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Knapp an Gas – reich an Weltrekorden

Ballonfahrer Bertrand Piccard kurz vor dem Start zu seinem Rekordflug rund um den Globus am 19. März 1999 in Château-d'Oex.
Bild: Keystone
Feasibility Study - Ist es machbar?

Am Ursprung des Projekts Solar Impulse steht eine dramatische Erfahrung um knappe Ressourcen. Nach dem Ringen um Propangas und Höhenmeter über Ägypten hat sich Ballonfahrer Bertrand Piccard geschworen, die Erde ein nächstes Mal gänzlich ohne Treibstoff zu umrunden.

Meister Hitchcock hätte es nicht besser inszenieren können: Mit sprichwörtlich den allerletzten Vorräten an Propangas setzten Bertrand Piccard und Brian Jones am 21. März 1999 mit ihrem Heissluftballon in der ägyptischen Wüste auf. Zuvor hatte sie die «Rozière» während knapp 20 Tagen nonstop um den ganzen Erdball getragen – und damit den beiden zu nicht weniger als sieben Weltrekorden verholfen. Unter anderem war noch nie zuvor ein Heissluftballon ohne Unterbruch so lange, so weit, so schnell und mit 11'737 m so hoch geflogen.

Traum beinahe geplatzt

Um ein Haar aber wäre dieser «Traum à la Jules Verne» geplatzt und die Folgen für die beiden Ballonfahrer wären nicht absehbar gewesen: Von den beim Start in Château-d'Oex FR zugeladenen 3,7 Tonnen flüssiges Propangas blieben am Schluss über Ägypten gerade noch 40 kg übrig – und damit zu wenig für einen möglicherweise unvorhergesehenen, weiteren Kraftakt in der Luft.

Das Versprechen

Letztendlich bedeutete diese Erfahrung die Geburtsstunde des Projekts Solar Impulse: Bertrand Piccard versprach sich selber, den Globus ein weiteres Mal zu umfliegen – aber völlig ohne Treibstoff und ohne Schadstoffemissionen. Hatte Piccard die Weltumrundung vor dem Start noch für einen reinen Selbstzweck gehalten, brachte ihn diese Erfahrung in der Folge viel weiter: «Sie war eine Etappe, die mich in die Lage versetzte, mich aktiver für die Menschheit und die Umwelt zu engagieren. Daraus entstanden ist das Solarflugzeugprojekt Solar Impulse», sagte der Weltrekord-Ballonfahrer rückblickend.

Ermutigende Machbarkeitsstudie

Im Auftrag Piccards führte die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) 2003 eine Machbarkeitstudie durch. Die ermutigenden Ergebnisse bezeichnete der Waadtländer als eigentlichen Wendepunkt. Im November 2003 gab Bertrand Piccard sein neuestes Vorhaben öffentlich bekannt und im Juni 2004 gründete er zusammen mit seinem Projektpartner André Borschberg die Fondation Solar Impulse.

Mehrere Anläufe

Bereits 1997 und 1998 hatte Bertrand Piccard versucht, die Erde mit einem Heissluftballon zu umrunden. Er scheiterte an dem Abenteuer, das Fachleute zuvor als unmöglich eingestuft hatten, aber ebenso wie seine prominenten Mitbewerber Richard Branson oder der inzwischen verschollene Steve Fossett. Auch den beiden Engländern Andy Elson und Colin Prescott war mit dem gleichen Unterfangen wenige Tage vor dem erfolgreichen Flug von Piccard und Jones kein Erfolg beschieden.

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