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Größenwahn oder echter Mehrwert? Das Samsung Galaxy Note mit 5,3"-Display

Bild: GfK SirValUse Consulting
Der Usability-Tester und Autor Dennis Kleine-Wilde testet Smartphones und andere nützliche Geräte auf Herz und Nieren. Seine Besprechungen lesen sie ab sofort regelmässig auf Bluewin.
Bild: GfK SirValUse Consulting

Im Android-Lager überbieten sich die Hersteller gegenseitig mit immer grösseren Touchscreens. Aktueller Höhepunkt: Das Samsung Galaxy Note, dessen Displaydiagonale sage und schreibe 5,3" oder knapp 13,5 cm misst.

Am Anfang war das iPhone mit seinem 2007 noch riesig anmutenden 3,5" Touch-Display. Mitte 2011 messen die Displays der HTC-, Samsung- und Sony Ericsson-Flaggschiffe schon 4,3" bzw. 4,2". Es folgen das HTC Sensation XL mit 4,7" und das Samsung Galaxy Nexus mit 4,65". Aber mit einem zweiten Platz gibt sich Samsung längst nicht mehr zufrieden und setzt mit dem Note noch einmal deutlich einen drauf. Aber bedeutet ein grosses Display tatsächlich einen Nutzengewinn? Oder geht es hier etwa nur ums Prestige?

Grosser Bildschirm bei Smartphones: Vorteil und Nachteil zugleich

Fotos, Videos und Websites kommen auf dem Note natürlich perfekt zur Geltung. Das ist auch kein Wunder, schließlich stellt das brillante Display dieselbe Anzahl von Pixeln dar wie ein durchschnittliches Notebook. Kam man sich früher beim Surfen mit Smartphone vor, als müsse man eine Tageszeitung mit der Lupe absuchen, steigt die Übersichtlichkeit auf dem grossen Bildschirm enorm. Man sieht eben einfach mehr von allem.

Auf der anderen Seite besitzen aber auch kleine Touchscreens klare Vorteile: Hält man beispielsweise das iPhone in einer Hand, reicht man mit dem Daumen bequem über das komplette Display - wohl auch ein Grund warum Apple seit 5 Jahren am 3,5"-Format festhält. Ob man sich hier tatsächlich für die perfekte Grösse entschieden hat, sei dahingestellt, prinzipiell gilt aber: Je grösser das Smartphone-Display, desto schwieriger die Bedienung mit einer Hand. Die 5,3" des Note machen es einem in der Tat nicht gerade einfach. Und auch beim Tippen mit beiden Daumen im Querformat, das geübte Nutzer normalerweise aufgrund der höheren Tippgeschwindigkeit bevorzugen, muss man seine Finger schon richtig strecken.

Ein Stift soll die Texteingabe erleichtern

Doch die Samsung-Entwickler haben sich ein paar Tricks für die Texteingabe einfallen lassen: Im Hochformat lässt sich die Tastatur für einhändige Verwendung verkleinern und für Rechts- und Linkshänder passend am gewünschten jeweiligen Displayrand anheften. Das eigentlich Highlight ist dann aber der Eingabestift: Die Bedienung per "S Pen", wie Samsung seinen Stylus nennt, fügt der Touchbedienung mit dem Finger eine interessante Variante hinzu, die den ein oder anderen an Organizer der 90er Jahre erinnern dürfte. Und tatsächlich wünschen sich insbesondere Smartphone-Einsteiger der älteren Generation, die die Texteingabe vielfach als recht mühsam empfinden, einen solchen Eingabestift.

Doch mit dem Stift lassen sich nicht nur Tasten und Schaltflächen präzise treffen, in einem speziellen Eingabefeld kann man auch Buchstaben und ganze Wörter auf das Display malen: Die Software erkennt diese und wandelt sie in Text um. In sämtlichen Anwendungen lässt sich diese Eingabemethode alternativ zur Tastatur nutzen, zum Schreiben von SMS oder E-Mails oder zum Verfassen von Notizen. Wirklich Spass macht es, aufgenommene Fotos vor dem Versenden an Freunde und Bekannte noch schnell mit einem Smiley oder einem handgeschriebenen Kommentar zu versehen.

Fazit

Am Ende stellt sich schlicht die Frage, ob man sich an die wahnsinnige Grösse gewöhnen kann. Hier kann man nur zum selber Ausprobieren raten. Zweifellos ist das Samsung Galaxy Note ein Top-Smartphone, das viele positive Eigenschaften (inklusive der grossartigen Kamera) vom extrem erfolgreichen Galaxy SII erbt, dank einzigartigem Display und Stiftbedienung aber trotzdem etwas ganz Besonderes ist.

(dkw)

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