DE | FR | IT

Swisscom

  • City name
-

«… nur das Resultat stimmt nicht»

Aus und vorbei für Roger Federer und Stanislas Wawrinka.
Bild: Keystone
Der Lausanner musste wenig überraschend nur wenige Fragen beantworten.
Bild: Keystone
Präsentiert von:
-

Roger Federer scheint erneut weniger enttäuscht zu sein als seine Fans. Das Team sei «eigentlich» sogar zufrieden. Wobei ...

Die Szene war symptomatisch, sie passte perfekt zur Schweizer Schlappe gegen die USA. Roger Federer schlug nach einem kurzen Volley der Amerikaner ein Luftloch. Der Ball war auf einem Sandhäufchen versprungen. Der Punkt schien eigentlich bereits gewonnen. Eigentlich. Stattdessen hiess es Matchball USA. Sekunden später hatte die Schweiz auch das Doppel verloren und war im Davis Cup ausgeschieden. Es war nicht das einzige Mal, dass der Sandplatz den Schweizern einen Streich spielte. Sie bekundeten mehr Mühe mit der Unterlage als die Gäste. Heimrecht ade.

Ebenfalls ins Bild passte, dass ein Sponsor unmittelbar nach der Partie im Medienzentrum Gratis-Champagner offerierte. Die meisten Gläser blieben stehen, erst später wurden sie getrunken. Doch wirkt Champagner wirklich bei Frust? Wobei, Roger Federer war gar nicht einmal gross enttäuscht. «Alle hier sind eigentlich zufrieden, nur das Resultat stimmt nicht», sagte er an der Medienkonferenz. Er sei nicht allzu enttäuscht, da sie gegen ein starkes Team verloren hätten und die Niederlage nicht nach fünf, sondern bereits nach drei Spielen zustande gekommen sei. «Ich finde, Stan und ich haben grösstenteils gut gespielt, die Amerikaner waren einfach einen Tick besser.» Sie hätten trotz der 0:3-Niederlage einmal mehr bewiesen, dass sie mit den besten Teams mithalten können. Die Aussage erinnerte an die Zeiten der Schweizer Fussballnationalmannschaft der 80er-Jahre. «Wir waren nahe dran», urteilte Federer, und fügte an, «alles, was man geben kann, ist alles. Mehr nicht.» Alle drei Spiele hätten auch anders ausgehen können. Es tue ihm vor allem für das Team und die Fans leid. «Vor allem Stan hat in der Vergangenheit viel für das Team getan.»

«Sie waren besser»


Der Waadtländer sprach davon, dass sie sicher nicht ihr bestes Doppel gespielt hätten, aber auch kein schlechtes. Auch er anerkannte die Leistung von Mardy Fish und Mike Bryan: «Sie waren besser und haben ihre Chancen genutzt.»

Captain Severin Lüthi musste sich erklären, ob das Team den Sandplatz-Vorteil überschätzt hätte. «Nein, wir wussten, dass es auf jeder Unterlage schwer werden würde, die USA zu besiegen.» Die Sandplätze in Fribourg seien in der Vorwoche beim Fed Cup sogar noch schneller gewesen. «Wir konnten sie noch etwas verlangsamen und waren zufrieden, hier zu spielen.» Auch Federer wollte die Unterlage nicht als Hauptgrund für die Niederlage gelten lassen, das wäre gegenüber dem Gegner respektlos. «Leider können wir im Februar nicht wie in den USA nach Florida ausweichen, um draussen spielen zu können. Zudem sind leider die meisten Hallen jeweils besetzt.» Sandplätze in der Halle gelten als schneller als an der frischen Luft. Dies bestätigte auch US-Captain Jim Courier: «Das ist nicht dasselbe. Hier hat uns die Höhenlage zusätzlich in die Karten gespielt.»

Ein Rollstuhl für Mike Bryan


Für den besten Doppelspieler der Welt, Mike Bryan, war neben der guten Breakchancen-Auswertung vor allem sein Partner Mardy Fish für den dritten Sieg verantwortlich. «Ich wäre heute im Rollstuhl gewesen, wenn ich gestern viereinhalb Stunden Einzel gespielt hätte.»

Und so ist der Schweizer Traum von einer glanzvollen Davis-Cup-Saison nach zwei Tagen bereits geplatzt. Als nächstes gilt es, im September den Abstieg aus der Weltgruppe zu verhindern. Mit Federer? «Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht», sagte die Weltnummer 3, «aber im Prinzip bin ich dabei.»

(Fabian Rottmeier, Fribourg)

Diese Seite empfehlen

  •  Facebook
  •  Twitter
  • Google +1

Versenden

Empfänger
Absender
Kommentar