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“Mein erstes Trimester war übel!”

Robert Downey Jr. mit seiner hochschwangeren Frau Susan.
Bild: Keystone
Unsere Hollywood-Kolumnistin Marlène von Arx traf Robert Downey Jr., der vor Vater-Stolz fast platzte.
Bild: MvA

Schräge Ansichten eines werdenden Vaters: Robert Downey Jr. über den Sinn von Männerrollen und Frauenbrüsten.

Sherlock Holmes wird Papa! Also das heisst, sein Darsteller Robert Downey Jr. Ende Februar soll der Junior vom Jr. zur Welt kommen und dieser ist schon ziemlich aus dem Häuschen: “Ehrlich gesagt, war ich noch nie glücklicher und es geht mir immer noch ziemlich mies – mein erstes Trimester war übel!”, sagt er im Interview zu seiner Befindlichkeit nur halb scherzend.

“Ich hatte eine ziemlich lausige Lebenseinstellung, aber nun, da die Mrs. und ich unsere kombinierte DNA auf die unvorbereitete Öffentlichkeit loslassen, werde ich langsam aber sicher zum Optimisten.” Der 46-Jährige hyperaktive Schauspieler mit Hang zur Sitz-Akrobatik hat sich ein Bein unter den Hintern geklemmt und wackelt auf seinem Stuhl hin und her. Immerhin: Das Ganze im schönen Anzug. Ich kann mich da an ein Interview in den 90er-Jahren erinnern, da erschien er im Morgenmantel…

Aber jetzt hat sich Robert Downey Jr., der bereits einen 18-jährigen Sohn aus erster Ehe hat, ja wieder unter Kontrolle. Vor allem Dank seiner Frau Susan, die auch seine Produzentin ist und stets ein wachsames Auge auf ihn hält. Wie wird das jetzt, wenn sie sich nun noch um ein richtiges Baby kümmern muss? “Ich hoffe schwer, sie halbiert ihre Aufmerksamkeit nicht!“, spielt er den Empörten.

“Vielleicht haben Frauen deshalb zwei Brüste – die zweite ist nicht die Reserve, sondern für Doppelbesetzung da! Aber ja, Sie haben schon recht: Das wird eine Herausforderung. Ich habe grosse Erwartungen. Ein Kind ist sicher das Kreativste, was wir je zusammen gemacht haben oder machen werden. Wir müssen dafür sorgen, dass es sich gelohnt hat. Zumindest das Üben hat mir schon mal sehr gefallen.”

Er erzählt das alles mit der schwangeren Susan im gleichen Raum – sie bleibt zwar im Hintergrund, aber ist immer präsent. Robert Downey Jr. braucht das. Und auch der noch zu gebärende Junge muss wohl später vor allem auf die Mutter zählen, denn Downey findet: “Ich glaube, Frauen eignen sich besser als Erzieher. Manchmal kommt es mir vor, als sei meine Rolle als Elternteil von einem Autor nur hinzugeschrieben, damit die Geschichte erträglicher zu verfolgen ist.”

Für Robert Downey Jr. scheint das Leben wie ein Film und beides ist für ihn unverständlich: “Ich verstehe vom Schauspielern etwa soviel, wie davon, was im Kopf einer Frau vorgeht – nämlich Bahnhof!” sagt er. “Beides ist Mystik pur für mich!” Und entsprechend spannend. Mit gleich zwei Film-Serien – “Iron Man”, der als nächstes im Super-Hero-Gipfeltreffen “The Avengers” zu sehen sein wird, und “Sherlock Holmes: A Game of Shadows” ab Donnerstag im Kino – haben ihn seine Blockbuster-Verträge fest im Griff. Fast so sehr wie auf das Baby freut er sich deshalb auf einen kleineren Film, den er danach selber inszenieren will.

Wie lange er den Meister-Detektiv Holmes noch spielt, bevor dieser wie bei Sir Arthur Conan Doyle zum Abschluss die Reichenbachfälle bei Meiringen hinunterstürzt, überlässt er der Nachfrage des Publikums. Noch hat Robert Downey Jr. keinen Augenschein im Berner Oberland genommen, wo Sherlock Holmes zu Tode gekommen sein soll. “Dabei gefällt es mir in der Schweiz sehr gut. Ich habe vor 20 Jahren bei den Vorbereitungen zu ‘Chaplin’ Zeit in Vevey verbracht und sage seither: Wenn ich aus den USA weg müsste, würde ich in die Schweiz ziehen.”

(Marlène von Arx, 20. Dezember 2011)

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