Trendsetter: Gutes Gewissen auf der Brust
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Gutes Gewissen gleich gutes Gefühl. Längst haben Firmen auf der ganzen Welt gemerkt, dass es auch unter den konsumorientierten jungen Menschen viele gibt, denen es nicht einfach egal ist, was um sie herum geschieht. Hierzulande zu den bekanntesten Firmen, die Konsum und guten Zweck vereinen, gehört die Fair Trade Organisation Max Havelaar, die Herstellern in minder entwickelten Ländern einen fairen Lohn garantiert, in dem sie ihre Produkte zertifiziert. Deshalb können Bananen, Rosen, Kaffee oder Baumwollprodukte von Max Havelaar je nachdem ein bisschen mehr kosten, dafür können Bauern in Bolivien oder Mali ihre Kinder in Schulen schicken, im Dorf einen Brunnen errichten oder Schutzbestimmungen beim Besprühen von Pflanzen mit Chemikalien einhalten.
In den USA ist man in dieser Hinsicht noch weiter. Dort gehört es bei vielen Shops zum guten Ton, dass sie einen effektiven Teil ihres Gewinns für wohltätige Zwecke abgeben. Oder sogar Produkte spenden. Toms Shoes in Santa Monica beispielsweise spendet für jede verkaufte Paar Schuhe ein selbiges für Bedürftige in der dritten Welt. Bemerkenswert ist dabei, dass Toms Schuhe trotz dieser Aktion nicht das Image von langweiligen Gutmenschen-Tretern anhaften, sondern sie im Gegenteil als ziemlich cool und trendy gelten. Gutes zu tun liegt unter den Jugendlichen in den USA im Trend.
Davon profitieren auch die Kleiderfirma Sevenly. Das Besondere daran: Jedes T-Shirt und jeder Hoodie, den die Kalifornier entwerfen, geht auf ihrer Homepage für genau sieben Tage in den Verkauf. Und für jedes verkaufte Teil spendet Sevenly sieben Dollar an – man kann es erahnen – sieben verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen. Sieben ist das Marketing-Konzept hinter Sevenly, die den Kleidern Identität verleiht – doch die Firma ist mehr als eine clevere Spielerei mit einer Zahl.
Geht es nämlich um Spenden, spielt die Liebe zur Zahl Sieben keine Rolle mehr. Laut eigenen Aussagen werden rund 30 Prozent des Gewinns an die erwähnten Organisationen abgebeben – eine Zahl, die hierzulande kaum denkbar scheint. Doch macht die kleine Firma mit auf diese Weise überhaupt noch Gewinn für sich selbst? «Wir schwimmen zwar nicht im Geld, aber unser Geschäft läuft gut», sagt der Geschäftsführer von Sevenly kürzlich gegenüber der Los Angeles Times. Er sehe keinen Sinn darin, ein Geschäft zu betreiben, dass der Gemeinschaft keinen Nutzen bringe.
Kommt dazu: Wer gibt, kriegt auch etwas zurück. Die noblen Absichten jener Firmen, die einen Teil ihrer Einnahmen an Organisationen spenden, erzeugen ein Karma, das auf sie zurück fällt. Konkret: Jene Kunden, die in Kontakt mit den Hilfe-Organisationen kommen, werden von diesen wiederum auf Anbieter wie Sevenly oder Toms Shoes aufmerksam gemacht. Denn miteinander geht’s besser als gegeneinander.
Homepage
Auf www.sevenly.org kann man die hippen Shirts und Hoodies von Sevenly bestellen. Die Page führt auch einen Blog, erklärt die Hintergründe. Ebenfalls deklariert wird, welche Organisation in der jeweiligen Woche von den Spenden profitiert. Auch der Spendenstand ist auf der Page ersichtlich.
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