Polizei fasst zwei Verdächtige

Deutsche Ermittler verhindern Bombenanschlag in der Schweiz

dpa, sda/amo

23.6.2022 - 11:30

Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg haben in Stuttgart – hier ist der Schlossplatz zu sehen – zwei Schweizer verhaftet.
Commons/BuzzWoof

Deutsche Ermittler haben nach eigenen Angaben einen Bombenanschlag in der Schweiz verhindert. Zwei Schweizer, die in Stuttgart Sprengstoff kaufen wollten, wurden vorläufig festgenommen. 

dpa, sda/amo

23.6.2022 - 11:30

Deutsche Ermittler sollen einen Bombenanschlag in der Schweiz verhindert haben. Spezialkräfte nahmen zwei Männer vorläufig fest, als diese den vermeintlichen Sprengstoff in Stuttgart kaufen wollten, wie die Staatsanwaltschaft und das baden-württembergische Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilten.

Die Schweizer im Alter von 24 und 26 Jahren würden dringend verdächtigt, hiess es in Stuttgart.

Die bisherigen Beweise liessen darauf schliessen, dass die Männer den Sprengstoff «mutmasslich bei einer geplanten Straftat in einer schweizerischen Grossstadt» benutzen wollten.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen lägen jedoch keine Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund vor. Weitere Details zur Planung wurden zunächst nicht genannt.

Spuren im Darknet

Die StA und das LKA ermittelten bereits seit Anfang Juni gegen die beiden Männer wegen des Verdachts auf «Verabredung eines Explosionsverbrechens». Auf ihre Spur waren sie durch einen Tipp und durch Ermittlungen im sogenannten Darknet gekommen, einem versteckten und anonymen Teil des Internets.

Dort waren sie nach eigenen Angaben auf einen Nutzer gestossen, der unter anderem Sprengstoff kaufen wollte. Am Montag konnten deutsche Spezialkräfte die zwei Männer dann vorläufig festnehmen, als sie den Kauf in Stuttgart-Degerloch umsetzen wollten. Die beiden Tatverdächtigen wurden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt und befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) und die Bundesanwaltschaft (BA) teilten auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, sie hätten Kenntnis von den Verhaftungen. Das Fedpol arbeite eng mit den zuständigen Schweizer Behörden und den Behörden von Baden-Württemberg zusammen. Die BA habe aber in diesem Zusammenhang kein Strafverfahren eröffnet.

dpa, sda/amo