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Hautnah an den Flügeln der Sonne

André Borschberg und Bertrand Piccard sind stolz auf den Dokumentarfilm über die grosse erste Etappe von Solar Impulse.
Bild: ar

Solar Impulse hat seine Förderer zur Schweizer Premiere von «Les ailes du soleil» eingeladen. Der eindrückliche Dokumentarfilm von Henri de Gerlache wirft einen Blick zurück auf die erste grosse Etappe des Solarflugzeugs und zeigt die unzähligen Schritte von der Idee bis zum erfolgreichen Nachflug im Sommer 2010.

Das Kino Atlantic in Lausanne war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Regisseur Henri de Gerlache in seinen Film «les Ailes du Soleil» (die Flügel der Sonne) einführte. Der Belgier stammt ähnlich wie Bertrand Piccard aus einer Familie von Abenteurern. Sein Urgrossvater und sein Grossvater waren bedeutende Polarforscher. Für Solar Impulse war er mit seiner Crew insgesamt mehr als 30 Tage vor Ort. Aus den 250 Stunden Filmmaterial ist nun ein packender Dokumentarfilm von 52 Minuten entstanden.

Der Film beginnt in den frühen Morgenstunden vor dem ersten Nachtflug im Juli 2010 und begleitet André Borschberg und Bertrand Piccard während dieser grossen Etappe hautnah. Zwischendurch blendet die Geschichte immer wieder zurück auf frühere Meilensteine und erklärt so auf beeindruckende Weise, wie es überhaupt möglich geworden ist, dass Solar Impulse als erstes Solarflugzeug mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben kann.

In zwei Monaten wird der Dokumentarfilm voraussichtlich auf dem Westschweizer Fernsehsender TSR ausgestrahlt. Zudem wird er später auch als DVD erhältlich sein. Die Schweizer Premiere war eine exklusive Vorführung für die Förderer von Solar Impulse. Dazu gehören sowohl die offiziellen Partner wie auch die so genannten Angels und Supporters. Trotz heftigem Wintereinbruch wollte sich keiner der glücklichen Wettbewerbsgewinner die Chance auf einen exklusiven Einblick ins Projekt Solar Impulse entgehen lassen. Als Belohnung durften sie das Solarflugzeug HB-SIA aus nächster Nähe betrachten, die Kommunikationslösung von Swisscom als Prototyp in einem Elektroauto ausprobieren und sich von Bertrand Piccard persönlich erzählen lassen, wie er sich nach der Non-Stop-Ballonfahrt mit dem Breitling Orbiter 3 vornahm, das nächste Mal die Erde ganz ohne Treibstoff zu umrunden.

Interessierte Fragen der Gäste

Im Anschluss an den Film beantworteten André Borschberg und Bertrand Piccard zahlreiche Fragen aus dem Publikum. So wollten beispielsweise zwei Personen wissen, ob der gelungene Nachtflug weitere Partner für das Projekt habe begeistern und auch politisch eine Veränderung habe auslösen können. Bertrand Piccard erklärte ihnen, dass zwar viele Politikerinnen und Politiker ihm gegenüber grossen Goodwill für Solar Impulse äusserten, sich das aber bei konkreten politischen Entscheidungen nicht bemerkbar mache.

Weiter bat ihn eine Frau um eine Botschaft für die junge Generation. Seine Antwort: «Die Kinder sollen eine eigene Neugier entwickeln, die sie zu vielen Fragen antreibt und ihnen die Angst vor der Zukunft, vor Neuem nimmt. Wir müssen ihnen unbedingt zeigen, wie man denkt, aber niemals was.»Selber äusserst aktiv im Umgang mit erneuerbarer Energie ist die Familie Erni aus Untersiggenthal. Sie hat für den wegweisenden Einsatz der Sonnenenergie beim Bau ihres Eigenheims und dem Erneuern eines Mehrfamilienhauses schon zweimal den Schweizer Solarpreis gewonnen. Vater Guido ist Biologe, Lehrer und Inhaber einer Firma im Solarbereich, Mutter Beatrice hat über zehn Jahre bei Swisscom gearbeitet und fühlt sich mit dem Unternehmen nach wie vor sehr verbunden. Es freut sie deshalb, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber sich bei Solar Impulse engagiert: «Es ist wichtig, dass die Botschaft von Bertrand Piccard in die Welt hinausgetragen wird, weil es ökologische Veränderungen braucht.» Sohn Sandro durfte sich noch am gleichen Tag über das Supporters Program auf der Website von Solar Impulse eine Solarzelle des Flugzeugs auswählen und adoptieren. «Damit wollen auch wir einen kleinen Baustein zu diesem grossartigen Vorhaben beisteuern», erklärt Guido Erni begeistert.

Ausblick auf die nächsten Etappen

Zum Schluss wagte André Borschberg auf Wunsch der Anwesenden einen Ausblick auf das zweite Flugzeug: «Es wird ähnlich aussehen wie das erste, jedoch leistungsfähiger sein und ein komfortableres Cockpit für längere Flüge bieten.» Ebenfalls durchblicken liessen die zwei Pioniere ihre Wunschdestinationen für die ersten internationale Flüge: Brüssel als politisches Zentrum Europas sowie die Pariser Luftfahrtschau (Paris Air Show), eine der weltweit wichtigsten Luftfahrtmessen.

(Andreas Renggli)

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