Microsoft startet Werbeattacke gegen Google
Vergangene Woche kündigte Google Änderungen bei seinen Datenschutzbestimmungen an. So verschwinden die Grenzen zwischen den verschiedenen Google-Angeboten und gesammelte Nutzerdaten werden in allen Diensten genutzt um beispielsweise relevantere Werbeanzeigen zu platzieren. Die Änderungen stiessen auf breite Kritik bis hin zu Mitgliedern des US-Kongresses, die eine weitere Erosion der Privatsphäre befürchten.
Konkurrent Microsoft macht sich die Kontroverse nun zu Nutze und wird in überregionalen amerikanischen Tageszeitungen wie der «New York Times», «USA Today» und dem «Wall Street Journal» grossflächige Anzeigen schalten. Der Konzern veröffentlichte den Werbetext der ersten Anzeige vorab auf seinem offiziellen Blog.
Unter der Überschrift «Menschen zuerst» schreibt Microsoft, dass es Google für seine Nutzer schwerer mache, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. Wörter wie «Transparenz» oder «Einfachheit» in den neuen Datenschutzbestimmungen verdeckten die wahre Absichten Googles, dass seinen Werbekunden mehr Daten über Nutzer zu Verfügung stellen wolle. Wenig subtil wird am Ende der Anzeige auf Microsoft-Dienste wie Hotmail, Bing oder Office 365 als vermeintlich sichere Alternativen hingewiesen.
Bei Webangeboten hinkt Microsoft Google bereits seit Jahren hinterher. So hat Bing in den USA laut einer Studie von comScore einen Marktanteil von knapp 15% bei Suchmaschinen. Zum Vergleich: Die Google Web Suche ist für 66% der Suchanfragen verantwortlich. Mit der aktuellen Kampagne, die mit zwei weiteren Anzeigen in den kommenden Tagen fortgesetzt wird, will sich Microsoft als der nutzerfreundliche Gegenpol zur «Datenkrake» Google positionieren und hofft so, verlorenen Boden wieder gut zu machen.
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