Vor 150 Jahren brach der amerikanische Sezessionskrieg aus
Als am 12. April 1861 Batterien der von der Union abgefallenen Südstaaten das von US-Truppen gehaltene Fort Sumter in Charleston (South Carolina) bombardierten, drohte die amerikanische Union an einem Jahrzehnte alten Gegensatz zwischen den Nord- und den Südstaaten zu zerbrechen.
Im Norden war seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine moderne Industriegesellschaft heran gewachsen, der Süden dagegen blieb eine agrarisch-feudale Pflanzer-Gesellschaft, die zur Bestellung ihrer Baumwoll-, Tabak- und Zuckerrohrplantagen die Arbeitskraft von fast vier Millionen "Negersklaven" einsetze.
Im Norden, der für seine Industrien freie Arbeitskräfte benötigte, forderten die "Abolitionisten" unter Berufung auf die Menschenrechte die Abschaffung der Sklaverei, während der Süden durch einen solchen Schritt um sein Baumwollmonopol fürchten musste.
Auslöser für den militärischen Konflikt war die Wahl des Republikaners und Abolitionisten Abraham Lincoln Ende 1860. Elf Südstaaten traten daraufhin aus der Union aus und bildeten Ende Februar 1861 die "Konföderierten Staaten". Da Lincoln die Auflösung der Union als unmöglich bezeichnete, wurde die militärische Auseinandersetzung unausweichlich.
Die Unions-Armee hatte anfangs Mühe
Trotz zahlenmässiger Unterlegenheit errangen die vom ausgezeichneten Strategen Robert E. Lee geführten Südstaatlertruppen in den ersten Kriegsjahren überraschende Erfolge über die zaghaft operierende Unionsarmee.
Bald aber konnte der Norden seine Potenziale an Soldaten und Material immer besser ausschöpfen und dem Süden durch eine Seeblockade die Zufuhr abschneiden. Die Wende kam mit den Siegen der Union in den Schlachten von Gettisburg und Vicksburg am 3./4. Juli 1863. Auf dem Schlachtfeld hielt Lincoln einige Monate später eine Rede, in der er die Abschaffung der Sklaverei zum endgültigen Kriegsziel proklamierte.
Noch knapp zwei Jahre dauerte der Verzweiflungskampf des Südens. Am 9. April 1865 musste Lee schliesslich in Appomatox bei Richmond vor dem Oberkommandierenden der Unionstruppen Ulysses S. Grant kapitulieren. Sechs Tage später fiel Präsident Lincoln den Kugeln eines fanatischen Südstaatlers zum Opfer, womit die Hoffnungen auf eine Versöhnung der beiden verfeindeten Landesteile zerstoben.
Gescheiterte Versöhnung
Die Südstaaten wurden bis 1877 unter Militärverwaltung gestellt. Ihre Wirtschaft wurde umgekrempelt, tiefgreifende Änderungen an den überkommenen gesellschaftlichen Strukturen des Südens blieben aber aus, die Gräben zum Norden blieben tief.
Die "befreiten" schwarzen Sklaven erhielten zwar 1866 die Bürgerrechte, doch blieben sie bestenfalls Menschen zweiter Klasse. An die Stelle der Sklaverei trat die Rassentrennung, die die Südstaaten ab 1876 in den sogenannten "Jim-Crow-Gesetzen" festschrieben.
Es brauchte noch einmal fast ein Jahrhundert, bis die Rassentrennung im Zuge der Bürgerrechtsbewegung 1964 unter Präsident Lyndon B. Johnson abgeschafft wurde. Dieser Schritt veränderte die politische Landschaft der USA nachhaltig. Die Südstaaten, einst ein Bollwerk der Demokraten, wurden zum Kernland der nach rechts gerückten Republikaner.
So wurde der erste schwarze US-Präsident Barack Obama 2008 als Kandidat der Demokraten, der ehemaligen Sklavenhalter-Partei, gewählt. Die Südstaaten stimmten dagegen fast geschlossen für seinen republikanischen Gegenkandidaten John McCain.
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