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Ein Display macht die Biege

Bildschirme in Form gebracht: Das Display wird flexibel.
Bild: Samsung
Bis zur Zukunft ist es nicht weit, jeden Tag läuft sie uns in der Form von Ideen über den Weg. Wie diese Ideen unser Leben beeinflussen - ob zukünftig oder heute schon - darüber macht sich unser Autor Göran Hielscher in der Serie «Zurück in die Zukunft» Gedanken.
Bild: zVg

So wie vor einhundert Jahren kaum jemand geglaubt hätte, dass ein dickes Alurohr mit Flügeln und einer Turbine 300 Menschen über den Ozean fliegt, hätte der Erfinder der ersten Bildröhre es sich auch nicht träumen lassen, dass Displays eines Tages roll- oder gar faltbar sein werden. Die Zukunft belehrt uns eines Besseren.

Schon in den Achtzigerjahren träumten Science-Fiction-Autoren wie Ingenieure von faltbaren und somit mobileren und flexibel einsetzbaren Bildschirmen. Auch Fashion-Visionen von tragbaren Fotogalerien auf Taschen und Jeansjacken befeuerten diese Fantasien.

Wettkampf fördert Wettbewerb

Die Technologieriesen Samsung, Nokia und HP verwiesen schon früh auf den Zukunftstrend der biegsamen Displays. Samsung ist heute durch sein für 2012 angekündigtes Galaxy Skin mit dem AMOLED-Screen der Hoffnungsträger der Branche. Das 840 x 400 Pixel grosse Display soll sich zu einem Zylinder von 2,5 cm Durchmesser zusammenrollen lassen. Aber auch Nokia zieht nach: Das Kinect Display ermöglicht eine Steuerung durch Biegen und Verdrehen des Handys.

Gekrümmte Visionen

Diese OLEDs (organic light emitting diode: organische Leuchtdiaode) genannten Bildschirme sind in mehreren Schichten aus verschiedenen Materialien in komplexer Technik aufgebaut und glänzen durch einen hohen Kontrast. Im Vergleich zu Flachbildschirmen kommen sie ohne Hintergrundbeleuchtung aus. 

Da sie farbiges Licht ausstrahlen, ist langfristig auch eine bessere Farbdarstellung zu erwarten als bei herkömmlichen Screens. Zudem benötigen sie weniger Energie, was sie besonders attraktiv macht für die Verwendung in mobilen Endgeräten. Die enorm dünne Gestaltbarkeit lässt hier visionäre Studien zu – Sony z.B. stellte auf der Display 2008 einen 0,3 mm starken Bildschirm vor.

Zudem profilieren sich OLEDs durch enorme Reaktionszeiten von bis zu einer Mikrosekunde. Das macht sie bis zu 1000 Mal schneller als einen herkömmlichen LCD-Bildschirm. Ebenso vorstellbar sind die verbesserten Anwendungsbereiche der visuellen Komponenten für Mobilgeräte oder Präsentationsmedien; die Kopplung an Sprachumwandler für gehörlose Menschen soll ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen.

Flexibel gleich flexibel?

Eine Herausforderung ist jedoch noch die recht überschaubare Lebensdauer, weil Teile der Screens aus organischen Materialien geschaffen sind. Dabei ist die positive Kerneigenschaft der Flexibilität leider auch noch ein die Langlebigkeit einschränkender Faktor. Durch das strapazierte Material wird die Fehleranfälligkeit erhöht. 

Zudem ist hier auch vorerst nur die Rede von flexiblen Displays: Aber an den Antworten auf die Fragen nach flexiblen Gehäusen, Akkus, Platinen und Kameralinsen wird tief in den Entwicklungslabors getüftelt.

(gh)

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