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Grösser, schneller und vor allem lauter: Das HTC Sensation XL mit Beats Audio im Test

Bild: Samsung
Der Usability-Tester und Autor Hendrik Wilmanns testet Smartphones und andere nützliche Geräte auf Herz und Nieren. Seine Besprechungen lesen sie ab sofort regelmässig auf Bluewin.
Bild: GfK SirValUse Consulting GmbH

Mit dem im Sommer 2011 erschienenen Sensation hat HTC gerade in der Schweiz grosse Erfolge gefeiert, das High-End-Modell verkaufte sich gut. Nun wird abermals draufgelegt: «Sensation XL» heisst das Nachfolgermodell, bei dem alles noch etwas gewaltiger und schneller geworden ist. Wirklich sensationell ist dabei jedoch etwas ganz Anderes, denn mit dem XL wird eine alte Schwäche HTCs zu Grabe getragen, die mit der Benutzeroberfläche nur indirekt zu tun.

HTC als Innovationsmotor

Die Smartphone-Welt dreht sich bekanntlich schneller als die Restwelt, und HTC hatte in den letzten Jahren massgeblichen Anteil daran. Einige der coolsten Innovationen stammen von den Taiwanesen, z. B. die «Friendstream»-App für Social Networking, oder die «Telefongesten» (die mittlerweile auf fast allen HTC-Smartphones einwandfrei funktionieren): Beim Umdrehen auf die Front wechseln Geräte in den Lautlos-Modus (eingehender Anruf), in Taschen klingeln sie automatisch lauter, und das Umdrehen auf die Front während des Gesprächs aktiviert den Freisprecher. Technik-Fans werden zudem wissen, dass nur bei HTC die automatische Anpassung von Text auf Seitenbreite beim Surfen wirklich perfekt funktioniert. 

So auch beim Sensation XL, das ähnlich wie schon das Sensation ein absoluter Allrounder ist: Das 4,7" Display ist zwar etwas gross, macht dafür aber das Anschauen von Fotos und Videos zu einem ganz neuen Smartphone-Erlebnis, sodass der Rechner daheim immer häufiger ausbleibt. Die Kamera liefert bei Nahaufnahmen Fotos und Videos in sehr guter Schärfe, die Business-Eignung ist annähernd perfekt, die Einbindung sozialer Netzwerke wie immer bei HTC vorbildlich. 

Und wer viel am Smartphone schreibt, wird auch die Grösse zu schätzen wissen, denn im Querformat mit etwas Übung und eingeschalteter Wortkorrektur (Hochdeutsch) lässt sich wirklich hervorragend tippen. Ach ja, und dann ist da noch der Prozessor: Der 1,5 GHz-Dual-Core ist aktuell Spitze am Markt, und es macht auch definitiv Spass, in zwei Minuten ein Dutzend Apps zu laden und zu installieren (geht wirklich!).

Der wahre Star sind diesmal die Kopfhörer - Dr. Dre benutzt sie auch

Angesichts der innovationstreibenden Kraft HTCs war ein Aspekt immer verwunderlich – warum werden diese schlechten Headsets mitgeliefert? Denn HTC verwandte bisher, sogar bei Spitzen-Smartphones, Headsets der Baureihe RC, die detailarmen und basslosen Sound lieferten. Modell für Modell war es das gleiche Bild, sodass es dann tatsächlich etwas überraschend war, als HTC kürzlich den Mehrheitsanteil der kalifornischen Highend-Audiomarke «Beats by Dr. Dre» erwarb und das Ziel verkündete, nicht nur alle Spitzenmodelle ab sofort mit absolut hochwertigen Headsets zu versehen, sondern auch die automatische Klangverbesserung «Beats Audio» flächendeckend zu etablieren. 

Hinsichtlich der Headsets kann der Käufer zwischen zwei Varianten entscheiden, dem In-Ear-Modell «Monster iBeats»  oder dem «Monster Beats Solo», beide Modelle kosten normalerweise rund 200 Franken. Zusammen mit «Beats Audio» ist das Audioerlebnis absolut beeindruckend: Wenn auch etwas basslastig, Musikdetails kommen insgesamt deutlich besser zur Geltung. Das Ganze mag etwas protzig daherkommen, aber das gilt schliesslich auch für das Telefon – XL eben. Uneingeschränkt positiv ist dafür die Qualität beim Telefonieren mit dem Headset: Bei den getesteten «Monster Beats Solo» ist das Mikro direkt neben dem Mund positioniert – es liefert bei guter Verbindung perfekten Klang beim Gegenüber, und auch das beim XL-Besitzer Ankommende ist ganz exzellent.

Ein paar kleine Schwächen gibt es auch

Ist das Sensation XL damit das beste Smartphone aller Zeiten? Nicht ganz. Die Kamera ist gut von der Schärfe, aber Bilder sind oft etwas rotstichig. Zudem ist das Display bei Auto-Helligkeit etwas blass, sodass man lieber gleich darauf verzichtet und die geringere Akkulaufzeit in Kauf nimmt. Und schliesslich fragt man sich, weshalb bei 12,6 GB effektivem (der Rest der 16 GB wird vom System gefressen) und nicht erweiterbarem Speicher Schluss ist - gerade bei der insgesamt sensationellen Eignung zum Musikhören wäre etwas mehr XL in diesem Punkt angebracht gewesen. Ansonsten: Beide Daumen hoch! Und mit den «Beats by Dr. Dre»-Kopfhörern werden sich viele gleich doppelt so cool fühlen.   

(hw)

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