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Ein Astronaut für alle Fälle

Claude Nicollier an Bord der Raumfähre Discovery im Dezember 1999.

Er war der erste und einzige Schweizer, der je im All war. Nun hilft Claude Nicollier dem Solar-Impulse-Projekt in der Testphase mit seiner grossen Erfahrung.

Ihm gratulierte Alt-Bundesrat Adolf Ogi einst ins Weltall hinauf mit den Worten: «Freude herrscht, Monsieur Nicollier». Der Spruch ist längst zum geflügelten Wort geworden - und auch Claude Nicollier ist gewissermassen der Inbegriff des «geflügelten» Schweizers. Freude herrscht deshalb auch im Team von Solar Impulse, dass mit Nicollier eine veritable Koryphäe der Aviatik an Bord geholt werden konnte: Der frühere Astronaut, NASA-Tespilot und heutige Professor an der Lausanner EPFL ist Leiter des Flugtestteams von Solar Impulse.

Claude Nicollier wurde am 2. September 1944 in Vevey geboren. Ein Autounfall als 25-Jähriger schien seiner vielversprechenden Pilotenkarriere ein frühes Ende zu setzen, doch nachdem er im Juli 1969, nur drei Monate nach dem Unfall, die Mondlandung im Fernsehen gesehen hatte, wuchs ein neuer, weit kühnerer Traum. Und tatsächlich: Seinen ersten Raumflug unternahm er 1992 an Bord des Space Shuttles Atlantis, seinen vierten und letzten als bereits 55-Jähriger 1999. Auf diesem letzten Flug ins All machte er auch seinen ersten Weltraumspaziergang - und zwar einen ebenso wichtigen wie kniffligen, der über acht Stunden dauern sollte. Nicollier wurde die Aufgabe übertragen, das Weltraumteleskop «Hubble» zu reparieren, das wegen eines falsch geschliffenen Spiegels einen kleinen «Sehfehler» hatte. Nicollier hat im Ganzen fast eineinhalb Monate im All verbracht und die Erde viele Male umkreist - die Schweiz hat er dabei aber nie im Blick gehabt, da die Missionen immer Umlaufbahnen fern von Mitteleuropa hatten.

Im Frühling 2007 schied Nicollier aus dem Astronauten-Corps der europäischen Weltraumagentur ESA aus. Einen geruhsamen Lebensabend hat er aber noch lange nicht im Sinn. Er hat diverse andere Aufgaben übernommen - so sitzt er im Verwaltungsrat der Swatch Group und ist Präsident und Verwaltungsrat des Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique. Der studierte Astrophysiker versteht also von Technik ebenso etwas wie vom Fliegen. Ein perfekter Partner und Botschafter für das Solar-Impulse-Projekt.

(Roland Fischer)

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