Smartphone-Nutzung ohne kalte Finger: «E-Tip»-Handschuhe von The North Face
Welcher Smartphone-Nutzer kennt im Winter nicht das Problem: Man steht z. B. an der Bushaltestelle und will einen Blick auf sein Handy werfen, bis man feststellt, dass sich das Gerät mit Handschuhen nicht einmal entsperren lässt. Und so sieht man inzwischen immer mehr Menschen im Winter mit ausgezogenen Handschuhen frierend E-Mails schreiben oder Angry Birds spielen. Manche, die ihre Handschuhe nicht ausziehen wollen, benutzen für einfachere Eingaben sogar ihre Nasenspitze.
Handschuhe und Smartphones, wieso funktioniert das nicht?
Der Grund, warum zwar die Nase für Eingaben funktioniert, nicht aber der Handschuh, liegt an der Technik, mit der die meisten Displays Berührungen erkennen. Während noch vor wenigen Jahren hauptsächlich Bildschirme verwendet wurden, die auf Druck reagieren (z. B. mit dem Fingernagel), sind die meisten Handydisplays heutzutage sogenannte kapazitive Touchscreens. Diese Technik erkennt Berührung darüber, ob der Gegenstand elektrischen Strom leitet oder nicht (bzw. zu wenig). Ein Finger ist ausreichend leitfähig, ein Stück Stoff hingegen nicht.
Die Lösung
Verschiedene Hersteller haben das Problem erkannt und bieten Handschuhe an, mit denen sich Touch-Bildschirme bedienen lassen. Einer davon ist der amerikanische Hersteller The North Face mit seiner «E-Tip»-Serie: Bei diesen Handschuhen befindet sich an der Kuppe von Daumen und Zeigefinger jeweils ein Stück Stoff, das Silberfäden enthält und dadurch leitfähig ist (Fotos dazu finden Sie in unserer Bilderstrecke). Doch während schon die Bedienung eines Tastenhandys mit Handschuhen kaum gelingt, wie soll man dann erst ein Smartphone bedienen können, wo hier doch noch mehr Fingerspitzengefühl gefragt ist? Überraschenderweise funktioniert es: Besonders mit der Spitze von Daumen und Zeigefinger kann man selbst kleinere Bereiche des Bildschirms erstaunlich präzise treffen. Der Berührungspunkt ist im Vergleich zur Bedienung ohne Handschuhe zwar etwas anders, aber mit ein wenig Übung lassen sich sogar ganze SMS schreiben - und das mit nur geringfügig mehr Vertippen als mit blossen Händen.
Nachteil: Die Präzision der Handschuhe bezahlt man mit einem verhältnismässig dünnen Stoff, der sie bspw. zum Fahrradfahren bei Minusgraden weniger geeignet macht. Die dickere und winddichtere Version aus Fleece schafft hier zwar Abhilfe, liegt aber weniger eng an und verringert dadurch etwas die Treffgenauigkeit. Auch die deutlich erkennbare Aufschrift «E-Tip» am Daumen und das Einschalten-Symbol am Zeigefinger sind alles andere als unauffällig, so dass man Gefahr läuft, als Smartphone-Nerd durchzugehen. Ob einen das stören sollte ist eine andere Frage - sicher ist, dass man auch im Winter endlich entspannt das Handy benutzen kann, während die anderen Smartphonejunkies an der Bushaltstelle schon wieder kalte Finger bekommen.
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