Solar Impulse und der Fall Bienlein
Als Solar Impulse im Sommer 2010 als erstes Solarflugzeug einen Nachtflug schaffte, gingen die Bilder dieses eleganten Vogels rund um die Welt. Zahlreiche Leute in der Schweiz wollten das Solarflugzeug live sehen, viele Interessierte im Ausland verfolgten das Ereignis im Fernsehen und im Internet. Nun werfen André Borschberg und Bertrand Piccard in einem Tagebuch einen Blick zurück auf diese bedeutende erste Etappe.
Unbekannte Details aus dem Hangar
Die beiden Pioniere decken spannende Details rund um das Solarflugprojekt auf. So erklären sie zum Beispiel mit anschaulichen Zeichnungen und leicht nachvollziehbaren Kommentaren, weshalb Solar Impulse viel mehr ist als nur ein Flugzeug. Zudem zeigen erläutern sie technische Details, die bisher nur die eigenen Ingenieure gekannt haben. Eindrücklich sind zudem die Porträts von zehn Personen aus dem rund 70-köpfigen Team von Solar Impulse sowie dem Team von Swisscom, das für die Entwicklung der satellitengestützten Kommunikationslösung zuständig ist. Sie machen deutlich, wie viel Wissen aus unterschiedlichsten Bereichen wie dem Bootsbau, der Formel 1 oder der Telekommunikation in das Projekt einfliesst und wie das Zusammenspiel dieser Fachleute einwandfrei funktionieren muss, damit das Flugzeug überhaupt abheben kann.
Verheerende Abhängigkeit von fossilen Energien
In einem weiteren Teil des Tagebuchs kommentiert Bertrand Piccard Zeitungsartikel zum Zustand unseres Planeten. Er räumt dabei mit dem Vorurteil auf, saubere Energie sei nichts als ein teurer Traum: «Der Preis von Solarenergie ist heute noch teurer als der Preis von Öl. Aber im Ölpreis ist eine Menge nicht mit eingerechnet: die Kosten der Ölkatastrophen, die Kosten der Umweltzerstörung, die Kosten des Klimawandels, die Kosten der wegen Ölvorkommen geführten Kriege usw. Wenn man all diese Kosten aufrechnet, dann sieht die Rechnung schon wieder anders aus. [...] Was wirklich teuer ist, das ist die Abhängigkeit von fossilen Energien.» Zu diesen Energieträgern zählen Kohle, Erdgas und Erdöl.
Das Geheimnis um Professor Bienlein
Zum Schluss präsentiert Bertrand Piccard ein paar ganz persönliche Souvenirs aus dem Archiv seiner Abenteurerfamilie. Zum Beispiel eine Originalausgabe von Jules Vernes inspirierendem Buch «Reise um die Erde in 80 Tagen», ein scharfzahniges Geschenk an seinen Vater oder den einst verlorenen Türgriff der Ballondruckkapsel, in der sein Grossvater 1931 den ersten Stratosphärenflug unternommen hat. Ganz am Ende des Tagebuchs lüftet er hinter der Maske von Professor Bienlein sogar noch ein kleines Geheimnis. Sein Grossvater Auguste Piccard diente bekanntlich als Modell für die Figur des eifrigen Forschers im Comic «Tim und Struppi». Doch der Zeichner Hergé machte aus dem knapp zwei Meter grossen Ballonpionier einen kleinen Professor: «Er musste Professor Bienlein kleiner zeichnen als meinen Grossvater, sonst hätte er das Format des Hefts vergrössern müssen.»
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