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Das neue Android-Spitzengerät: Samsung Galaxy SII

Bild: Samsung
Der Usability-Tester und Autor Alexander Hengesbach testet Smartphones und andere nützliche Geräte auf Herz und Nieren. Seine Besprechungen lesen sie ab sofort regelmässig auf Bluewin.
Bild: GfK SirValUse Consulting GmbH

«Von allem das Beste und Schnellste» scheint die Devise für das neue Spitzenmodell von Samsung gewesen zu sein, den Nachfolger des beliebten Galaxy S. Herausgekommen ist ein Super-Smartphone, das mit fantastischem Display, erstklassiger Kamera und rasend schnellem Prozessor begeistert.

Drei Millionen Vorbestellungen gab es für das Galaxy SII – kaum ein anderes Smartphone der letzten Monate wurde mit so viel Spannung erwartet, aber warum eigentlich? Das liegt vor allem am beliebten Vorgänger: Das Samsung Galaxy S war und ist nach dem iPhone das meistverkaufte Smartphone weltweit: Tolles grosses Display, gute Kamera und schneller Prozessor, und trotz der Grösse überraschend dünn und leicht. Ich selbst hätte es mir fast zugelegt. Doch beim Testen gab es immer wieder Dinge, die mich gestört haben: Kein LED-Blitz auf der Rückseite, unzuverlässiger GPS-Sensor, hin und wieder Abstürze, und dann diese unschönen Menü-Icons mit ihren zufälligen bunten Rahmen, so dass ich andauernd am Suchen war. All diese Schwächen hat der Nachfolger nun beseitigt. Und da Samsung auch in puncto Hardware ordentlich zugelegt hat, fällt das Fazit deutlich aus: Das Galaxy S II ist das beste Android-Smartphone, das es derzeit auf dem Markt gibt, wahrscheinlich sogar das beste Smartphone überhaupt.

Was das superflache Gehäuse angeht, setzt Samsung die Tradition des Galaxy S fort, mit 8,5 mm ist es sogar noch flacher als der Vorgänger. Kaum zu glauben, dass sich darin u. a. ein Doppelkern-Prozessor und eine 8 Megapixel Kamera verbergen. Die vielen Wartezeiten zwischen Menüs und beim Installieren und Laden von Apps, die ich von anderen Handys gewohnt bin, sind hier dermassen kurz, dass sich die Bedienung superflüssig anfühlt und richtig Spass macht. Und dann ist da natürlich noch das Display: Riesig (4,3"), scharf, mit brillanten Farben und sattem Schwarz.

Aber nur die neueste Hardware in einem Gerät zu versammeln heisst noch lange nicht, dass es auch gut benutzbar ist. Doch auch hier hat sich Samsung sichtlich Mühe gegeben. Die neue Oberfläche (Touchwiz 4.0 auf Android 2.3) ist toll, Standard-Anwendungen wie Kalender oder E-Mail etwa sind deutlich verbessert. So kann man jetzt bspw. schon in der Wochenansicht die Titel der Ereignisse lesen (vorher waren hier nur unbeschriftete Farbfelder zu sehen) und im Querformat seine E-Mails wie auf dem PC in Spaltenansicht lesen (mit Posteingang und Lesebereich auf einer Seite).

Von den vielen Highlights sticht eins heraus: Die Kamera (8 Megapixel) ist neben der des Nokia N8 die beste, die ich bisher in einem Smartphone gesehen habe, perfekt für Foto ebenso wie Video. Besonders gut ist die Weitwinkel-Linse, mit der man auch bei wenig Abstand zum fotografierten Objekt viel aufs Bild kriegt. Dazu gibt es zahlreiche Einstellmöglichkeiten, frei belegbare Schnellzugriffe für wichtige Funktionen und vor allem scharfe, natürlich wirkende Fotos. Und der legendäre Comic-Modus des Vorgängers ist wieder mit an Bord.

Trotz allen Lobes gibt es aber dennoch einen Nachteil: Die Grösse des Displays. Sie ist zwar in vielen Anwendungen ungeheuer praktisch, z. B. beim Surfen oder E-Mailen, im Ausgang hingegen fand ich das Telefon, trotz seiner erstaunlich flachen Bauweise, hin und wieder sperrig; insbesondere wenn ich es versucht habe zusammen mit anderen Dingen in meinen Hosentaschen unterzubringen. Diejenigen, die ein kompaktes Smartphone suchen, werden sich daher wohl für ein anderes Modell entscheiden. Wer mit dem grossen Display kein Problem und das nötige Kleingeld hat, braucht hingegen nicht lange zu überlegen: Kein anderes Smartphone ist derzeit besser.

(ah)

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