Keine Zukunft für Snake Plissken!
Kurt Russell entkommt bei kabel eins aus der Stadt New York, die ein einziges grosses Gefängnis ist.
Nun also "Total Recall". Der Regisseur Len Wiseman ("Underworld") hatte sich einst ein Remake der "Klapperschlange" als nächstes Projekt ausgekuckt, es dann aber zu den Akten gelegt. Stattdessen führt er Regie in der Neuauflage des Sci-Di-Actionthrillers, in dem einst Arnold Schwarzenegger spielte. Der Film kommt am 16. August in die Kinos. Auf ein Remake der "Klapperschlange" zu hoffen, dürfte indes zwecklos sein. Das Projekt liegt nicht mehr auf Hollywoods Tischen. Auch, weil sich im Internet Widerstand regte, ja gar Petitionen unterschrieben wurden. Wer noch überzeugt werden muss, dass eine Neuverfilmung nicht notwendig ist, schaut in dieser Nacht bei kabel eins vorbei.
"Nennen Sie mich Snake" - der Mann mit der Augenklappe hat nur noch seinen Stolz zu verlieren. Den wird er sich nicht nehmen lassen, auch nicht in der Hölle auf der Insel der Verdammten. Mit philosophischem Unterton erzählte Regisseur John Carpenter die Geschichte des ehemaligen Elite-Soldaten Snake Plissken (Kurt Russell).
"Die Klapperschlange" (1980) avancierte früh zum Klassiker. Zum einen aufgrund einer fesselnden Atmosphäre, die durch düstere Bilder vermittelt wird. Doch der Erfolg des Films hat eine Reihe anderer Ursachen.
Carpenter siedelte seine Zukunftsvision im New York des Jahres 1997 an: Ganz Manhattan ist ein hermetisch abgeriegeltes Gefängnis. Wer einmal drin ist, kommt nicht wieder raus. Die Insassen haben sich ihre eigene Welt errichtet, mit eigenen Gesetzen. Genau dort stürzt der Präsident der Vereinigten Staaten (Donald Pleasance) mit einem Flugzeug ab. Plissken erhält den Auftrag, den Präsidenten innerhalb von 24 Stunden zu finden und nach draussen zu bringen.
"Die Klapperschlange", in Deutschland so benannt nach einer Tätowierung Plisskens (die eigentlich eine Kobra darstellt), wurde zum Kultfilm einer ganzen Generation. Pessimistisch symbolisiert er die Hoffnungslosigkeit allen politischen Unterfangens in der Zeit des Kalten Krieges und bezieht dabei seine Faszination vor allem aus der anarchistischen Hauptfigur Snake Plissken, grandios dargestellt von Kurt Russell.
Nach jahrelanger Auszeit kehrt der inzwischen 60-Jährige nun wieder ins Filmgeschäft zurück. Im Gangsterfilm "The Black Marks" wird er den Kunstdieb und Draufgänger Crunch Calhoun spielen, der einen letzten Coup landen will. Mit seinem Bruder Nicky, den Matt Dillon verkörpert, plant er den Diebstahl eines wertvollen antiken Buchs. Bevor Russell sich jedoch als Bücherdieb versucht, wird er in dem Sport-Drama "Touchback" (Start noch nicht bekannt) zu sehen sein. Zudem ersetzt er den zunächst für die Rolle vorgesehenen Kevin Costner in Quentin Tarantinos neuem Film "Django Unchained", der Ende 2012 in die Kinos kommt.