Rummenigge spricht Klartext
Nach dem 0:1 in der Champions League gegen Basel hat Karl-Heinz Rummenigge erneut eine «Bankett-Rede» gehalten.
Der Boss des Rekordmeisters sprach im Saal «Sydney» des «Swissôtel Le Plaza» in ruhigem, sachlichen Ton, versuchte aber, die Mannschaft aufzurütteln. «Ihr müsst wach werden!», sagte Rummenigge kurz nach Mitternacht. Ausserdem bemühte er eine angebliche «Weisheit» des früheren Bundestrainers Sepp Herberger, wie Rummenigge es nannte: «Einer für alle, alle für einen.» Die beleseneren Spieler wussten: Das ist eigentlich der Leitspruch der drei Musketiere im weltberühmten Roman von Alexandre Dumas.
Die Bankettrede von Karl-Heinz Rummenigge im Wortlaut:
«Ich möchte die Niederlage nicht schönreden, es war kein gutes Spiel, aber das kann man noch packen. Ich glaube, es ist jetzt ein wichtiger Moment in der Saison von Bayern München. Wir haben wunderbare Zeiten gehabt an Weihnachten (...). Trotzdem macht man sich Sorgen, man macht sich Gedanken, was ist eigentlich passiert zwischen Weihnachten und heute, dass wir hier jetzt unzufrieden sitzen. Ich glaube, wir müssen jetzt trotz dieser ohne Frage schwierigen Situation, die wir uns speziell in den letzten beiden Spielen selbst eingebrockt haben, versuchen zusammenzustehen.
Es hat keinen Sinn, jetzt hier grossen Zirkus zu machen. Ich möchte an die Mannschaft appellieren: Ihr müsst wach werden! Ihr müsst bös' werden. Ich kann euch nur eines sagen: Es hat keinen Sinn, jetzt auf den Platz zu gehen und zu glauben, die Dinge werden sich von selbst regulieren. Das wird nicht der Fall sein. (...) Ihr müsst jetzt aggressiv spielen und ihr müsst die alte Sepp-Herberger-Weisheit 'einer für alle, alle für einen' wieder aus dem Hut zaubern. Und am Sonntag (gg. Schalke) geht's los, meine Herren!
«Ihr müsst jetzt diesen 'Good Will' zurückzahlen»
Das war heute, das wisst ihr selber, vom Ergebnis her nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Und trotzdem bin ich überzeugt, in drei Wochen können wir das packen. Aber ihr werdet die drei Wochen nutzen müssen, um in eine bessere Verfassung zu kommen. Wir haben am 19. Mai das Finale (in München) und da kann man sich nicht einfach so im Achtelfinale verabschieden. Wir müssen in den nächsten Wochen gemeinsam - gemeinsam ist die Parole - hart arbeiten, um aus der Scheisse, in die wir uns in den letzten Wochen reingespielt haben, wieder herauszukommen.
Ich fand es wunderbar, dass die Gäste, als die Mannschaft reinkam, diese mit Applaus empfangen hat. Das ist auch ein Zeichen, das sie an die Mannschaft glauben. Ihr alle müsst jetzt diesen 'Good Will' in den nächsten Wochen zurückzahlen.
Es ist ein Zeichen von grosser FC-Bayern-Qualität, dass die Familie im Zweifelsfall, wenn es schwierig ist, zusammenhält, um wieder rauszukommen.»