Mit Carlos Leal und Wilhelm Tell am Golden Globe
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Also Märchen sind ja irgendwie anders. Aber nichts destotrotz schlug es zufälligerweise gerade Mitternacht, als ich vom Ball nach Hause kam. Beziehungsweise von den Bällen – nach der offiziellen Golden Globe Verleihung steigen ja im Hilton Hotel noch diverse Parties. Und so hatte ich drei Stunden nach Ende der Show zwei Tanzbändel und zwei weitere, nur unter Speziallampen sichtbare Party-Markierungen am Arm – und natürlich geschwollene Füsse. Aber die nimmt man als Prinzessin für einen Abend ja gern in Kauf.
Zu Hollywoods Royalty gehören an diesem Abend auch Carlos Leal und seine Frau Joelle, die dieses Jahr zum ersten Mal an der Verleihung teilnehmen. Leal networkt mit Pedro Almodóvar, für den er bereits einmal vor der Kamera stand («Broken Embraces»), gratuliert Tilda Swinton zum besten Kleid und bester Frisur des Abends und tauscht sich mit Viggo Mortensen aus, mit dessen unscheinbaren Auftreten er sich gut identifizieren kann. Besonders gefreut hat Leal der Golden Globe für den Franzosen Jean Dujardin aus dem Stummfilm «The Artist»: «Ich hätte in dieser Katgorie auch Ryan Gosling einen Preis gegönnt, weil er ein Super-Schauspieler ist, aber er wird noch öfters Gelegenheit haben», prohezeit Leal bei einem Cosmopolitan an der InStyle/Warner Party. «Dass hier an den Golden Globes ein Franzose gewinnt, ist eine unglaubliche Leistung. Da werde ich gerade ein bisschen neidisch!»
Ryan Gosling, der gleich zweimal nominiert war, glänzte übrigens im letzten Moment durch Abwesenheit: «Er ist in Thailand», erklärt sein «The Ides of March»-Regisseur George Clooney backstage. «Und man weiss ja, wieso die Leute nach Thailand reisen… - aber im Ernst, er musste arbeiten. Das gibt’s halt manchmal.» Keine Ahnung, wohin Clooney, nachdem er mir im Siegestaumel zwei Küsse auf die Backe aufdrückte, mit seiner Stacy Keibler abzischte. An den diversen Parties sah ich ihn jedenfalls nicht (was nicht heisst, dass er nicht da war, man kann ja nicht überall gleichzeitig sein).
Dafür war Brandon Fraser, der seine Verlobte, Frisöse Natalia Bruschi vorstellte, an der Instyle-Party: «Ich will mich gleich morgen wieder mal nach dem aktuellen Stand des Willhelm-Tell-Projektes erkundigen. Ich bin jedenfalls schon fleissig am Bogenschiessen üben», sagt er und kramt sein iphone hervor, in dem er diverse Bilder vom Training im Wald gespeichert hat – inklusive einen Schussversuch auf einen (ungetroffenen) Apfel.
Und damit nicht genug der Swiss Connection: Per Zufall treffe ich bei der Weinstein-Party noch auf «Tatort»-Darstellerin Sofia Milos. «Am meisten berührt hat mich Morgan Freeman», schwärmte sie vom Schauspieler, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. «Was für ein toller Schauspieler.. und Mann!»
Während sie auf dem Absatz kehrt macht und ihren modeltrainierten Gang Richtung tolle Männer schwenkt, übermannt mich das Sandmännchen. Ich steige in meinen Wagen – irgendwie könnte mein PT Cruiser schon ein verzauberter Kürbis sein – und fahre nach Hause. Schuhe gehen aber keine verloren, bin mittlerweile ja längst in Flipflops. Gute Nacht und bis zum nächsten Ball, die Sandalen-Cinderella geht jetzt schlafen.
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