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Zuger Stadttunnel: Es bleibt bei der ursprünglichen Variante

Das Konzept für den Stadttunnel Zug stösst auf breite Akzeptanz. Nach einer nochmaligen Prüfung der Portalstandorte hat das Begleitgremium entschieden, am Ursprungsprojekt festzuhalten, wie die kantonale Baudirektion am Dienstag mitteilte.

Seit gut 15 Monaten haben breite Kreise die Möglichkeit, an der Konzeption des Stadttunnels Zug aktiv mitzuwirken. Parteien, Verbände, Interessengruppen und Quartiervereine tun dies in einem Begleitgremium. Die nichtorganisierte Bevölkerung kann ihre Interessen regelmässig in so genannten Verkehrsforen einbringen.

Vor der Übergabe der Planung an die Fachleute wurden nochmals für alle Portalstandorte Alternativen geprüft. Die Ein- und Ausfahrten seien entscheidend, ob die Eingliederung des Tunnels in den Stadtkörper und sein Erschliessungsnetz auf verträgliche Weise gelinge, wird Baudirektor Heinz Tännler in der Mitteilung zitiert.

Das Konzept sieht einen unterirdischen Kreisel vor, der vier Verkehrsarme miteinander verbindet. Nach eingehender Prüfung war man sich im Begleitgremium einig, die vier Portale dort zu belassen, wo sie in der Ursprungsvariante eingeplant waren.

Vier Portale

Das Südportal soll den von der Artherstasse kommenden Verkehr noch vor dem Ortseingang beim Casino in den Tunnel führen. Für das Tunnelportal besteht im Bereich Frauenstein genügend Raum, wie die Baudirektion ausführt.

Enge Grenzen gesetzt seien wegen der knappen Raumverhältnisse im Bereich der äussern Altstadt dem Portal Ägeristrasse. Mit der Positionierung oberhalb des Knopfliweges und der Unterquerung der Löbernstrasse könne eine wichtige historische Quartierverbindung erhalten bleiben.

Das Portal Gotthardstrasse - hier kann nur eingefahren werden - liegt unmittelbar am Hangfuss. Die Lage sei aus stadträumlicher Sicht unproblematisch, heisst es in der Mitteilung.

Das Portal Industriestrasse - ausschliesslich als Ausfahrt konzipiert - liegt zwischen dem Bleichimattweg und der Haldenstrasse. Von dort wird der Verkehr über eine rund 50 Meter lange Rampe zur Industriestrasse geführt. Derzeit ist allerdings noch unklar, ob es die Rampe zwingend braucht.

Das eigentliche Nordportal des Stadttunnels ist in der Senke der Unterführung "Gubelloch" vorgesehen. Die Integration werde städtebaulich sehr anspruchsvoll sein, stellt die Baudirektion fest. Es bestehe aber die Chance, die heute unbefriedigende Situation im Bereich der Kreuzung mit der Baarerstrasse zu klären.

Noch einige offene Fragen

Laut Baudirektion bedeutet der Konsens bei den Portalstandorten noch lange nicht, dass damit alle Details geklärt sind. Noch könne aus der geschwungenen Einfahrt beim Casino ein rechtwinkliger Knoten mit Lichtsignal werden. Auch sei es möglich, dass auf die Ausfahrt Industriestrasse verzichtet werden könne.

Zudem erwartet die Baudirektion Auflagen der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK), die das Portal Ägeristrasse nahe der geschützten Altstadt begutachten wird. Derzeit noch ungeklärt ist ausserdem, wie die Verkehrsberuhigung im definierten Stadtraum genutzt werden soll.

Kosten von über 500 Millionen Franken

In den kommenden Monaten werden nun Fachleute die Vorgaben aus dem öffentlichen Mitwirkungsverfahren in ein Generelles Projekt umsetzen. Der Regierungsrat hat dafür dem Kantonsrat ein Kreditbegehren von 3,4 Millionen Franken gestellt. Das Parlament wird sich voraussichtlich Ende Februar damit beschäftigen.

Beim Generellen Projekt - auch dieses muss vom Kantonsrat genehmigt werden - geht es darum, die Linienführung, Anschlüsse und Portale festzulegen. Ergänzend dazu werden die flankierenden Massnahmen für das "Zentrum plus" im Grundsatz bestimmt. Die bisherigen Schätzungen gehen von Gesamtkosten in Höhe von rund 520 Millionen Franken aus.

(sda)

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