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Schindler gibt Solar Impulse weiteren Auftrieb

Bertrand Piccard und André Borschberg überreichen Alfred N. Schindler ein Bild vom Flug der HB-SIA über das Firmengelände von Schindler in Ebikon im Sommer 2010.
Bild: ar

Der Schweizer Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler wird nach der Deutschen Bank, Solvay und Omega vierter Hauptpartner von Solar Impulse. Im Interview erklärt Alfred N. Schindler, Verwaltungsratspräsident und CEO der Schindler Holding AG, was sein Unternehmen mit dem Solarflugprojekt von André Borschberg und Bertrand Piccard verbindet.

Herr Schindler, weshalb unterstützt Ihre Firma das Solarflugprojekt?

Unser Unternehmen verfolgt das gleiche Ziel wie Solar Impulse. Wir beide entwickeln Transportmittel, die so wenig Energie wie möglich brauchen. Wie die Techniker dieses visionären Solarflugzeugs ständig nach neuen Gewichtseinsparungen suchen, geht es auch in unserem Unternehmen immer darum, noch energieeffizientere sowie ressourcenschonendere Lifte und Rolltreppen zu entwickeln.

Wie ist es konkret zur Zusammenarbeit gekommen?

Ich wusste nicht, dass das Projekt noch einem vierten Hauptpartner offen stand. Ein gemeinsamer Freund von mir und Bertrand Piccard hat mich darauf hingewiesen. Für mich ist Solar Impulse eines der inspirierendsten Umweltprojekte, weil es ein starkes Signal ausstrahlt: Gesellschaftliche Routinen und etablierte Verhaltensmuster können nur mit grossem Pioniergeist verändert werden.

Beschränkt sich Ihr Engagement auf eine finanzielle Unterstützung?

Nein, überhaupt nicht. Von Beginn weg kam für mich nur eine enge Zusammenarbeit in Frage. Aus diesem Grund habe ich das Projekt von unseren Ingenieuren aus dem Bereich Forschung und Entwicklung begutachten lassen.

Und was fanden sie heraus?

Sie haben festgestellt, dass Solar Impulse technisch sehr gut zu Schindler passt. Auf der einen Seite können wir zum Beispiel unsere Kenntnisse über Gewichtsreduktionen beim Bau von Liftkabinen und über die Entwicklung von Steuerungssoftware einbringen. Im Hinblick auf die internationalen Flüge ist zudem unsere globale Logistik interessant. Umgekehrt wollen auch wir profitieren vom Wissen, das bei Solar Impulse bereits existiert und weiter entwickelt wird. Vom äusserst interdisziplinär zusammengesetzten Entwicklungsteam versprechen wir uns einiges. Weil es für wegweisende Innovationen Ingenieure braucht, die Systeme komplett neu erfinden und nicht nur punktuell verbessern können.

Mit welchem Betrag engagieren Sie sich?

Die Summe bewegt sich auf einer tiefen zweistelligen Millionenhöhe. Genauer geben wir darüber nicht Auskunft. Das hängt auch damit zusammen, dass wir heute erst am Beginn unserer Partnerschaft stehen und noch nicht bis ins Detail festgelegt ist, wie weit die technische Zusammenarbeit gehen wird. Das wird sich erst noch zeigen.

Sie erwähnten in Ihrer Ankündigung auch einen Solarlift.

Zurzeit entwickeln wir den weltweit ersten Lift, der mit Sonnenenergie betrieben wird. Er ist für Wohnhäuser bis zehn Etagen ausgelegt und benötigt für die Stromproduktion lediglich drei Quadratmeter Solarzellen. Dem ersten Käufer eines solchen Lifts biete ich die Anlage übrigens zum gleichen Preis an wie das herkömmliche Modell.

Es wäre aber sinnvoller, nicht nur den Lift, sondern das ganze Gebäude mit Solarenergie zu versorgen.

Natürlich erzeugt ein energetisch komplett eigenständiges Haus eine grössere Wirkung. Doch bis unsere Gesellschaft soweit ist, wird es noch eine Weile dauern. Mit dem Solarlift wollen wir schon in unserem Bereich einen Teil dazu beitragen.

(Andreas Renggli)

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