Hier trifft sich die angesagte Kunstszene: Einer der In-Orte für Kultur und Shopping.

Das Land der Gegensätze

Island ist ein Land voller Geheimnisse und Überraschungen. Die archaische Vulkanlandschaft lässt an die Urzeit der Erdentstehung denken. Gefährlich dünn ist an manchen Stellen die Erdkruste, und die brodelnden, dampfenden Löcher gewähren den Blick ins Innere des glühenden Planeten Erde. Doch was für die Menschen im Mittelalter nur bedrohlich und fremd war, was sie als Teufelswerk und Eingang zur Hölle erklärten, das wissen die Isländer seit Jahren trefflich zu nutzen.

Lava dient als Baumaterial, Erdenergie wird in Strom umgewandelt, und das heisse Wasser wärmt Häuser und Schwimmbäder. Wenn auch ein spukender Vulkan einigen Schaden anrichten kann, wie der letzte Vorfall gezeigt hat.

Trotzdem ist der Reichtum des Landes seine Natur, daran kann auch keine Finanzkrise rütteln. Sie ist die Lebensgrundlage für die Menschen, die hier leben. Neben der Energie sind es vor allem Fischgründe, die die wirtschaftliche Basis darstellen, und die entsprechend sorgfältig befischt werden. Vor allem die Vielfalt des Landes ist es jedoch, die jährlich Tausende Touristen anzieht. Im Süden findet man ausgedehnte Weiden mit breiten schwarzen Stränden, an denen sich die weisse Gischt der Wellen bricht. Im Osten ragen die steilen Balsatplateaus empor, in die sich tiefe Fjorde und enge Gebirgstäler gegraben haben. Im Norden sieht man breite Täler und den längsten Fjord des Landes, den Eyjafjördur.

Der Nordwesten ist eine fjorddurchzogene Küstenlandschaft, aus der sich die Menschen zurückgezogen haben. Das Hochland ist eine weite Lava- und Geröllwüste, eine lebensabweisende und unbelebte Mondlandschaft mit einsam aufragenden Bergen und Gebirgen. Voller Wasserfälle: versteckt, donnernd, mächtig und schön. All das vereint auf einer Insel, all das ist Island.

Die kleinste Metropole des Nordens

Reykjavik ist eine moderne, dynamische, ständig wachsende Stadt. Den besten Blick auf die Hauptstadt und ihre Umgebung hat man vom Turm der Hallgrimskirkja oder vom Perlan auf die bunten Häuser der Innenstadt, die Villenviertel mit ihren Gärten und die neuen Wohnblocks.

Reykjavik ist eine junge, pulsierende Stadt, was sich nicht nur an der Architektur zeigt, sondern vor allem an den Menschen. Hier befinden sich die Universität und zahlreiche Schulen. Kinder und Jugendliche beleben Strassen und Plätze. Vor allem im Sommer, wenn jeder versucht so viel Sonne wie möglich zu tanken, sind die Strassencafés und Rasenflächen der Parks bevölkert. Zahlreiche Galerien, die oft den jungen und noch nicht so bekannten Künstlern Gelegenheit bieten, ihre Werke auszustellen, befinden sich in den kleinen Seitenstrassen des Laugavegur.

Die Designerläden mit ungewöhnlichem Angebot oder die lebendige Café-und Barszene ermöglichen immer wieder spannende Entdeckungen zu machen. Die bekanntesten Einkaufsstrassen Reykjaviks heissen Laugavegur, Hverfisgata und Skolavördurstigur. Neben vielen Designer- und Modegeschäften gibt es innovative Juweliere. Vor allem lohnt sich der Besuch in der Buchhandlung "mal og menning" oder in den CD-Läden "Skifan" und "12 tonar". Hier findet man alles, was in Islands Musikszene gerade angesagt ist. Und auf dem Flohmarkt "Kolaportio" am Hafen finden man sicherlich das, was man noch nie wollte, aber jetzt kauft.

Kunst, Kultur, Architektur

Island ist jedoch ein modernes Land, und schon mancher Reisende war enttäuscht, dass die Menschen nicht mehr in kleinen Grassodenhäusern leben, sondern in mehrstöckigen Betonhäusern. Die Architekten verwenden heute häufig isländische Materialien, wie es besonders gut an der "blauen Lagune" zu sehen ist, ein Lavagebäude in der Lava. Typisch für isländische Künstler ist die tiefe Verwurzelung in ihrem Land und seiner Natur. Denn die Isländer lieben ihre Insel. So nutzen auch Designer gerne heimische Materialien, alle Arten Gestein, aber auch Walknochen, Fischhaut oder Treibholz, das besonders zahlreich an die Küste im Norden angetrieben wird.

Für einige Designer ist das Thema Licht ganz zentral: Im Sommer gibt es drei helle Monate, in denen kaum jemand zu schlafen scheint und viele bis Mitternacht draussen arbeiten. Während der langen Winternächte kann man das faszinierende Schauspiel der tanzenden, schwingenden Nordlichter erleben. Magisch, mythisch und verzaubernd. In der Musik spielen hingegen häufig Naturgeräusche eine grosse Rolle. Der erste ganz grosse isländische Komponist des 20. Jahrhunderts Jon Leifs, komponierte so eindrückliche Werke wie "Geysir" und "Hekla". Und seit Björk und Sigur Ros weltweite Erfolg anmelden, stürmen immer mehr junge Bands von der Insel in die Musikszene.

Auch die bildende Kunst ist ganz stark von Islands Natur und Geschichte beeinflusst, wie man in Reykjaviks Museen sehen kann. Die junge lebendige Kunstszene hat sich längst international etabliert. So ist Island voller Gegensätze von wundervoller Natur und spannender Kultur. Historische Sehenswürdigkeiten und Hightech-Bauten. Island bietet einfach für jeden etwas.

Fotos auf der Insel

Islands Landschaft ist Inspiration pur für Künstler und Fotografen. In der bekannten "Start-Galerie" betrachtet man zum Beispiel die Werke von Anna Eyjolfsdottir. Ein echter Trendwegweiser sind die Aufnahmen in der "Galeri Fotografi" und auch Konzeptkünstler Hreinn Fridfinnsson ersetzt den Pinsel gern durch die Kamera. Seine Werke präsentiert er in der "Galerie i8". Das Reykjaviker Museum für Fotografie lässt die Augen der Fotokünstler leuchten. Der Grund: Wer hier "hängt", der hat es geschafft. Die wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Fotografen sind das Beste, was das Land zu bieten hat.

Farbflash in Sachen Mode

Bunt, schräg und abgefahren lautet das Credo der jungen Designer Elite: wilde Farbkombinationen in Fashion und Accessiores setzten knallige Spots. Kultverdächtig: "The Naked Ape". Die Designer setzten auf bunte Eigenkreationen, bedruckt mit ausgefallenen Motiven. Besonders beliebt, die Kaputzenshirts zu Leggins. Bei "Trigolia" wird es schlichter, bleibt aber trotzdem innovativ. In ihrem Shop gibt es die eleganten Styles des Labels kombiniert mit internationalen Newcomern.

(Yvonne Beck)

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