Kondukteure haben Angst vor Prügel
Tätliche und verbale Angriffe auf Kondukteure sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Nun fordert die Gewerkschaft mehr Personal.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Halbjahr 2008 wurden 115 Zugbegleiter von Passagieren so heftig attackiert, dass es zu Verletzungen und Arbeitsunfähigkeit geführt hat.
Hinzu kommen Beschimpfungen, Schubsereien und Pöbeleien, die gar nicht mehr gezählt werden. «Die sind für das Zugpersonal bereits Alltag», sagt Peter Moor, Sprecher der Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verbands (SEV) im Interview mit «.ch». Wen wunderts da, dass die Kondukteure Angst haben, zur Arbeit zu gehen. Sie fürchten um ihre Sicherheit.
Gewerkschaft fordert Zweierteams
«Besonders in den Regionen Zürich und Genf ist die Lage so unsicher, dass dort niemand mehr Kondukteur werden will», sagt Moor. In diesen Regionen gebe es einen Unterbestand an Zugsbegleitern. Deshalb fordert die Gewerkschaft eine Aufstockung des Personals. «In Fernverkehrszügen müssen Zugsbegleiter in Zweierteams unterwegs sein», sagt der Sprecher der Eisenbahnergewerkschaft. So könnten sie entschiedener gegen die aggressiven Passagiere auftreten und fühlten sich zudem sicherer. Peter Moor rechnet mit einer notwendigen Aufstockung von 100 neuen Zugsbegleitern.
SBB nimmt Forderung ernst
SBB-Mediensprecher Roland Binz äussert sich zur Forderung der Gewerkschaft: «Wir nehmen die Forderung des ZVP nach mehr Zugpersonal zur Kenntnis und besprechen diese zusammen mit den Zugpersonal-Vertretern. Wir nehmen deren Anliegen ernst und besprechen diese konstruktiv.»
(cb)