Sicher surfen mit dem Smartphone
Immer und überall mit dem Netz verbunden sein: mit einem Smartphone kein Problem. Der allgegenwärtige Anschluss ans Netz bringt aber leider nicht nur Komfort mit sich, er schafft auch viele neue Sicherheitsrisiken. Denn auf den Geräten finden sich viele persönliche und berufliche Daten wie Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Zugangsdaten für Internet-Dienste. Gelagen diese gebündelt in die falschen Hände, kann damit viel Schaden angerichtet werden.
Um diesen Risiken zu begegnen, bleibt den Nutzern nur die aktive Auseinandersetzung mit den Sicherheitseinstellungen ihres Handys. «Bei der Nutzung von internetfähigen Smartphones ist die Sicherheit und der Schutz der gespeicherten Daten genauso wichtig wie bei jedem anderen Computer auch», warnt beispielsweise Prof. Dieter Kempf vom «BITKOM», dem deutschen Bundesverband der IT-Branche.
Dabei sind es nur einige Schritte zu mehr Sicherheit auf dem Smartphone. Prof. Krempf rät zu folgenden Massnahmen, die viele Risiken von vorneherein beseitigen:
Werkseitige Sicherheitseinstellungen nutzen
Kennwortabfrage und andere standardmässige Schranken können ihre Wirkung nur entfalten, wenn man sie entgegen der eigenen Bequemlichkeit aktiviert lässt. «Sie sollten aktiv genutzt werden.» Gleiches gilt für die regelmässigen Software-Updates der Hersteller, die häufig bestehende Sicherheitslücken schliessen. Auch das klappt nur, wenn die Updates auch installiert werden.
Apps nur aus sicheren Quellen beziehen
Eine weitere Gefahrenquelle bilden derzeit die kleinen Zusatzprogramme, sogenannte Apps, die auf den Smartphones laufen. Über Suchmaschinen und Kommentare auf der App-Plattform selbst kann man sich schnell über die Vor- und Nachteile einer App informieren.
Wichtig dabei ist, das die Hersteller der mobilen Betriebssysteme nicht alle den gleichen Schutz bieten. Software im App-Store wird von Apple immer geprüft, bevor sie zugelassen wird. Zwar rutschen auch hier mal schädliche Programme durch, aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer als bei Googles Android.
Denn Apps im Android-Market werden von Google nur nach Beschwerde der Nutzer geprüft, einstellen kann dort erstmal jeder seine Programme. Zudem bietet Android die Möglichkeit, Programme zu installieren, die nicht über den Market heruntergeladen worden sind. Sollte diese Software schädlich sein, kann dann selbst Google kaum noch eingreifen.
Anders ist das beim neuen Windows Phone 7. Microsoft setzt ähnlich wie Apple auf eine geschlossene App-Plattform. Trotzdem ist grundsätzlich Vorsicht angebracht, vor allem bei kostenlosen Apps.
Zugriff auf notwendige Informationen beschränken
Die meisten Apps dienen einem bestimmten Zweck und sollten nicht auf mehr Informationen Zugriff haben als dafür notwendig. Eine Anwendung, die aktuelle Nachrichten aufs Handy bringt, braucht dafür keine GPS-Daten oder Adressen aus dem Telefonbuch. Verlangt das Programm trotzdem danach, nicht installieren.
Vorsicht mit «Hacking-Tools»
Das iPhone lässt sich «jailbreaken», Android-Geräte können «gerootet» werden. Damit werden Sperren ausgehebelt, wie etwa die Beschränkung auf einen Netzanbieter beim iPhone. Mit den Sperren können aber auch bestimmte Sicherheitsabfragen entfallen, ebenso wie die Garantie.
Bluetooth- und WLAN-Funktion nicht ständig einschalten
Beide Schnittstellen sind Einfallstore für Datendiebe. Wird die Verbindung nicht benötigt, sollte sie daher deaktiviert sein. Das schont zudem den Akku. Speziell bei WLAN ist es dringend angeraten, in offenen Netzwerken nur über eine HTTPS- oder VPN-Verbindung zu surfen, da ansonsten der Verkehr ausgelesen werden kann.
Rechnung stets aufmerksam kontrollieren
Ein beliebter Trick der Betrüger ist es beispielsweise, von gehackten Geräten SMS an teure Sonderrufnummern im Ausland schicken zu lassen. Die Extra-Kosten fallen dann nur auf der Rechnung auf.
Daten für den Fall eines Verlusts verschlüsseln
Smartphones werden genauso wie Handys gerne verloren oder geklaut. Für diesen Fall sollten die Daten mit einem Kennwort geschützt und eventuell mit spezieller Sicherheitssoftware verschlüsselt sein. Darüber hinaus erlauben einige Geräte die Datenlöschung per Internet oder SMS. Bei anderen Geräten kann das eine App erledigen, die natürlich installiert sein muss.
Bei Ausmusterung des Handys alle Daten löschen
Will man sein Smartphone weitergeben oder ausmustern, sollten alle gespeicherten Daten gelöscht werden. das betrifft die Speicherkarte wie den internen Telefonspeicher - beide am besten mit spezieller Software mehrmals überschreiben, erst dann ist sichergestellt, dass kein Zugriff auf die Daten mehr erfolgen kann.
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