DE | FR | IT

Swisscom

  • City name
-

Solar Impulse schwingt sich in die Lüfte

Darauf ist über sieben Jahre hingearbeitet worden: Solar Impulse HB-SIA am 7. April 2010 am Himmel über Payerne.
Bild: Keystone

Am 7. April 2010 ist in Payerne Luftfahrtgeschichte geschrieben worden: Nach siebenjähriger Projekt- und Bauzeit startete Solar Impulse HB-SIA zum eigentlichen Jungfernflug.

Testpilot Markus Scherdel sitzt im Cockpit, letzte Checks, «all systems go»: Langsam und beinahe lautlos setzt sich Solar Impulse HB-SIA in Bewegung und nimmt auf der Startbahn nach und nach Fahrt auf. Bei rund 35 km/h hebt das in seiner Art und Grösse bislang einzigartige Fluggerät zum Jungfernflug ab. Testpilot Scherdel bringt Solar Impulse langsam auf eine Höhe von 1'200 Meter. Während den folgenden 87 Minuten führt Scherdel die ersten Flugmanöver durch und macht sich mit der Steuerung vertraut. Und ebenso sanft wie beim Start setzt der Prototyp anschliessend zur ersten Landung an.

Überschwängliche Freude

Unten am Boden kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr: «Ich habe zu viele Tränen in den Augen, um das Flugzeug zu sehen. Ich bin überwältigt», so der sichtlich bewegte Solar Impulse-Initiator Bertrand Piccard nach dem Jungfernflug. Und der CEO und Mitbegründer des Projekts, André Borschberg, meint: «87 Minuten voller Emotionen nach sieben Jahren beharrlicher Planung und Tests. Nie zuvor ist ein derart grosses und leichtes Flugzeug geflogen! Dank dieses erfolgreichen ersten Fluges können wir das weitere Programm nun in Ruhe in Angriff nehmen!»


Etappe auf einem langen Weg

Bei aller Freude war der Jungfernflug aber erst eine weitere Etappe auf dem langen Weg bis zu Nachtflügen und vor allem bis zur Weltumrundung. «Dank der ausserordentlichen Arbeit des ganzen Teams konnten wir heute einen sehr wesentlichen Schritt zur Verwirklichung unserer Vision machen», sagte Bertrand Piccard und fügte hinzu: «Unsere Zukunft hängt davon ab, wie schnell uns die Umstellung auf erneuerbare Energien gelingt. Solar Impulse will aufzeigen, was mit diesen Energien heute bereits möglich ist, wenn man die neusten, sauberen Technologien zur Schonung der natürlichen Ressourcen einsetzt.»

Weltumrundung im Solar Impulse HB-SIB

2011 beginnt die Konstruktion des eigentlichen Weltrekordflugzeugs mit der Bezeichnung Solar Impulse HB-SIB. Dieses zweite Flugzeug soll nach Fertigstellung in mehreren 24-Stunden-Zyklen geflogen werden, so dass 2012 die Überquerung des Atlantiks und danach der Flug rund um die Welt durchgeführt werden können. Im Gegensatz zum Prototypen HB-SIA verfügt HB-SIB über noch grössere Flügel (Spannweite 80 m) und eine Druckkabine, wodurch Flüge in Höhen von bis zu 12'000 Meter möglich werden sollen.

Diese Seite empfehlen

  •  Facebook
  •  Twitter
  • Google +1

Versenden

Empfänger
Absender
Kommentar

Kommentar Schreiben

Absender
Kommentar
Beiträge, welche nicht der Netiquette entsprechen, werden nicht veröffentlicht.

1 Kommentar

Bob James
CH

Nach wie vor - ich sehe weder einen ökologischen noch ökonomischen Nutzen in diesem Projekt. Allenfalls vielleicht noch für die Ultraleichtfliegerei. Denn höchst illusorisch ist nämlich der Glaube, dass regenerative Energien, selbst bei Fortsetzung oder sogar Erhöhung der bisherigen Wachstumsraten, gleichzeitig die Abnahme fossiler Energieträger ersetzen und die weitere Steigerung der verfügbaren Energiemenge bewirken könnten. Alternativ bleibt deshalb zur Erzeugung von genügend Sekundärenergie nur die Technologie der Kernkraft, insbesondere der sich noch im Forschungsstadium befindlichen Kernfusion. Denn der Wert des Weltenergiebedarfs, also die Menge an Primärenergie, die weltweit im Jahr verbraucht wird, liegt zur Zeit bei etwa 107'000 Tera-Wattstunden pro Jahr und steigt stark an. Bis 2030 wird eine Bedarfssteigerung um etwa die Hälfte auf 160'500 TWh, bis 2060 in etwa eine weitere Verdoppelung auf 321'000 TWh prognostiziert. Hauptgrund ist, dass sich voraussichtlich bis dahin der Lebensstandard in aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern - allen voran China und Indien - stark dem Lebensstandard westlicher Industrienationen angeglichen haben wird.

21.Sep.2010