«Zieht die verdammten Masken an»: Appell von prominenten Patienten

Michael Kirner, dpa

4.12.2020 - 17:21

15.11.2020, Berlin: Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla kommen zur Kranzniederlegung zum Volkstrauertag an der Neuen Wache an. Der Prinz von Wales und die Herzogin von Cornwall sind anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Berlin. Der diesjährige Volkstrauertag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Toten beider Weltkriege ist der deutsch-britischen Freundschaft gewidmet. Foto: Christian Mang/Reuters/Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Christian Mang)
Der Prinz von Wales und die Herzogin von Cornwall sind anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung im November zum Volkstrauertag in Berlin. 
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«Alles halb so wild», mag sich so manch ein Promi zunächst gedacht haben. Doch die persönlichen Erfahrungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 hat viele eines Besseren belehrt – und nachdenklich gestimmt.

Ob Prinz, Popstar oder Hollywood-Legende: Das Coronavirus macht nicht Halt vor Ruhm und Reichtum. Neben vielen anderen berichteten diese Promis von teils dramatischen Erfahrungen:

Die US-Sängerin (41, «What About Us») Pink hatte im Frühjahr vor allem Angst um ihren am Coronavirus erkrankten Sohn Jameson (3). «Es gab viele Nächte, in denen ich geweint habe, und ich habe noch nie in meinem Leben mehr gebetet», sagte die Mutter von zwei Kindern laut einem Bericht des US-Promimagazins «People».

Ihr Sohn sei «sehr, sehr krank» gewesen. Auch Pink war positiv getestet worden. Ihr Mann Carey Hart und Tochter Willow (9) dagegen blieben gesund. Der US-Regierung warf Pink vor, sie habe nicht schnell genug für Tests gesorgt.



Im US-Fernsehen berichtete der britische Filmstar Hugh Grant («Notting Hill») im November von seiner Infektion und «seltsamen» Syndromen. Der 60-Jährige erzählte von «schrecklichen Schweissausbrüchen». Seine Augäpfel hätten sich «drei Nummern zu gross» angefühlt. Als er auch noch seinen Geruchssinn verloren habe, sei er «panisch» geworden. Er habe an Blumen und an Mülleimern gerochen und sich das Parfüm seiner Frau ins Gesicht gesprüht, aber nichts riechen können, sagte Grant – allerdings mit einem Augenzwinkern.

Kein Zuckerschlecken – selbst für Promis

Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi fürchtete während seiner Corona-Infektion im September gar um sein Leben. «Das Härteste waren die ersten drei Tage im Krankenhaus. Ich hatte überall Schmerzen, ich konnte nicht länger als eine Minute in der gleichen Position bleiben. Ich hatte Angst, es nicht zu schaffen», sagte er dem «Corriere della Sera». Berlusconi, 84, der wegen seines Alters und einiger Vorerkrankungen als Risikopatient gilt, wurde wegen seiner Covid-19-Erkrankung zehn Tage in Mailand behandelt.

Glimpflicher kam der russisch-österreichische Opernstar Anna Netbreko, 49, davon. Zwar zog sich Netrebko eine durch das Coronavirus ausgelöste Lungenentzündung zu, erholte sich aber vergleichsweise schnell. «Ich bin schon fünf Tage im Krankenhaus wegen einer Covid-Lungenentzündung, und es geht mir bald besser», schrieb sie im September auf Instagram. «Alles wird gut! Der Teufel ist nicht so schrecklich, wie er beschrieben wird.»



Einen verhältnismässig leichten Verlauf hatte nach seiner Infektion auch Hollywood-Star Bryan Cranston («Breaking Bad»). «Ich bin einer der Glücklichen», gab er Ende Juli in einer Videobotschaft auf Instagram bekannt. Er habe nur leichte Beschwerden gehabt, schrieb der 64-Jährige. In einem Video zeigte sich Cranston mit weisser Schutzmaske in Los Angeles beim Spenden von Blutplasma für die Corona-Forschung. «Zieht die verdammten Masken an, wascht eure Hände und haltet Abstand», rief er seine Fans auf.

Unbedingt die Quarantäne respektieren

Nach überstandener Covid-19-Erkrankung dankte die Schlagersängerin Marianne Rosenberg, (65, «Er gehört zu mir») Familie und Freunden Ende April für deren Hilfsbereitschaft. «So lange die Wohnung nicht verlassen zu können und permanent über das Virus nachzudenken, war wirklich eine fast bedrohliche Erfahrung», sagte Rosenberg. «Diese Hilfsbereitschaft habe ich sehr geschätzt. Die Solidarität ist ein wirklich positiver Aspekt in diesen skurrilen Zeiten.» Die Sängerin verbrachte drei Wochen in häuslicher Quarantäne.



Dass das Virus beim Hochadel keine Ausnahme macht, versteht sich von selbst. So infizierte sich im Frühjahr zunächst der britische Thronfolger Prinz Charles, 72, und zog sich mit Gattin Camilla sowie leichten Erkältungssymptomen auf seinen Landsitz in Schottland zurück. Schwerer traf es britischen Medien zufolge Prinz William, 38, der seine Infektion angeblich nicht publik machen wollte. Auch Prinzessin Michael of Kent, 75, die mit einem Cousin der Queen verheiratet ist, blieb nicht verschont. Mit hohem Fieber und Erschöpfungssyndromen verbrachte sie den November in Quarantäne.

Nachdem sich der Rapper Bushido mit dem Virus infiziert hatte, knöpfte er sich die sogenannten Corona-Leugner vor. «Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen», schrieb der 42-Jährige auf Instagram. Damit verwies er auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten. Und er fügte hinzu: «Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen.»

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