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Sounds und Bleeps zum Selbermachen

Mit Apps passt der Synthesizer in die Hosentasche.
Bild: Getty

Klangtüftler aufgepasst: Sound Design ist auch ohne Laptop möglich. Diese Synthesizer-Apps beweisen es – und es sind nur sechs von vielen Hundert.

Es gibt im iTunes Store fast 20’000 Apps in der Kategorie «Musik», und auch der Android Market verzeichnet eine zunehmende Zahl von Musik-Apps. Die besten Sampling-Progrämmchen fürs Smartphone haben wir bereits vorgestellt – jetzt folgen die interessantesten Synthesizer für iPhone, iPad und Android-Devices. Es versteht sich von selbst, dass dabei nur ein kleiner Ausschnitt aus dem riesigen Vollprogramm gezeigt werden kann.

Der Variantenreichtum umfasst vom simplen Pieps-Oszillator bis zum ausgewachsenen Virtual-Analog-Synthi so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Einige Apps bieten raffinierte Multitouch-Unterstützung und lassen sich sogar mit dem Bewegungssensor des Telefons oder Tablets steuern. Wieder andere arbeiten naht- und drahtlos mit einem Software-Synth auf dem PC oder Mac zusammen.

Mini Synthesizer

Diese Android-App emuliert den Synthi-Klassiker Minimoog und bietet dementsprechend drei Oszillatoren plus einen Noise-Generator, ein Filter und zwei Hüllkurvengeneratoren. Damit lässt sich der analoge Sound früherer Jahrzehnte wieder zum Leben erwecken. Im Gegensatz zum Hardware-Minimoog kann man den Mini Synthesizer auch mehrstimmig spielen. Für Geräte mit schnellem Prozessor stehen diverse Optionen für noch fetteren Sound zur Verfügung. Neben diesem virtuell-anlogen Minimoog gibt es vom gleichen Entwickler verschiedene weitere Android-Synthis wie BME, OBx, uSonic und Axxe.

Mini Synthesizer, Android, Fr. 1.20

Saucillator

Ein ganz anderes Biest ist der Saucillator, der dem Korg-Hardwareteil Kaossilator nachempfunden ist. Auf einer Multitouch-Fläche bespielt man zwei Oszillatoren und einen LFO und erzeugt Soundteppiche, die rasch einmal ziemlich abgefahren klingen. An Wellenformen stehen aktuell nur Sinus, Sägezahn und Puls sowie eine „Singende Säge“ bereit. Der Entwickler hat aber schon eine neue Version mit vielen zusätzlichen Features versprochen. Antesten lohnt sich schon jetzt, schliesslich kostet der Saucillator nichts.

Saucillator, Android, gratis

Addictive microSynth / Addictive Synth

Vom deutschen Hersteller Virsyn, bekannt durch diverse High-End-Softsynths für Mac und PC, kommen diese beiden Apps für iPhone beziehungsweise iPad. Beide Varianten überzeugen durch hervorragenden Klang und ausgefeilte Möglichkeiten fürs Sound Design. Das Funktionsprinzip nennt sich dynamische Wavetable-Synthese: Als Basis dienen Wellenformen, die man wie die Filterkurven sogar mit dem Finger zeichnen kann. Der integrierte Arpeggiator spielt auf Tastendruck frei definierbare Tonfolgen mit bis zu 32 Schritten ab, und auch ein Loop-Recorder mit vier Tracks ist mit an Bord.

Addictive microSynth, iPhone, Fr. 2.– / Addictive Synth, iPad, Fr. 10.–

Alchemy Synth Mobile

Hier lassen sich die Wellenformen zwar nicht selbst definieren. Aber die mitgelieferten 25 Sounds sind vom Feinsten, denn die Synthesizer-Engine entspricht voll dem bekannten Alchemy-Plug-in für Mac und PC. Jeder Sound besteht aus acht Varianten, zwischen denen man über das Remix Pad beliebig hin- und hermorphen kann. Noch mehr bietet der Pro-Upgrade, zu dem man per In-App-Kauf gelangt: Dann unterstützt Alchemy MIDI-Steuerung und WAV-Export und bietet 125 Sounds mit insgesamt 400 Varianten. Zusätzlich kann man Sound-Libraries für verschiedene Styles wie Dance&Trance, Dubstep oder Filmmusik mit jeweils 50 Sounds dazukaufen.

Alchemy Synth Mobile, iPhone und iPad, gratis; Pro-Upgrade, Fr. 15.–; Sound-Libraries, je Fr. 5.–

Curtis Heavy / Curtis for iPad

Achtung, jetzt wird’s experimentell! Curtis Heavy (für iPhone) und Curtis for iPad sind Granular-Synthesizer. Die Apps zerstückeln selbst aufgenommene oder per iTunes importierte Samples in viele kleine Abschnitte, die so genannten Grains. Auf der zentralen Achse lassen sich die aufgereihten Grains vor- und rückwärts abspielen – der Finger dient quasi als Tonkopf, der auf der Aufnahme hin- und herfährt. Oder man spielt einen begrenzten Teil des gesamten Sounds als Loop. Das Ganze lässt sich aufzeichnen und zur Weiterverwendung in anderen Musik-Apps als WAV oder MP3 speichern. Die iPad-Version bietet massiv mehr Einstellmöglichkeiten und eine kleine Onscreen-Tastatur.

Curtis Heavy, iPhone, gratis / Curtis for iPad, Fr. 10–

VL1-Tone Synth

Zum Schluss noch ein Läckerli für Android: Diese App macht das Casio-Teil VL1 aus den 80er-Jahren nach, sieht genauso aus und spielt cheesige Low-Fi-Sounds ab. Die Funktionalität ist beschränkt, es fehlt zum Beispiel der Step-Sequenzer des Hardware-Originals. Dafür ist die App aber völlig gratis. Und wer weiss, vielleicht ringt sich der Entwickler noch zur Programmierung zusätzlicher Funktionen durch.

VL1 Tone Synth, Android, gratis

(inhalte.ch)

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