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«Manchmal stimmt in der Liebe nur das Timing nicht»

Immer ein Hingucker auf dem roten Teppich: Rachel McAdams.
Bild: Keystone
Bei solchen Szenen darf ihr Freund nicht eifersüchtig sein.
Bild: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
Bild: MvA
Unsere Hollywood-Kolumnistin Marlène von Arx sprach mit Rachel McAdams über die Liebe.
Bild: MvA

Valentins-Tag naht und entsprechend auch ein romantischer Film mit “Notebook”-Star Rachel McAdams: In “The Vow” erwacht sie nach einem Unfall aus dem Koma und erkennt ihren Mann nicht mehr. Die Kanadierin über das Versprechen für die Ewigkeit, verflossene Liebe und gesundem Schlafen in der Hängematte.

Bluewin.ch: Romantisch, altmodisch - was halten Sie in der heutigen Zeit vom ewigen Liebesversprechen?

Rachel McAdams: Das hat es schon in sich. Es ist einfach, jemandem kleine Nichtigkeiten ins Ohr zu flüstern, aber vor allen Leuten laut und deutlich ein Versprechen abzugeben, ist schon was anderes. Meine Freundin hat vor kurzem geheiratet und war ein furchtbares Nervenbündel. Dabei kannte sie ihren Bräutigam schon seit sechs Jahren und wohnte mit ihm auch zusammen. Es war ja eigentlich nur noch eine Formalität.

Welchem Typ Mann würde Sie ein solch grosses Versprechen geben?

Freundschaft und Humor ist für mich das allerwichtigste in einer Partnerschaft. Die Leidenschaft und Gemeinsamkeiten sind sicher gut, aber wenn man nicht zusammen lachen kann, kommt man nicht durch die härteren Zeiten. Wenn man nicht alles zu ernst nimmt, kann man sich auch schneller vergeben und wieder nach vorne schauen, wenn man mal ein Problem miteinander hat. 

Sie sind mit dem walisischen Schauspieler Michael Sheen (“Midnight in Paris”) zusammen. Hat er einen besonderen britischen Humor?

Über die kulturellen Unterschiede zwischen Briten und Nordamerikanern könnte man ein Buch schreiben! Manchmal habe ich das Gefühl, wir sprechen eine unterschiedliche Sprache. Ich habe ja auch meine kanadischen Ausdrücke. Dann frage ich, ob er überhaupt Englisch spreche und da meint er, sein Volk hätte Englisch erfunden!

Sind so romantische Filme wie “The Vow” mit sexy Co-Stars wie Channing Tatum nicht schwierig für ihn?

Ich glaube, es hat sich herumgesprochen, dass das einfach zum Job gehört und wenn man einen Partner im gleichen Metier hat, ist das noch einfacher verständlich. Da braucht man niemanden vorzuwarnen. Gewaltszenen finde ich problematischer. In “Mean Girls” wurde ich von einem Bus überfahren und meine beste Freundin war komplett traumatisiert, als sie das sah. Ich hätte sie vorwarnen sollen. Und mein Vater sagte auch schon: “Ich mochte nicht, wie der Typ mit dir redete.” Und ich erkläre ihm dann, dass das eben der Bösewicht war...

“The Vow” basiert tatsächlich auf einer wahren Geschichte?

Ja, das echte Paar ist immer noch zusammen und hat jetzt zwei Kinder. So komisch es klingt, aber wir haben die Geschichte realistischer dargestellt als sie wirklich war. Beide sind sehr religiös und der Glaube an Gott hat sie nie zweifeln lassen, dass sie zusammen gehören.

Im Film fühlen Sie sich nach dem Koma nämlich eher wieder zu Ihrem Ex hingezogen, als zu Ihrem Mann. Welche Beziehung haben Sie zu Ihren Ex-Freunden, zu denen ja auch Ryan Gosling gehört?

Ich glaube, dass die Menschen, die in mein Leben kommen, mich etwas lehren - oder dass man gegenseitig von einander lernen kann. Einer meiner Lieblingssongs ist “Bad Timing” von der kanadischen Band “Blue Rodeo” - manchmal stimmt in der Liebe nur das Timing nicht, aber das macht sie nicht weniger real.

Ryan hat Sie unlängst als grosse Liebe beschrieben...

Man hat immer einen besonderen Platz für jene im Herzen, die einem viel bedeutet haben [überlegt einen Moment]. Das muss zwar nicht unbedingt sein, aber bei mir ist es jedenfalls auch so.

Macht es Ihr Beruf nicht schwierig, Beziehungen aufrecht zu erhalten?

Das Zigeunerleben, das man als Schauspieler führt, hat Vor- und Nachteile. Man sieht viel Neues, aber ist auch viel weg von Zuhause. Ich gehe deshalb gerne nach einem Film nach Hause und knüpfe wieder Anschluss zu Familie und Freunden. Ich lebe nach wie vor in Kanada, so ist das nicht so schwierig, Und überhaupt sind meine Eltern jetzt pensioniert und können mich auch mal bei Dreharbeiten besuchen.

Wie leben Sie denn in Kanada?

In einem alten viktorianischen Haus, entsprechend ist es fast am Auseinanderfallen [lacht]. Ich habe eine Indoor-Hängematte. Scheinbar kann sich das Hirn am besten erholen, wenn man in einer Hängematte schläft. Und so schlafe ich manchmal in einer Hängematte. Der Rest ist ein schizophrener Mix aus polynesischer, asiatischer und Vintage-Einrichtung inklusive Korkböden.

Töpfern Sie etwa auch wie im Film?

Nein, ich habe alles Übungsmaterial Channing Tatum gegeben, er ist darin viel begabter. Ich würde gerade mal einen Aschenbecher schaffen und wer braucht die heute noch? Zu Weihnachten bekam ich mal so ein Töpfer-Kit. Ich habe es zweimal benutzt. Töpfern ist wirklich nicht meine Stärke.

Und was für Schätze haben Sie in Ihrer Garderobe?

Da stehen meine Cowboy-Boots, meine Doc Martens, die ich seit 15 Jahren habe und immer noch wie neu aussehen. Das sind wirklich Wunder-Schuhe! Sie erinnern mich an eine spezielle Zeit in meinem Leben. Und ich habe immer noch das Kleid, das ich zur “Notebook”-Premiere trug. Es war das erste Kleid, das ich mir selber kaufte - inklusive Schuhen dazu. Und dann habe ich auch noch den Pullover meiner Mutter, darauf ist sie abgebildet mit mir als Baby in ihrem Arm. Den habe nun ich und ich trage ihn auch.

Apropos Baby: Sie sind nun 33 Jahre...

Ja es ist mein Jesus-Jahr...

Gibts bald Nachwuchs?

[lacht] Die Frage werde ich nicht beantworten. Weil ich die Antwort selber nicht kenne. 

(Marlène von Arx, 29. Januar 2012)

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