«Die Rolle habe ich vermasselt»
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So was gibts ja selten genug: Ein Schauspieler, der seinen eigenen Film doof findet und auch dazu steht. George Clooney hielt sich einst als “Batman” fehlbesetzt und vor ein paar Wochen stänkerte Schauspieler David Cross über “Alvin and the Chipmunks 3: Chipwrecked” es sei der unangenehmste Job gewesen, den er in seinem ganzen Leben je gehabt habe und er werde mit gewissen Leuten aus dem Produktionsteam sicher nie wieder zusammenarbeiten.
Und jetzt verfällt auch Sam Worthington in Selbstkritik: “Die Rolle habe ich vermasselt”, so der Australier über Perseus, den er in “Clash of the Titans” zum Besten gab. Beziehungsweise eben nicht zum Besten: “Ich spielte eine faden Action-Helden nach Schablone, das hätte jeder andere auch können.” Das will er nun in der Fortsetzung “Wrath of the Titans”, die Ende März in die Kinos kommt, wieder gut machen. “Diesmal sind wir wirklich hingesessen und haben eine Figur herausgearbeitet, die dem Film ein Herz gibt.”
Während Worthington bei unserem Gespräch über die innere Motivation eines griechischen Halbgottes referiert, grüble ich darüber nach, wieso es wohl der Star aus “Avatar” nicht richtig in den Olymp der heissesten Hollywood-Herrgötter geschafft hat. Obwohl er der Hauptdarsteller im erfolgreichsten Film aller Zeiten war, blieb die Hysterie um seine Person aus, die Leonardo Di Caprio eine Dekade zuvor nach “Titanic” erlebte. “Ich gehe eben nicht an jede „Hundsverlochete“, rolle nicht mit einer riesigen Entourage in der Gegend rum und date auch keine Models”, zieht der 35-Jährige einen direkten Vergleich mit Serien-Model-Dater und Kumpelrudel-Anführer Di Caprio.
“Die Leute halten es auch nicht für möglich, dass der Typ aus ‘Avatar’ neben ihnen in der Schlange im McDonalds steht und ein Filet-O-Fish bestellt. Und schliesslich ist der Typ aus ‘Avatar’ ja auch in einem Rollstuhl”, gröhlt er nun fast, so lustig findet er seine eigene Pointe. Er würde eben so gerne mal in einer Komödie mitspielen: “Ich, Christian Bale und Russell Crowe – das wär doch lustig!” Haha!!
Aber ab dieser Woche ist Sam Worthington im Kino wieder todernst anzutreffen. Und das 60 Meter über Boden auf dem Sims eines New Yorker Wolkenkratzers, von dem er zu springen droht. Mit dieser Verzweiflungstat versucht er als angeblich korrupter Cop in “Man on a Ledge” seine Unschuld zu beweisen: “Höhenangst habe ich eigentlich keine – nur das Fallen und Landen machen mir Bauchschmerzen.”
Dass er tatsächlich auf einen Vorsprung in Schwindel-erregender Höhe des Roosevelt Hotels in New York raus musste, hatte er bis zum ersten Drehtag verdrängt: “Am liebsten hätte ich losgeheult, mich zusammengekullert und einen Lollipop verlangt.” Aber das liess sein innerer Macho dann doch nicht zu. Er riss sich zusammen und liess sich anseilen.
Mindestens so ungemütlich werden vermutlich die Dreharbeiten zu “Avatar2”: Worthington muss unter Wasser. Mit seinem “Man on a Ledge”-Co-Star Ed Harris, der mit James Cameron “The Abyss” filmte, tauschte er schon mal Horror-Geschichten aus. “Ich habe schon mal das Scuba-Zertifikat gemacht, aber ich habe Schiss. Ich kenne Jim – er drängt einen als Mensch an die Grenzen.”
Wann das Abtauchen beginnen soll, steht indes noch nicht fest. “Das findet nach Jims Zeitrechnung statt und ihm pressierts nicht”, so Worthington. “Er muss sich selber motivieren, aber er sprudelt momentan nur so mit Ideen und das Tauchen ist nur die Spitze des Eisbergs!”
Eisberg und Cameron? Ein Clash der Titanen ist vorprogrammiert…
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