DE | FR | IT

Swisscom

  • City name
-

Mit Sonnenkraft durch die Nacht

Es ist vollbracht: André Borschberg freut sich über den gelungenen Nachtflug.
Bild: Keystone

Das Solarflugzeug von Bertrand Piccard und André Borschberg hat bewiesen, dass es auch in der Nacht fliegen kann. Die Solar Impulse war sogar länger unterwegs als geplant – über 24 Stunden war die HB-SIA in der Luft.

Nach den Problemen letzte Woche wurde der zweite Versuch zu einem über 24-stündigen Flug für die Solar-Impulse-Crew zu einem vollen Erfolg. Um 7 Uhr war die HB-SIA am Mittwoch Morgen gestartet, um 9 Uhr ist sie am Donnerstag morgen wieder gelandet.
Die Solar Impulse Crew dürfte in nächster Zukunft aber noch ganz andere Rekorde aufstellen, was die Flugdauer angeht: Hat sie doch mit diesem Test-Nachtflug gezeigt, dass die elektrotechnischen Systeme einen vollständigen Tag-Nacht-Zyklus bewältigen können. Und wenn ein solcher Zyklus möglich ist, dann sind es theoretisch auch unbeschränkt viele hintereinander.

«Ich glaube, ich war eine ganze Weile weg», sagt André Borschberg als erstes, als die Cockpitabdeckung geöffnet wird. «Es war noch eine andere Epoche, als du gestartet bist», antwortete Bertrand Piccard und fiel dem Piloten um den Hals. Die Crew feierte ausgelassen. Dabei verlor Bertrand Piccard sein grosses Ziel nicht aus dem Blick. Und dieses ist weniger technischer als politischer Natur: «Es geht hier nicht um eine Revolution des Flugverkehrs - es wird in absehbarer Zukunft keine Passagierflüge mit Solarenergie geben», sagte Bertrand Piccard bereits am frühen Morgen, «es geht um eine Revolution im Denken - wir sind nicht so abhängig von fossilen Energieträgern, wie wir immer denken. Das wollen wir mit Solar Impulse zeigen.»

Auch André Borschberg betonte, der gelungene Nachtflug sei der «wichtigste Meilenstein» des Projektes. «Wir haben bewiesen, dass es möglich ist. Und es lief alles so unglaublich gut.» Man hätte sogar diskutiert, den Flug noch fortzusetzen, weil man so gut unterwegs gewesen sei.

Ob er sich denn nun ein wenig entspannen werde, wurde Bertrand Piccard gefragt. «Nein», sagte er bestimmt, «wir können uns nun nicht zurücklehnen. Wir müssen diesen Erfolg nutzen, um erneuerbare Energien und saubere Technologien zu propagieren, in der Politik, in der Wirtschaft, bei den Konsumenten.» Gefeiert werden kann, wenn die Welt auf dem Weg in eine saubere und sichere Zukunft ist.

Kommenden Herbst beginnt Solar Impulse in Dübendorf mit der Entwicklung und dem Bau des zweiten, auf dem Prototyp HB-SIA aufbauenden Flugzeugs. Die HB-SIB soll voraussichtlich 2012 oder 2013 fertiggestellt sein. Die Finanzierung dieser Maschine, mit der Solar Impulse ab 2013 den Flug um die Welt antreten will, sei allerdings noch nicht gesichert. "Ich bin aber zuversichtlich, dass unser heutiger Erfolg viel dazu beitragen wird, neue Partner zu finden", so Piccard.


(Roland Fischer)

Diese Seite empfehlen

  •  Facebook
  •  Twitter
  • Google +1

Versenden

Empfänger
Absender
Kommentar

13 Kommentare

Werner Niederhäuser
Zürich

Gratulation die Kombination ist gut aufeinander abgestimmt. Aber - wie ich befürchtet...

08.Jul.2010
Andy Schaerer
Aargau

Mal abgesehen davon, dass das Projekt wirklich toll ist, teile ich Ihre Meinung voll und ganz. Endlich mal ein technisch und gesellschaftlich gutes Statement von jemandem an dieser Stelle. Gratuliere!

08.Jul.2010
Beobachter M
Solothurn

Gratulation ans Team um den Solar Impulse. Das Experiment hat international gute...

08.Jul.2010
Thomas Foppa
Bern

Nur weiter so lieber "Beobachter" aus Solothurn! Es wäre sicher so, wenn Leute wie Sie, die keine Ahnung von "Tuten und Blasen" haben und auf ewig "Sesselfurzer ohne Ideologien" bleiben, das Sagen hätten. Zum Glück gibt es noch Leute wie Piccard und Borschberg die an eine Zukunft glauben, innovativ sind und das positive Denken nicht verlernt haben.
Herzliche Gratulation meinerseits diesen Pionieren.
Ein Fortschritt kommt nicht automatisch, er muss erschaffen werden. Und dieses Erschaffen kann nur von Leuten erbracht werden, die sich von solchen mit einer Arroganz sondergleichen ausstaffierten "Beobachtern" nicht beirren lassen.

08.Jul.2010
H. Eberhard
Zürich

Dieses Experiment ist reine Geldverschwendung.
An Stelle Geld in die Grundlagenforschung zu stecken werden hier
private Hobbys finanziert.

08.Jul.2010