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Wer wird der nächste Papst?

Ein Zeichen von oben? Am Tag von Bedenikts Rücktrittserklärung schlägt im Petersdom ein Blitz ein.
Bild: Keystone
Papst Benedikt XVI. tritt zurück (Archivbild).
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Ein Zeichen von oben? Am Tag von Benedikts überraschender Rücktrittsankündigung schlug ein Blitz im Petersdom ein - Schaden entstand dabei keiner. Unterdessen haben sofort Spekulationen und auch Buchwetten darüber eingesetzt, wer denn als nächster Papst gewählt werden könnte. Einer aus Afrika, aus Lateinamerika oder - nach einem polnischen und einem deutschen Papst - doch wieder ein Italiener?

Schon in der «Vatileaks»-Affäre des vergangenen Jahres spielte die Frage eine Rolle, wer genug Hausmacht im Vatikan besitze und wie eine Wahl aussehen könnte.

Ein irischer Buchmacher nimmt schon Wetten auf den neuen Papst entgegen. Sein Favorit am Montagabend: Kardinal Marc Ouellet aus Quebec. Dessen Chancen stehen tatsächlich nicht ganz schlecht, der Kanadier hat sich in Rom profiliert.

Auch zwei Afrikaner sind immer mal wieder genannt worden, wenn es um die Nachfolge auf dem Stuhl Petri ging. Kardinal Peter Turkson aus Ghana ist so ein Kandidat, aber auch der nigerianische Purpurträger Francis Arinze. Er könne es sich gut vorstellen, dass erstmals ein Afrikaner Papst werde, hatte Benedikt einmal gesagt.

Fast häufiger noch war auch schon zu hören, die wachsende lateinamerikanische Kirche müsse den nächsten Pontifex stellen. Da fällt Beobachtern sofort der Name des Erzbischofs von Sao Paulo, Kardinal Otto Scherer, ein.

Bleiben die Italiener. Der Mailänder Erzbischof Angelo Scola wäre so ein «nationaler» Kandidat, etwas weniger wohl der - umstrittene - «Regierungschef» Benedikts, Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Einer bekannten vatikanischen Redewendung zufolge sollte man jedoch nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Denn wer schon als Papst in die Wahl gehe, der komme als Kardinal wieder heraus, wird gern zitiert.

Turkson und Arinze stehen auch beim Buchmacher Paddy Power hoch im Kurs. Sie folgen direkt nach dem Favoriten Ouellet. Ein Sprecher von Paddy Power sagte: «Wir haben bereits viel Bewegung gesehen, seit im Vatikan eine Stelle frei wurde. Und wir sind sicher, dass da noch mehr kommt.» Weit hinten rangiert der irische Rockmusiker Bono. Gewettet werden kann auch darauf, wie lange die päpstliche Konklave dauert, woher der neue Papst kommt oder wie er heissen wird.

Hintergrund: Die Wahl des Papstes

Der Papst wird in geheimer Wahl vom sogenannten Konklave gewählt. Diese Versammlung der Kardinäle beginnt 15 bis 20 Tage nach dem Tod oder - wie jetzt - dem Rücktritt des Papstes.

Seit 1878 findet die Papstwahl in der Sixtinischen Kapelle statt. Papst Benedikt XVI. bestimmte 2007, dass künftig immer eine Zweidrittel-Mehrheit nötig ist, um ein neues katholisches Kirchenoberhaupt zu wählen.

Bis dahin galt eine im Jahr 1996 von Johannes Paul II. aufgestellte Regelung, wonach nur bis zum 33. Wahlgang eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich war. Benedikt legte fest, dass es nach dem 33. Wahlgang so viele Stichwahlen zwischen den beiden stärksten Kandidaten geben muss, bis mit der Zweidrittel-Mehrheit ein neuer Papst gefunden ist.

Obwohl in jüngerer Zeit die Sedisvakanzen - die Zeit zwischen zwei Päpsten - relativ kurz waren, ist es durchaus möglich, dass es bei einem Konklave 33 erfolglose Wahlgänge gibt. Das längste Konklave begann 1268 im mittelitalienischen Viterbo und dauerte zwei Jahre, neun Monate und zwei Tage; die Zahl der Wahlgänge ist allerdings nicht bekannt. Zuletzt gab es 1831 eine besonders lange Wahl, aus der Gregor XVI. nach 50-tägigem Konklave als Papst hervorging.

Seither benötigten die Kardinäle nie länger als vier Tage, um einen neuen Papst zu finden. Benedikt XVI. wurde bereits 26 Stunden nach dem Einzug des Kardinalskollegiums in die Sixtinische Kapelle im vierten Wahlgang gewählt. Generell gibt es am Nachmittag des ersten Konklave-Tages eine Wahl, an allen anderen Tagen werden in der Regel vormittags und nachmittags jeweils zwei Wahlen - also vier Wahlen am Tag - durchgeführt.

Wahlberechtigt sind alle Kardinäle der römisch-katholischen Kirche, die vor dem Beginn der Sedisvakanz ihr 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Deren Zahl soll 120 nicht übersteigen. Voraussichtlich haben diesmal 117 Kardinäle ein aktives Wahlrecht. Passiv wahlberechtigt ist jeder männliche Katholik, allerdings sind seit dem 14. Jahrhundert nur Kardinäle zum Papst gewählt worden.

(dpa)

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