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Solar Impulse startet in die zweite Saison

Die HB-SIA wird aus dem Hangar gerollt, zum Start des ersten Testflugs 2011.
Bild: Keystone

Heute Morgen ist das Solarflugzeug von Solar Impulse nach der Winterpause zum ersten – wegen eines kleinen Zwischenfalls verspäteten - Testflug in diesem Jahr abgehoben. Kurz nach Sonnenaufgang war es soweit.

Es war noch dunkel, als das Team von Solar Impulse das Flugzeug heute Morgen in Payerne aus dem Hangar und hinaus auf das Rollfeld zog. Vorsichtig wurde das Seitenleitwerk mit dem Heckrad auf den Boden gesenkt. Für den ersten Flug nach der Winterpause setzte sich wieder einmal Markus Scherdel ins Cockpit. Der erfahrene Testpilot war bereits bei den allerersten Flügen von Solar Impulse im vergangenen Jahr im Einsatz – danach sass meist André Borschberg am Steuerknüppel. Während sich die Sonne langsam am Horizont erhob, prüfte er die Funktionen des Flugzeugs und testete die vier Motoren, die im Winter revidiert worden waren. Dann ging es los. Wie gewohnt hob das Flugzeug bereits nach kurzer Distanz ab und stieg fast lautlos in den blauen Himmel. Bertrand Piccard freute sich, als er sah, wie das startende Flugzeug in der Morgensonne strahlte: «C’est simplement magnifique!»

Feuchter Zwischenfall

Dem ersten Flug voraus gingen einige Tests am Boden. Wie André Borschberg im Weblog von Solar Impulse berichtete, musste das Team letzte Woche noch einen Zwischenfall beheben: «Wasser ist ins Cockpit eingedrungen, nicht viel, aber genug, um unseren ersten Ausflug zu verzögern. Wasser in der Carbon-Sandwichstruktur ist schlecht. Es könnte in grosser Höhe gefrieren, Schäden verursachen und die Struktur schwächen. Zuerst mussten wir also das Flugzeug trocknen.» Am Montag konnte das Team dann die ersten Rolltest durchführen, bevor das Flugzeug heute in der Früh in seine zweite Saison startete.
Die Daten zum erfolgreichen Flug: Start: 07:52, Landung 10:10, maximale Höhe: 1828.8 Meter, Durchschnittsgeschwindigkeit: 74km/h.

Erster Einsatz der Swisscom-Kommunikationslösung

Während des zweistündigen Flugs rund um Payerne prüfte Markus Scherdel zahlreiche Funktionen sowie das Verhalten des Flugzeugs in der Luft. Zum allerersten Mal kam dabei auch die satellitengestützte Kommunikationslösung von Swisscom zum Einsatz. Sie wird besonders wichtig auf den langen Flügen ausserhalb der Schweiz. Das neue System wird Schritt für Schritt eingeführt. «Heute testeten wir die Übertragung von Messwerten (Telemetrie) aus dem Cockpit zur Bodenstation sowie die Sprachverbindung mit dem Piloten», erklärte Roger Jegerlehner von Swisscom Innovations. «Später werden die weiteren Funktionen für das Senden und Empfangen von Textnachrichten sowie für die Übertragung von Videos und Wetterkarten folgen.» Neben der neuen Kommunikationslösung via Satellit setzte Solar Impulse beim aktuellen Testflug auch seine bisherige Funkverbindung ein. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch um einen direkten Vergleich der beiden Kommunikationsnetze zu erhalten.

Bald geht es ins Ausland

Sofern sich bei der Auswertung des heutigen Tests zeigt, dass mit dem Flugzeug alles in Ordnung ist, wird André Borschberg das Steuer wieder von Testpilot Markus Scherdel übernehmen und bis Ende April noch weitere Testflüge rund um Payerne durchführen. Und wenig später wird der erste Flug über die Landesgrenzen hinaus erfolgen. Das genaue Programm für diesen Sommer wird Solar Impulse demnächst bekanntgeben - wir werden berichten.

(Andreas Renggli)

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