100 sterbende Schönheiten
Man braucht sicher fast ein ganzes Leben, auf jeden Fall aber ein Vermögen, um 100 Reiseziele rund um die Erde aufzusuchen. Doch die Orte, um die es hier geht, sind nicht nur alle wegen ihrer Schönheit eine Reise wert – sie sind vielleicht bald gar nicht mehr vorhanden. Sie werden bedroht vom Klimawandel. Von steigenden Meeresspiegeln, schmelzenden Gletschern, Erdrutschen, austrocknenden Flüssen oder verheerenden Regenfällen.
Ein soeben erschienener Bildband dokumentiert diese vom Sterben bedrohten Schönheiten in 150 eindrucksvollen Fotos. Sie zeigen nicht nur die Einzigartigkeit der Landschaften, sondern auch die Folgen von menschengemachten Naturkatastrophen: Von Bränden am Fuss des ausgetrockneten Kilimandscharo bis zu den Folgen eines Monsuns, der indische Salz- und Baumwollbauern brotlos gemacht hat.
Was hat zum Beispiel schwarzer Tee mit dem Klimawandel zu tun? In Sri Lanka gedeiht der weltberühmte, feine Ceylon-Tee auf den Berghängen des Hochlands. Ideal sind dort die Anbaubedingungen, wunderschön die saftig-grünen Teeplantagen – der Ertrag ernährt mehr als 700'000 Familien.
Prachtvolle Aufnahmen, prominente Autoren
Globale Erwärmung könnte sich in den nächsten Jahrzehnten verheerend auf den Teeanbau in Sri Lanka auswirken. Wenn die Temperatur unseres Planeten weiterhin ansteigt, sind also nicht nur meernahe Orte wie Venedig, Bangkok, New York, Rotterdam oder die Malediven tatsächlich vom Untergang bedroht. Viele Gegenden der Welt mit ihren komplexen Ökosystemen sind gefährdet durch die sich abzeichnenden Klimaveränderungen.
Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete, in jüngster Zeit wegen falscher Zahlen allerdings umstrittene IPCC Report (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat diese Tatsache in erschreckender Weise dokumentiert. Der Bildband «100 einzigartige Orte, die schon bald verschwinden könnten» zeigt auf Basis der internationalen Studie eine Auswahl von 100 gefährdeten Orten von Altai in Russland bis Zahara de la Sierra im spanischen Andalusien. Die ästhetischen Bilder und begleitenden Texte, die die Geschichte der Plätze und ihre besondere Problematik schildern, führen die Auswirkungen des Klimawandels plastisch vor Augen.
Zu den Autoren des Bildbands gehören unter anderem die britische Soulsängerin Joss Stone, Bischof Desmond Tutu, die Ozeanographie-Professorin Katherine Richardson, Eurythmics-Sänger Dave Stewart, Schauspielerin Connie Nielsen («Gladiator») und der ehemalige EU-Aussenminister Javier Solana.
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