Bundesrat erlässt neue Massnahmen — 2222 Neuinfektionen

Agenturen/red

27.1.2021

Maurer: Schweiz macht pro Tag 150 Millionen Franken Schulden

Maurer: Schweiz macht pro Tag 150 Millionen Franken Schulden

Der Bund wird mit den Beschlüssen vom Mittwoch rund 15 Milliarden Franken zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgegeben haben. Das sagte Finanzminister Ueli Maurer vor den Medien in Bern.

27.01.2021

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt der Bundesrat auf Massentests, Bussen und die Verkürzung der Quarantäne. Ausserdem gibt es weitere Wirtschaftshilfen. Unterdessen meldet das BAG 2222 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Der Bundesrat setzt im Kampf gegen das Coronavirus neu auf Massentests und verkürzt die Quarantäne. Zudem baut er die Wirtschaftshilfen weiter aus. Bei Verstössen gegen die Corona-Regeln setzt es künftig Bussen bis zu 200 Franken ab. Gratis impfen lassen kann man sich neu auch in Apotheken. Die Anpassungen ernteten breite Zustimmung.

Weil die Hälfte aller Fälle ohne Symptome verläuft, sollen mit der angepassten Teststrategie mehr Ansteckungen entdeckt werden, wie Gesundheitsminister Alain Berset vor den Bundeshausmedien sagte. An Schulen, in Hotels, an Arbeitsplätzen — überall müsse mehr getestet werden. Der Bund übernimmt die Kosten.

Die epidemiologische Situation verbessere sich zu langsam und die Ausbreitung der neuen Virusvarianten sei Anlass zu Sorge, begründete Berset die Empfehlung für Massentests. Die neue Teststrategie war in der Vernehmlassung von den Kantonen begrüsst worden, einige bezeichneten den Schritt als überfällig.

Reagiert hat der Bundesrat zudem auf die Kritik an der Kontaktquarantäne. Gemäss der bisherigen Regel muss eine Person nach dem letzten Kontakt mit einer infizierten Person in eine zehntägige Quarantäne. Diese kann nun mit einem negativen Testresultat ab dem siebten Tag beendet werden. Die Testkosten muss die Person selber tragen.

Nochmals sechs Milliarden für Kurzarbeit

Der Bundesrat will zudem die Wirtschaftshilfen wegen der Coronavirus-Pandemie erneut aufstockten. Er beantragt im Parlament, die Gelder für Härtefälle auf fünf Milliarden Franken zu verdoppeln. Weiter will die Regierung für Arbeitslose die Taggeldbezugsdauer ab März um drei Monate verlängern.

Kulturschaffende sollen rückwirkend auf den 1. November 2020 Ausfallentschädigungen erhalten. Ausserdem soll der Bund die Kosten der Arbeitslosenversicherung für die ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigungen auch 2021 übernehmen. Die Kosten schätzt der Bundesrat auf sechs Milliarden Franken.

Weiter kann ab dem 1. Februar mit einer Busse in Höhe von 50 bis 200 Franken bestraft werden, wer gegen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verstösst.

Von Parteien, Verbänden und Organisationen gab es breite Zustimmung zu den Massnahmen, vor allem für die Ausweitung der Tests, die Änderung der Quarantäne-Bestimmungen und die Verdoppelung der Härtefälle-Unterstützung.

Schulen sollen offen bleiben

In einem Schulhaus in der Stadt St. Gallen wurde das mutierte Coronavirus aus Südafrika bei zwei Lehrpersonen sowie zwei Schülerinnen und Schülern festgestellt. Das Kantonsarztamt schickte zwei Klassen in Quarantäne. Weiter sollen nun in den nächsten Tagen alle Personen des Schulhauses mit einem PCR-Spucktest untersucht werden.

Von Schulschliessungen oder einheitlichen Vorschriften aus nationaler Ebene sieht der Bundesrat jedoch ab. Man habe die Situation an den Schulen grundsätzlich im Griff, so Berset vor den Medien. Die Kantone können laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gezielter Massnahmen ergreifen.

Weniger Fälle — mehr Mutationen

Die bestätigten Ansteckungen mit mutierten Coronaviren stiegen auf über 1400. Das BAG meldete 1401 Fälle, 275 mehr als am Vortag. 613 Fälle konnten der britischen Variante zugeordnet werden, 34 der südafrikanischen. In 754 Fällen war keine Zuordnung zu einer der beiden Varianten möglich.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem BAG innerhalb von 24 Stunden 2222 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte die Behörde 58 neue Todesfälle und 85 Spitaleintritte. 8545 Personen sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Laut einem Medienbericht kommt es offenbar auch beim Moderna-Impfstoff zu Verzögerungen.
  • Auf der thailändischen Insel Koh Phangan feiern rund 200 Menschen eine illegale Party — festgenommen wurden auch vier Schweizer.
  • Der Bundesrat hat neue Massnahmen beschlossen. Neu werden Test-Kosten auch für Menschen ohne Symptome übernommen. Zudem gegen neue Regeln für die Dauer der Quarantäne – hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der Bund nimmt mehr Geld in die Hand, um die Pandemie-Folgen abzudämpfen. Der Härtefall-Fonds wird auf 5 Milliarden Franken aufgestockt, die Bezugsdauer für Arbeitslosen-Geld verlängert.
  • In der Schweiz ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen mit mutierten Coronaviren auf über 1400 gestiegen.
  • Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen.

21.46 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch.

21.23 Uhr: WHO: Britische Corona-Variante inzwischen in 70 Ländern verbreitet

Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus: Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, wurde die zunächst in Grossbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Das waren zehn Länder mehr als eine Woche zuvor.

Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein grösseres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31. Für die zuerst in Brasilien aufgetauchte Mutante gab die WHO nun an, dass acht statt zuvor sechs Länder betroffen seien.

Die zunächst in Grossbritannien festgestellte Mutante ist Wissenschaftlern zufolge ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte vergangene Woche gesagt, dass es zudem «Hinweise» darauf gebe, dass die Variante «mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden» könne. Die WHO betonte am Mittwoch jedoch, dass diese Angaben auf «vorläufigen» Studienergebnissen basierten und für eine Verifizierung weitere Analysen nötig seien.

Die WHO erklärte weiter, bei der in Südafrika festgestellten Variante 501Y.V2 gebe es Hinweise darauf, dass diese weniger «empfänglich für eine Antikörper-Neutralisierung» sei als die Ursprungsvariante. Einige Experten befürchten deshalb, dass diese Mutante zu mehr Zweitansteckungen mit dem Coronavirus führen könnte und möglicherweise auch Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen haben könnte. Laut WHO sind jedoch auch hier weitere Studien nötig.

20.52 Uhr: Arosa führt wegen Mutation Flächentests durch 

Wegen der Ausbreitung mutierter Coronaviren führt Arosa Flächentests durch und schliesst die Schule vorläufig. Auf dem Gebiet der Bündner Gemeinde wird die Maskenpflicht eingeführt.

Das Gesundheitsamt Graubünden registrierte nach eigenen Angaben am Vormittag in der Schule von Arosa drei Fälle des mutierten Coronavirus. Aufgrund einer umgehend durchgeführten Ausbruchsuntersuchung in der betroffenen Schule seien «aktuell 14 Fälle — allesamt Mutationen — bestätigt» worden, hiess es in einer Mitteilung. Zum Schutz der Gesundheit von Bevölkerung und Gästen habe das Gesundheitsamt die Schule bis Samstag, 6. Februar 2021 geschlossen.

Am Freitag und Samstag werden in der Gemeinde Arosa Bevölkerung und Gäste flächendeckend getestet. Die PCR-Tests sollen wie Pilotprojekte von Mitte Dezember 2020 und wie der Flächentest von vergangener Woche in St. Moritz umgesetzt werden, wie es weiter heisst. Die Testergebnisse werden nicht vor Sonntagabend erwartet.

Um eine Durchmischung der Wintersportgäste zu vermeiden, wird die Verbindung der beiden Schneesportgebiete Arosa und Lenzerheide bis und mit Samstag, 6. Februar 2021 aufgehoben. Die Bergbahnen in Arosa und Lenzerheide bleiben als Inselbetriebe geöffnet.

Ein Bündner Schüler unterzieht sich einem PCR-Test. (Themenbild)
Ein Bündner Schüler unterzieht sich einem PCR-Test. 
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER (Symbolbild)

20.36 Uhr: New Yorker Verkehrsbetriebe gedenken ihrer toten Mitarbeiter

Mit einem Video auf Bildschirmen in zahlreichen U-Bahn-Stationen gedenken die Öffentlichen Verkehrsbetriebe (MTA) der Millionenmetropole New York ihrer mindestens 136 Mitarbeiter, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie nach einer Infektion starben. In dem Video, das noch bis zum 7. Februar in den Stationen zu sehen sein soll, sind Fotos der Toten zu sehen, dazu ein Gedicht und Musik, wie MTA mitteilte.

New York war im Frühjahr 2020 ein Epizentrum der Pandemie. Mehr als 20'000 Menschen sind in der Stadt nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Inzwischen hat sich die Situation etwas abgemildert.

20.17 Uhr: Offenbar auch Verzögerungen bei Moderna-Impfstoff

Weiterer Rückschlag für den Schweizer Impfplan: Offenbar  verzögert sich auch die Lieferung des Moderna-Impfstoffs in der Schweiz. Dies berichtet «Blick» unter Berufung auf BAG-Impfchefin Nora Kronig. 

Demnach habe man Hinweise auf Lieferprobleme, es sei aber unklar, welche Lieferverzögerungen entstünden. 

Ursprünglich sollten in der Schweiz am 1. Februar 300'000 Impfdosen des Moderna-Vakzins zur Verfügung stehen.

Der Moderna-Impfstoff in einer Flasche. Neben dem Biontech-Impfstoff ist Moderna der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff.
Der Moderna-Impfstoff in einer Flasche. Neben dem Biontech-Impfstoff ist Moderna der zweite zugelassene Corona-Impfstoff.
Mohssen Assanimoghaddam/dpa (Archivbild)

20.12 Uhr: Filmfestival in Cannes wird verschoben — Start im Juli geplant

Das Internationale Filmfestival von Cannes wird wegen der Coronakrise verschoben. Statt wie ursprünglich für den 11. bis 22. Mai 2021 geplant, soll die Veranstaltung nun vom 6. bis zum 17. Juli stattfinden, wie die Organisatoren mitteilten.

Wie im vergangenen Herbst angekündigt, habe man sich erlaubt, die Daten der Entwicklung der Pandemie anzupassen, hiess es in der Pressemitteilung weiter. Im Jahr 2020 wurde das 73. Festival aufgrund der Krise in seiner traditionellen Event-Form abgesagt. Stattdessen wählte das Festival über 50 Filme aus, die es mit dem Gütesiegel «Cannes 2020» für Kinos und Festivals empfahl.

19.52 Uhr: Biontech möchte «mehr als 100 Prozent» der versprochenen Impfdosen liefern

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech will der EU möglichst mehr von seinem Produkt liefern als eigentlich geplant. «Natürlich arbeiten wir daran, die Lieferverringerung bei den Ampullen auch wieder auszugleichen und im ersten Quartal sogar mehr als 100 Prozent der Dosen zu liefern», sagte Finanzvorstand Sierk Poetting der "Stuttgarter Zeitung" und den «Stuttgarter Nachrichten».

Wegen Umbaumassnahmen in einem belgischen Werk liefern Biontech und sein US-Partner Pfizer derzeit weniger Impfstoff an die EU als vorgesehen. Die Gesamtmenge der Lieferungen im ersten Quartal soll aber gleich bleiben. Poetting bekräftigte im Gespräch mit den Zeitungen das Ziel, «alle der EU zugesagten Impfstoffdosen auszuliefern und gleichzeitig die Produktionskapazitäten auszubauen». Biontech tue «alles, um die EU bestmöglich zu versorgen».

«Um die Situation zu begreifen, muss man wissen: Wir liefern aufgrund der Dringlichkeit und der Nachfrage immer alles weltweit aus, was da ist», erläuterte Poetting die Lage. «Wir haben vorproduziert, auf eigenes Risiko, bevor es eine Zulassung gab. Wir haben aber keinen Puffer, mit dem man Schwankungen ausgleichen könnte.» So könnten dann «sieben Tage Umbauten eben eine Lücke von sieben bis zehn Millionen Dosen bedeuten». Der Umbau des belgischen Werks soll mittelfristig eine deutlich höhere Produktionskapazität ermöglichen.

Poetting sagte ausserdem, sein Unternehmen befinde sich «in Gesprächen mit der EU über einen weiteren Vertrag über 300 Millionen Impfdosen, 100 davon als Option. Damit könnte die EU bis zu 600 Millionen Impfdosen im Jahr 2021 von Biontech und Pfizer beziehen.»

19.25 Uhr: Norwegen schliesst seine Grenzen

Der Norden macht dicht: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten verschärft nach Dänemark und Finnland auch Norwegen seine Einreisebeschränkungen. Ab Mitternacht in der Nacht zum Freitag werden die norwegischen Grenzen für praktisch alle Menschen geschlossen, die nicht im Land wohnen, wie Regierungschefin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Dabei handele es sich um die strengsten Einreisebeschränkungen seit März des vergangenen Jahres. Es gebe jedoch Ausnahmen, etwa für Arbeitnehmer mit kritischen Funktionen, den Warentransport und Gesundheitspersonal aus den Nachbarländern Schweden und Finnland.

Seit heute gelten auch in Finnland verschärfte Einreiseregeln. Dänemark lässt seit dem 9. Januar bis auf wenige Ausnahmen nur noch Menschen ins Land, die einen triftigen Einreisegrund sowie einen negativen und maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können. Schweden hat zudem seine Grenzen nach Norwegen geschlossen.

Norwegen ist bislang relativ gut durch die Coronakrise gekommen, hat aber auch seine Probleme mit der Pandemie. Zuletzt hat ein Ausbruch der britischen Coronavirus-Variante in einem Pflegeheim nahe Oslo zu Bedenken und strikten Massnahmen in der Hauptstadtregion geführt. Im europäischen Vergleich zählen die norwegischen Neuinfektionszahlen jedoch seit längerem zu den niedrigsten des gesamten Kontinents.

19.14 Uhr: Brasilianische Stadt richtet Buslinie für Corona-Impfkandidaten ein

Die brasilianische Vorzeigestadt Curitiba hat für Menschen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen und dabei auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, eine eigene Buslinie eingerichtet. Das berichteten brasilianische Medien. Demnach wurde ein Veranstaltungszentrum in das Impfzentrum der Hauptstadt des Bundesstaates Paraná umgewandelt. Das städtische Gesundheitssekretariat hob dem lokalen Nachrichtenportals «Banda B» zufolge hervor, dass kein Bürger wegen des Impfstoffs ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen müsse.

Die südbrasilianische Stadt gilt sowohl bei Stadtplanung als auch Nachhaltigkeit als Vorzeigemodell. Bereits in den 1970er-Jahren, als der Architekt Jaime Lerner Bürgermeister wurde, machte sich Curitiba als innovative und nachhaltige Stadt weltweit einen Namen. 1996 wurde sie auf dem Kongress der Stadtplaner in Istanbul zur innovativsten Stadt der Welt gekürt, 2010 bekam sie in Schweden den «Globe Sustainable City Award».

18.47 Uhr: 200 Menschen feiern illegale Party in Thailand — auch vier Schweizer verhaftet

Auf der thailändischen Ferieninsel Koh Phangan haben 200 Menschen eine illegale Party in einer Bar gefeiert. Verhaftet wurden auch vier Schweizer, wie «20 Minuten» berichtet. Demnach seien rund die Hälfte der Partygäste geflohen, der Rest sei von der Polizei festgenommen worden.

Von den 109 festgenommenen Gästen seien 89 Ausländer gewesen. Unter ihnen waren dem Bericht zufolge drei Männer und eine Frau aus der Schweiz. 

In this Tuesday, Jan. 26, 2021, Thai immigration officers talk to people at a bar on Koh Phangan island, Surat Thani province, southern Thailand. Police raided a party at a bar on a popular resort island in southern Thailand and arrested 89 foreigners for violating coronavirus regulations, officials said Wednesday. (Police Investigation Team of Surat Thani Immigration via AP)
Die thailändische Polizei während der Razzia auf Koh Phangan.
Police Investigation Team of Surat Thani Immigration/AP/Keystone

Die Gäste hätten sich dicht gedrängt in der Bar aufgehalten und somit  gegen die lokalen Corona-Auflagen verstossen. Ausserdem sei Alkohol ausgeschenkt und konsumiert worden — auch das wegen Corona verboten. 

Wie es weiter heisst, hätten die Behörden Wind von der Sache bekommen, nachdem Tickets für die Party online angeboten wurde und auch Werbung auf Facebook geschaltet worden sei.

18.31 Uhr: Britische Virus-Mutation laut US-Behörde in 26 Bundesstaaten nachgewiesen

Die ansteckendere britische Coronavirus-Mutation ist in den USA inzwischen in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten nachgewiesen worden. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte beim ersten Coronavirus-Briefing der Experten der neuen US-Regierung, die Variante des Virus sei bis zum Vortag in 26 der 50 US-Bundesstaaten festgestellt worden. In dieser Woche sei im Bundesstaat Minnesota ausserdem erstmals die Variante aus Brasilien entdeckt worden. Die Mutation aus Südafrika sei dagegen bislang noch nicht in den USA gefunden worden.

Experten gehen davon aus, dass die britische Variante bereits deutlich weiter in den USA verbreitet ist. Positive Tests werden in den USA noch verhältnismässig selten einer Genom-Sequenzierung unterzogen, mit der neue Varianten festgestellt werden können. Die Gesundheitsbehörde hatte Mitte Januar gewarnt, die britische Mutation verbreite sich schnell und könne bis März in den USA «zur vorherrschenden Variante» des Coronavirus werden.

Walensky betonte, eine Ausweitung der Impfungen sei der Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie. Sie betonte, schwere Nebenwirkungen träten sehr selten auf und seien behandelbar. Das Risiko bei einer Covid-19-Erkrankung sei erheblich grösser. «Covid-19-Impfungen sind sicher, und sie funktionieren.» In der vergangenen Wochen sei die Zahl der täglich verabreichten Impfungen in den USA auf 1,6 Millionen gestiegen. Bislang seien 23,5 Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Walensky sagte, es gebe einige hoffnungsvoll stimmende Zeichen. So habe im Sieben-Tage-Schnitt die Zahl der Neuinfektionen ebenso wie die der Todesfälle abgenommen. «Obwohl mich diese Trends ermutigen, sind unsere Fallzahlen weiterhin ausserordentlich hoch. Und jetzt ist die Zeit, wachsam zu bleiben.» Ihre Behörde prognostiziere derzeit, dass die Zahl der Toten in den USA bis zum 20. Februar deutlich steigen und zwischen 479'000 und 514'000 liegen werde.

18.15 Uhr: EU weitet Corona-Einreisestopp auf Japan aus

Die Liste jener Staaten, aus denen Menschen problemlos in die EU einreisen können, wird immer kürzer. Wegen deutlich gestiegener Corona-Infektionszahlen soll auch für Japan keine Ausnahme der zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen mehr gelten. Darauf einigten sich die EU-Botschafter der 27 Mitgliedsstaaten in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Die Entscheidung muss bis zum Donnerstag noch offiziell von den Hauptstädten im schriftlichen Verfahren bestätigt werden.

Somit bleiben nur sechs Länder weltweit, aus denen Bürger normal in die EU einreisen dürfen: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen.

Darauf hatten sich alle EU-Staaten ausser Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im März verständigt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU zunächst verboten. Rechtlich bindend ist der Einreisestopp allerdings nicht. Zudem gelten Ausnahmen etwa für EU-Bürger und ihre Familien. Anfang Juli wurde der Einreisestopp erstmals für einige Staaten gelockert.

17.45 Uhr: Höchststand der täglichen Totenzahl weltweit

Die Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit hat einen neuen Höchststand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden starben weltweit 18'109 Menschen mit einer Corona-Infektion, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete.

In der Woche vom 20. bis 26. Januar wurden 101'366 Corona-Tote gemeldet und damit im Schnitt rund 14'000 pro Tag. Damit war es die schlimmste Woche seit Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr.

Im November hatte die Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit die Schwelle von 10'000 Fällen erreicht. Bis Mitte Dezember stieg die Zahl auf 11'000 und bis zum 8. Januar auf 12'000 Fälle. Nur drei Tage später betrug die Zahl der täglichen Corona-Toten bereits 13'000.

Die meisten Todesfälle haben derzeit die USA zu beklagen, gefolgt von Mexiko, Grossbritannien, Brasilien und Deutschland. Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Pandemie-Beginn stieg bis Dienstag auf 2,16 Millionen weltweit, insgesamt wurden mehr als 100 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Zu den vielerorts steigenden Fallzahlen tragen Mutanten des Coronavirus bei, die ansteckender sind als frühere Virus-Varianten.

«Vorsicht infektiöse Leiche» steht auf einem Sarg. Mehr als 50.000 Menschen sind an Corona gestorben.
Die Zahl der pro Tag gemeldeten Corona-Toten weltweit hat einen neuen Höchststand erreicht (Symbolbild).
Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

17.25 Uhr: Astrazeneca wehrt sich gegen EU-Vorwürfe

Der Streit um knappen Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca für die Europäische Union eskaliert. Das Unternehmen wehrte sich gegen Vorwürfe der EU wegen Lieferengpässen und wies Brüssel einen Teil der Verantwortung zu. Darauf regierte die EU-Kommission empört.

Verwirrung entstand um ein EU-Krisentreffen mit Konzernvertretern, das nun aber doch wie geplant am Mittwochabend stattfinden soll.

Laut Astrazeneca könnte es zwei bis drei Monate dauern, bis Impfstoff im geplanten Umfang an die EU geliefert wird. Astrazeneca-Chef Pascal Soriot sagte der deutschen Zeitung «Welt»: «Sobald wir in den nächsten Tagen die Zulassung erhalten, liefern wir drei Millionen Dosen. Dann jede Woche mehr, bis wir bei 17 Millionen sind.»

Die EU streitet mit dem britisch-schwedischen Hersteller, seit dieser eine Lieferkürzung nach der für diese Woche erwarteten Zulassung angekündigt hatte. Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal sollen nach EU-Angaben nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund – Probleme in der Lieferkette – will die EU nicht gelten lassen.

Berichte über eine geringe Wirksamkeit des Corona-Impstoffs bei Senioren werden vom Hersteller Astrazeneca dementiert.
Impfstoff-Hersteller Astrazeneca wehrt sich gegen Vorwürfe der EU (Symbolbild).
Andrew Matthews/PA Wire/dpa

17 Uhr: Britische Variante schon im Dezember in Tschechien

Die ansteckendere britische Coronavirus-Mutation ist schon früher in Tschechien angekommen als bisher angenommen. Die Virusvariante sei mindestens seit Anfang Dezember im Umlauf, teilte das nationale Referenzlabor in Prag mit. Das hätten nachträgliche Analysen älterer Proben ergeben.

Insgesamt sei die britische Mutante inzwischen in mehr als 200 Fällen im Labor nachgewiesen worden. Die Betroffenen stammen unter anderem aus Prag, Brünn (Brno), Jihlava (Iglau) und Pardubice (Pardubitz). Die Gesundheitsämter wurden angewiesen, Mutationsfällen bei der Kontaktnachverfolgung Priorität einzuräumen.

In Tschechien haben viele Geschäfte wieder offen, aber «Coffee-to-go» its tabu.
In Tschechien tauchte die zuerst in Grossbritannien aufgetauchte mutierte Coronavirus-Variante bereits Anfang Dezember auf (Archivbild).
Petr David Josek/AP/dpa

16.45 Uhr: Impfstoff-Werk in Wales teilweise geräumt

Wegen eines verdächtigen Päckchens ist ein an der Herstellung von Corona-Impfstoffen beteiligtes Werk in Wales teilweise geräumt worden. Es gebe einen laufenden Einsatz in der Produktionsstätte in Wrexham im Norden von Wales, teilte die britische Polizei mit. Die Zufahrtsstrassen seien gesperrt worden und die Öffentlichkeit sei aufgerufen, das Gebiete zu meiden.

Das Pharma-Unternehmen Wockhardt ist an der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca beteiligt. Wockhardt teilte im Onlinedienst Twitter mit, seine Fabrik sei wegen Polizeiermittlungen teilweise evakuiert worden. Zuvor habe das Unternehmen ein «verdächtiges Päckchen» erhalten. Örtlichen Medien zufolge wurde ein Sprengstoff-Expertenteam mit einem Entschärfungsroboter auf das Fabrikgelände geschickt.

Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca. Der Hersteller Astrazeneca wird eigenen Angaben zufolge zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant.
Ein Werk in Wales, das auch an der Herstellung des Astrazeneca-Impfstoffes beteiligt ist, wurde aufgrund eines verdächtigen Gegenstandes geräumt (Archivbild).
Russell Cheyne/PA Wire/dpa

16.20 Uhr: Einreise nach Bulgarien nur noch mit Test

Für die Einreise nach Bulgarien muss ab Freitag ein negativer PCR-Coronatest vorgelegt werden. Der Test darf maximal 72 Stunden vor der Einreise gemacht werden. Mit dieser Massnahmen will die Regierung das Einschleppen des Virus bremsen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Fernfahrer, Flugzeug- und Schiffsbesatzungen sowie Transitreisende. Die Massnahme gilt bis Ende April.

Die Corona-Fallzahlen in dem südöstlichen EU-Land sind binnen 24 Stunden am Dienstag auf 827 (Montag: 772) leicht gestiegen, wie aus dem amtlichen Corona-Portal am Mittwoch hervorgeht.

16.09 Uhr: Johnson will Schulen Anfang März öffnen

In England sollen Schulen von der zweiten Märzwoche an wieder schrittweise geöffnet werden. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Das Datum ergebe sich aus dem Fortschritt des Impfprogramms.

Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollen dann im Anschluss zurückgenommen werden, sagte der konservative Politiker. Einen genauen Zeitplan legte er dafür nicht vor.

Grossbritannien hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus zu impfen. Bislang wurden dort mehr als 6,8 Millionen Menschen mit mindestens einer ersten Dosis geimpft.

Britain's Prime Minister Boris Johnson leads a virtual press conference on the Covid-19 pandemic, from inside 10 Downing Street in central London Tuesday Jan. 26, 2021. Official data shows that more than 100,000 people have died after testing positive for coronavirus in Britain, since the pandemic took hold last year. (Photo by JUSTIN TALLIS / POOL / AFP)
Der britische Premierminister Boris Johnson fasst erste Lockerungen ins Auge. 
Bild: Photo by Justin Tallis/Pool/AFP

16.01 Uhr: Virus-Mutation an St. Galler Schule

Im Schulhaus Engelwies in der Stadt St. Gallen ist das mutierte Coronavirus aus Südafrika entdeckt worden. Betroffen seien zwei Lehrpersonen sowie zwei Schülerinnen und Schüler. Das Kantonsarztamt hat zwei Klassen in Quarantäne geschickt, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit.

Das Kantonsarztamt habe in Absprache mit den Schulbehörden angeordnet, dass sich zwei Klassen in Quarantäne begeben müssen. In den nächsten Tagen würden alle Personen des Schulhauses mit einem PCR-Spucktest getestet.

15.32 Uhr: BAG meldet 2222 neue Fälle und 58 Tote

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Mittwoch 2222 Coronavirus-Ansteckungen bei 27‘204 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 8,2 Prozent. 58 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 85 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

15.12 Uhr: Ende der Medienkonferenz

An dieser Stelle danken wir Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

15.11 Uhr: Zur Bussenerhöhung

Warum wurden die Bussen erhöht? Berset sagt, das sei auf Anfrage der Kantone geschehen und deshalb im Dezember ins Covid-Gesetz aufgenommen worden.

15.10 Uhr: Auch geimpfte müssen weiterhin in Quarantäne

Auch wer bereits geimpft ist, muss sich bei Kontakt mit einer erkrankten Person in Quarantäne begeben. Das liege einerseits daran, dass es bezüglich der Impfung noch offene Fragen geben. Zudem sei der Impfstart in der Schweiz erst vor kurzem erfolgt, und bisher habe niemand die für den vollen Schutz nötige Impfung erhalten, ergänzt Patrick Mathys vom BAG.

15.06 Uhr: Schweiz-Äpfel und Neuseeland-Birnen

Ob der Bundesrat sein vergangenes Handeln mit Blick auf andere Länder, die erfolgreicher sind bei der Pandemie-Bekämpfung, nicht bereue, fragt ein Anwesender. Parmelin antwortet, dass der Bundesrat zu seinen vergangenen Entscheiden stehe. Allerdings sei man im Nachhinein immer schlauer. Zwar gebe es asiatische Länder, die erfolgreicher seien bei der Pandemie-Bekämpfung, doch hätten diese dafür teils einen hohen Preis bezahlt.

Berset ergänzt, man habe eine Strategie gewählt, die der Situation der Schweiz angemessen sei – schliesslich sei unser Land ja keine Insel. Die Schweiz mit Taiwan oder Neuseeland zu vergleichen, sei wie der Vergleich von Äpfeln und Birnen – wegen der internationalen Verflechtung der Schweiz und der hohen Bevölkerungsdichte.

15.02 Uhr: Stichwort Härtefälle

Wie lange reichen die Härtefall-Mittel? Bis etwa Ende Februar, sagt Maurer, wobei nun jedoch neue Anträge hinzukommen dürften. Er schliesst nicht aus, dass der Betrag über Nachtragshaushalte noch erhöht werden muss.

15 Uhr: Warum die Hoheit für Schulen bei Kantonen liegt

In den Kantonen gelten für die Schulen sehr unterschiedliche Regeln, etwa in Bezug auf Masken. Ein Journalist fragt, ob hier nicht auch eine bundesweit einheitliche Regelung angezeigt wäre. Berset sagt, dass man hier die Situation gemeinsam mit der Erziehungsdirektoren-Konferenz eng im Auge behalte. Die Kantone müssten hier aber ihre Handlungsfähigkeit behalten. Parmelin ergänzt, dass es immer vorzuziehen sei, dass die Schulen offen blieben – nur schon aus psychologischen Gründen.

14.59 Uhr: Massentests an Schulen

Bei Massentests in einer Schule in Volketswil wurden viele Fälle gefunden. Auch Zürich bereite Massentests an Schulen vor. Was sagt das BAG dazu? «Es ist tatsächlich so, dass etliche Ausbrüche an Schulen beobachtet wurden», sagt Patrick Mathys. Und das «mit Sorge». Man denke über die Möglichkeit nach, bleibt er schwammig.

14.57 Uhr: Einreisequarantäne ist nicht für alle sinnvoll

Die Einreisequarantäne gilt nur für Menschen, die aus Risikogebieten einreisen. Eine Journalistin will wissen, ob Einreisende aus anderen Ländern aus Rücksicht auf den Tourismus davon ausgenommen sind. Berset erwidert, dass es hier auch um die Praktikabilität gehe: Es ergebe wenig Sinn, eine Quarantäne für jene anzuordnen, die aus Ländern mit geringerer Inzidenz als die Schweiz einreisten.

14.55 Uhr: Stichwort Bürgschaften

Wer übernimmt Bürgschaften? Dier Diskussion zwischen Banken und Bund seien im Gange, so Parmelin. Weil dringend Geld benötigt werde, brauche es primär Perdu-Fonds, ergänzt Maurer.

14.52 Uhr: Kein Mindestalter für Pflicht-Tests

Neu ist es möglich, dass Massentests behördlich angeordnet werden können, sich die Betroffenen also testen lassen müssen. Auf Nachfrage her ergänzt Michael Gerber vom Bundesamt für Gesundheit, dass hier keine Untergrenze beim Alter vorgesehen sei. Wie genau diese Tests aber ausgestaltet würden, müssten indes die Kantone dann festlegen.

14.50 Uhr: Zur Einreise per Auto

Was ist mit Personen, die per Auto einreisen? Wer aus einem Staat mit höherem Ansteckungsrisiko kommt, braucht einen negativen Test, der bei Stichproben an der Grenze kontrolliert würde. Christian Bock vom Zoll widerspricht noch empört der Aussage eines Journalisten, dass das in der Praxis gar nicht möglich sei.

14.47 Uhr: Trotz guter Zahlen ist Vorsicht weiter wichtig

Die Situation habe sich in jüngster Zeit sicherlich positiv entwickelt, stellt Berset fest. Derzeit seien die Zahlen so gut wie schon länger nicht mehr. Gleichzeitig verdopple sich aber die Zahl der Infektionen mit den mutierten Viren-Formen jede Woche. Das falle zu Beginn kaum auf, doch gewinne das mit der Zeit an Gewicht, darum sei es weiter angezeigt, vorsichtig zu sein.

Bundespräsident Parmelin ergänzt: Man müsse fortlaufend abwägen zwischen wirtschaftlichen und epidemiologischen Überlegungen. Derzeit könne man tatsächlich optimistisch sein, doch habe die Vergangenheit gezeigt, dass man nicht zu optimistisch sein dürfe, weil sich die Lage schnell wieder ändern könne.

14.43 Uhr: Tests im Betrieb?

Kann ein Betrieb Tests bei seinen Angestellten Tests? Berset sagt, das sei unter Umständen bereits jetzt möglich. Neu übernehme der Bund die Kosten. Wie hoch die sein werden, kann Berset nicht abschätzen.

14.41 Uhr: Bund übernimmt nicht für alle Tests die Kosten

Auf Nachfrage hin erläutert Michael Gerber vom BAG, wer sich künftig auch ohne Symptome gratis testen lassen können: Der Bund übernimmt die Kosten, wenn es um Menschen geht, die Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben, und um Hotspots frühzeitig zu erkennen.

Alain Berset sagt zur Begründung, dass eine noch breite Übernahme von Testkosten dann sehr schnell sehr teuer werde. Darum muss seinen Test weiterhin selber zahlen, wer keine Symptome hat, sich aber beispielsweise vor einem Besuch bei einem Risikopatient testen lassen will oder wer einen Test brauch, um ins Ausland zu reisen.

14.37 Uhr: Keine weiteren Massentests

Patrick Mathys vom BAG sagt, Massentests seien keine grundsätzliche Anforderung. Man habe die Situation in Graubünden beobachtet, doch die Massnahme sei in Zürich nicht unbedingt angezeigt.

14.35 Uhr: Darum müssen Kantone mitzahlen für Härtefälle

Die nächste Frage dreht sich um den Härtefall-Fonds: Die geplante Erhöhung um 2.5 Milliarden wird nur zu zwei Dritteln vom Bund getragen, den Rest müssen die Kantone beisteuern. Ein Journalist will wissen, warum der Bundesrat hier teils schon stark strapazierte Kantone weiter in die Pflicht nehme.

Der Grund hierfür liege am Verantwortungsgefühl, erläutert Maurer. Müssten die Kantone eigenes Geld beisteuern, gingen sie sicherlich vorsichtiger mit dem Geld um. Denn es seien ja die Kantone, die entscheiden müssten, wie genau die Gelder aus dem Härtefall-Fonds ausbezahlt werden.

14.33 Uhr: Testpflicht in Altersheim und Arbeitsplatz

Wer zahlt für die Tests von Besuchern von Altersheimen? Der Bund, sagt Berset. Michael Gerber von der Rechtsabteilung des BAG ergänzt, Seniorenheime könnten auch eine Testpflicht einführen, wenn sie es für notwendig hielten. Weiterhin wäre eine Testpflicht eines Kantons eine «strafbewährte Anordnung». Sie seien in jenen Arbeitsbereichen vorstellbar, wo besonders schützenswerte Personen betreut würden.

14.28 Uhr: Ausnahmen für Grenzgänger

Die Journalisten können nun Fragen stellen: Was ist mit den Grenzgängern? Sie sind von den neuen Pflichten nicht betroffen, beruhigt Berset. Allein schon wegen der «praktischen Umsetzbarkeit».

Die neu auf sieben Tage verkürzte Quarantäne sei ein Kompromiss, erläutert der Innenminister die neue Dauer. Fünf Tage wären zu kurz, aber man habe von der Pflicht zu zehn Tagen Quarantäne wegkommen wollen. Wer aber bereits nach sieben Tage wieder raus wolle, müsse sich auf eigene Kosten testen lassen.

14.24 Uhr: Quarantäne-Verkürzung möglich

Die Quarantäne kann neu mit einem Schnelltest verkürzt werden, erklärt Berset. Bei negativem Ergebnis darf man nach sieben Tagen wieder unter Leute, muss dann aber bis zum zehnten Tag (inklusive) eine Maske tragen. Auch bei der Einreise aus bestimmten Ländern soll das neu möglich sein.

Das erfordere jedoch die Abgabe von Komntaktdaten, um das contact tracing zu erleichtern. Das gelte für alle Einreisen ausser denen per Auto. Bei der Einreise aus einem Land der Risikoliste muss ab 8. Februar ausserdem ein negativer Coronatest vorgelegt werden. Zuwiderhandlungen gelten ab 1. Februar als Strafbestand und werden mit Bussen geahndet.

14.19 Uhr: Bern zahlt Schnelltests

Ein Teil der Infektionen werde durch asymptomatische Personen verursacht, so Berset. Deshalb müssten die Tests auf breiter Front ausgeweitet werden. Nun würden jeden Tag mehr Schnelltests durchgeführt: In den letzten sechs Wochen seien diese aber zu selten durchgeführt worden. Deshalb übernimmt der Bund ab jetzt die Tests asymptomatischer Personen.

14.15 Uhr: Pandemie kostet den Bund bisher 30 Milliarden

Nun übernimmt Bundesrat Ueli Maurer mit dem Thema Härtefall-Entschädigungen. Die am 13. Januar beschlossenen Massnahmen führten zu mehr Schliessungen, wodurch mehr Hilfe benötigt werde. Aus diesem Grund habe der Bundesrat beschlossen, dem Parlament weitere 2,5 Milliarden Franken für den Härtefall-Fonds zu beantragen. Das entspricht einer Verdoppelung im Vergleich zur jetzigen Situation.

Bereits seien erste Härtefall-Gelder ausbezahlt worden. Doch seien insbesondere in der Gastronomie und in der Hotellerie noch etliche Fragen offen, die nun mit den betroffenen Branchen und den Kantonen geklärt würden, so Maurer. An die Adresse der Betroffenen sagt der Bundesrat: «Das Geld steht zur Verfügung.»

Maurer äussert sich auch zu den Kosten, die die Pandemie beim Bund bisher verursacht habe: Für 2020 betragen diese rund 15 Milliarden Franken, und mit den heute beschlossenen Massnahmen kommen jetzt schon noch mal so viel für das laufende Jahr hinzu. Das bedeute vor allem, dass man derzeit sehr viel neue Schulden mache – pro Tag rund 150 Millionen Franken. «Der Schuldenberg der Schweiz wächst derzeit um 100'000 Franken pro Minute.»

14.07 Uhr: Arbeitslose erhalten länger Geld

Weil die Krise andauert, verlängert der Bundesrat erneut die Dauer, für die Arbeitslose Taggelder beziehen können, um drei Monate. So solle vermieden werden, dass Stellensuchende nun wegen der Pandemie und den fehlenden Arbeitsstellen ausgesteuert werden. Dies wird den Bund rund 300 Millionen Franken kosten, sagt Parmelin.

Zudem wird der Bund auch für das laufende Jahr die Kosten für die Kurzarbeits-Entschädigung übernehmen. Die Kosten hierfür werden weitere sechs Milliarden Franken betragen

14.03 Uhr: «Keine einfachen Lösungen»

Bundesratssprecher André Simonazzi leitet die Sitzung mit den drei Bundesräten. Zuerst äussert sich Bundespräsident Guy Parmelin, später dann auch Alain Berset und Ueli Maurer. Die heutigen Entscheide seien Ausdruck des Willens der Landesregierung, die Massnahmen fortlaufend an die Entwicklungen anzupassen, so Parmelin zur Einleitung. Man bemühe darum, Entscheide zu treffen, die von der Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer mitgetragen werden. Einfache Lösungen gebe es in der aktuellen Situation indes nicht.

14 Uhr: Die neusten Beschlüsse des Bundesrats

Der Bundesrat bessert bei der Test-Strategie nach: Neu werden auch die Kosten für Tests von Personen ohne Symptome übernommen. Damit sollen besonders Gefährdete besser geschützt und Hotspots frühzeitig erkannt werden.

Anpassungen gibt es auch bei der Quarantäne: Wer sich nach sieben Tagen testen lässt und dann negativ ist, muss nicht mehr die vollen zehn Tage abwarten. Und auch bei der Einreise gelten neue Regeln: Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Auch hier kann die Quarantäne bei einem negativen PCR-Test nach sieben Tagen vorzeitig beendet werden.

Eine Verschärfung gibt es bei den bereits heute vorgesehenen Bussen: Ab dem 1. Februar gelten Verstösse gegen die Corona-Massnahmen ausdrücklich als Straftaten, die mit Ordnungsbussen von bis zu 200 Franken geahndet werden können.

Gute Nachrichten gibt es für Kulturschaffende: Sie sollen neu rückwirkend auf dem 1. November 2020 Ausfall-Entschädigungen erhalten, beantragt der Bundesrat dem Parlament. Beantragen können sie diese aber erst, wenn die Räte der Änderung zugestimmt haben.

Und auch Unternehmen, die von der Pandemie hart getroffen werden, sollen mehr Geld erhalten: Der Bundesrat will den Härtefall-Fonds auf fünf Milliarden Franken verdoppeln. Auch dieser Änderung müssen zuerst die eidgenössischen Räte zustimmen.

13.20 Uhr: Tourismus in Österreich schwer getroffen

Die Corona-Pandemie hat den Tourismus in Österreich 2020 schwer getroffen. Erstmals seit 50 Jahren wurden weniger als 100 Millionen Übernachtungen in der Land gezählt, wie die Statistik Austria am Mittwoch mitteilte.

Die Beherbergungsbetriebe verbuchten im Vorjahr nur noch 97,9 Millionen Übernachtungen. Das bedeutet ein Minus von knapp 36 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 mit fast 153 Millionen Übernachtungen. Die Zahl der Urlauber halbierte sich nahezu, wie die vorläufigen Daten der Statistikbehörde zeigten. Besonders stark betroffen war Wien mit einem Minus von 74 Prozent.

13 Uhr: Der Bundesrat informiert ab 14 Uhr

Ab 14 Uhr informieren die Bundesräte Alain Berset, Ueli Maurer und Bundespräsident Guy Parmelin über die jüngsten Entscheide in der aktuellen Corona-Situation.

Die Medienkonferenz können Sie hier live verfolgen. 

Bundespraesident Guy Parmelin, Mitte, spricht an der Seite von Bundesrat Alain Berset, rechts, und Bundesrat Ueli Maurer, links, waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Mittwoch, 13. Januar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bundespraesident Guy Parmelin (Mitte), Bundesrat Alain Berset (rechts) und Bundesrat Ueli Maurer  (links) werden ab 14 Uhr auf einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage informieren. 
Bild: Keystone

12.15 Uhr: Rund 1400 Ansteckungen mit Corona-Mutationen

Die bestätigten Ansteckungen mit mutierten Coronaviren sind auf über 1400 gestiegen. Die meisten davon sind keiner der bekannten Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika zuzuschreiben.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Mittwoch 1401 Fälle, 275 mehr als am Vortag. 613 Fälle konnten der britischen Variante zugeordnet werden, 34 der südafrikanischen. In 754 Fällen war keine Zuordnung zu einer der beiden Varianten möglich.

Das BAG betont ergänzend, die Zahlen seien nicht repräsentativ, weil sie starke Unterschätzungen in Kantonen seien, aus denen nur wenig oder gar kein Material sequenziert worden sei.

In Brasilien war kürzlich eine weitere Coronavirus-Mutation nachgewiesen worden. In der Schweiz ist diese Variante den BAG-Angaben zufolge bislang nicht aufgetaucht. Für Brasilien gilt bereits ein Einreiseverbot, zudem wurde das südamerikanische Land auf die Quarantäneliste gesetzt.

Die Mutationen sind ansteckender als das ursprüngliche Virus. Dass die von ihnen verursachte Covid-19-Erkrankung schwerer verläuft, ist nicht bekannt. Viren mutieren ständig.

epa08938975 Researchers at Aalborg University are screening and analyzing all positive Danish coronavirus samples for the new English virus variant cluster B.1.1.7, that is more contagious and spreads easier and rapidly, in Aalborg, Denmark, 15 January 2021. EPA/HENNING BAGGER DENMARK OUT
In einem Labor wird eine Virusprobe auf die britische Variante B.1.1.7 untersucht. (Symbolbild)
Bild:  Keystone

12 Uhr: Studie sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Schulen

Schulen mit Schutzmassnahmen wie Abstandhalten und Maskentragen haben laut einer US-Studie kein erhöhtes Risiko, sich zu Infektionsherden zu entwickeln. Die US-Behörde zur Bekämpfung und Eindämmung von Seuchen (CDC) untersuchte dazu Daten aus Schulen in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern, in denen Präsenzunterricht stattfand. Zwar seien dort Corona-Infektionen aufgetreten, es spreche aber «wenig dafür, dass Schulen in bedeutendem Masse zu erhöhten Ansteckungen» beigetragen hätten.

Die Daten vom Schulbetrieb im ersten Schulhalbjahr 2021/2022 seien insofern beruhigend, als es eine schnelle Ausbreitung von Sars-CoV-2, wie sie häufig in Wohnanlagen und Arbeitsplätzen mit hoher Mitarbeiterdichte vorkämen, nicht in Schulen beobachtet worden sei. Dies spreche für eine Fortzsetzung oder Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts, schrieben die Autoren der CDC-Studie, die im Fachblatt «Journal of the American Medical Association» veröffentlicht wurde. Allerdings müssten dabei alle Schutzregeln weiter beachtet werden.

Dazu gehören laut CDC Abstandsregeln, eine allgemeine Maskenpflicht, regelmässiges Lüften und Wechselunterricht, damit kleinere Gruppen zusammentreffen. Ausserdem sollten Corona-Tests bei Schülern und Lehrpersonal ausgeweitet werden, um Corona-Infizierte ohne Symptome schnell isolieren zu können. Ausserdem rät die CDC von Sport und Wettkämpfen in geschlossenen Räumen ab.

Da mittlerweile mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen seien und für die kommenden Monate weitere Zulassungen zu erwarten seien, «gibt es viel Hoffnung am Horizont auf ein sichereres Umfeld für Schulen und sportliche Aktivitäten in der Schule im Schuljahr 2021/2022», hoben die Berichtsautoren hervor.

ARCHIV - 17.11.2020, Bayern, München: ILLUSTRATION - Eine Maske liegt im Unterricht in einem Gymnasium auf Unterrichtsunterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind. (Zu dpa «Länder-Entwurf: Maskenpflicht in Corona-Hotspots ab Klasse sieben») Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Matthias Balk)
Eine neue US-Studie sieht das Infektionsrisiko an Schulen als nicht erhöht an (Symbolbild).
KEYSTONE/DPA/Matthias Balk

11.25 Uhr: Cassis verteidigt Impfung für Bundesräte

Bei der Impfung des Bundesrates gegen Covid-19 ist es laut Bundesrat Ignazio Cassis darum gegangen, die Krisenführung der Schweiz zu sichern. Der Bundesrat habe dabei bewusst auf eine mediale Aktion verzichtet, betonte Cassis in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen.

Ab Mitte Januar hatten erste Bundesräte, ohne dass darüber zuvor informiert worden war, eine Covid-Impfung erhalten. Kritik in der Öffentlichkeit wurde insbesondere laut, weil keiner der Bundesräte über 75 Jahre alt ist.

«Wir haben nur sieben Minister, nicht 21 wie andere Länder. Würden plötzlich vier Bundesräte krank und zwei davon wären nicht arbeitsfähig, wäre nicht einmal ihre Vertretung gesichert», verteidigte Cassis die Impfung des Bundesrates. Es seit enorm wichtig, dass die Führung des Landes in solchen Zeiten garantiert sei. Man habe zudem zugewartet bis der zweite Impfstoff zugelassen gewesen sei.

Zum Vizepräsidenten wurde Aussenminister Ignazio Cassis gewählt. Er wird damit voraussichtlich für das Jahr 2022 zum Bundespräsidenten gewählt. (Archivbild)
Ignazio Cassis hat die Impfungen für den Bundesrat verteidigt (Archivbild).
sda

10.50 Uhr: Arzt in Italien soll Covid-Patienten getötet haben

In Norditalien ist ein Mediziner festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden, weil er zwei Coronapatienten getötet haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den Kranken im März, während der ersten Coronawelle in Italien, vorsätzlich einen Muskelblocker verabreicht zu haben, der zum Tod der beiden geführt habe, teilte die Polizei mit. Der Arzt arbeitete in einem Krankenhaus in der Nähe der Stadt Brescia. Die Ortschaft liegt in der damals hart von Corona getroffenen Region Lombardei.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wollte der Arzt damit Betten und Kapazitäten beim Krankenhauspersonal frei bekommen. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben einige Wochen später den Hinweis erhalten, dass der Tod der beiden Patienten herbeigeführt worden sei.

In der Folge exhumierten Experten die Leichen der Verstorbenen, um sie zu untersuchen, und wiesen das Anästhetikum nach. In der Regel wird es demnach verwendet, um Menschen zu intubieren oder zu sedieren, und kann bei falscher Dosierung zum Tod führen. Am Montag stellte die Polizei den Mann unter Hausarrest, am Freitag soll er laut Ansa verhört werden.

Ein Corona-Patient wird auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald behandelt.
In Italien wird ein Arzt verdächtigt, zwei Coronapatienten getötet zu haben (Symbolbild).
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

10.05 Uhr: Finanzanalysten bleiben optimistisch

Die Stimmung unter Schweizer Finanzanalysten bleibt auch während des zweiten Lockdowns und trotz der Virusmutationen optimistisch. Ein Grossteil der Experten erwartet, dass die grössten Einschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie bis zur Jahresmitte aufgehoben werden.

Das Stimmungsbarometer zur Konjunkturentwicklung sinkt im Januar zwar leicht auf 43,2 Punkte von 46,8 Punkten im Dezember. Angesichts hoher Unsicherheit wegen der neuesten Mutationen des Coronavirus zeigt es sich aber vergleichsweise robust, wie die Credit Suisse mitteilte. Im März war der CS-CFA-Indikator auf -45,8 Punkte deutlich in den negativen Bereich abgerutscht.

Dass trotz dieser Unwägbarkeiten zwei Drittel der Umfrageteilnehmer von einer Verbesserung der Schweizer Konjunktur bis zur Jahresmitte ausgehen, dürfte dem Start der Impfkampagne sowie der Aussicht auf ein grosses, die globale Nachfrage stimulierendes Fiskalpaket in den USA geschuldet sein, heisst es zur Erklärung.

Die Credit Suisse ist wegen des US-Hypothekenstreits im 4. Quartal 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Die Grossbank wird die Rückstellungen dafür um insgesamt 850 Millionen Dollar erhöhen. (Archivbild)
Unter Finanzanalysten herrscht weiter Optimismus, wie die Credit Suisse mitteilte. (Symbolbild)
KEYSTONE/URS FLUEELER

9.25 Uhr: Aargau: Obduktion wegen Todesfall nach Impfung 

Ein Bewohner eines Pflegeheims im Aargau ist einen Tag nach seiner Covid-19-Impfung gestorben. Kantonsärztin Yvonne Hummel hat eine Obduktion in Auftrag gegeben, um einen möglichen Zusammenhang abzuklären.

Ausserdem werde eine rechtsmedizinische Untersuchung durchgeführt, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales mit. Der verstorbene Mann habe an mehreren Vorerkrankungen gelitten.

Laut dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic seien bisher bei Impfungen gegen Covid-19 keine unbekannten Nebenwirkungen aufgetreten, hiess es in der Mitteilung weiter. Es gebe zum aktuellen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte dafür, dass sich das Nutzen-Risiko-Profil des eingesetzten Impfstoffs verändert habe. Bisher seien im Rahmen der Aargauer Impfkampagne über 14'000 Personen geimpft worden.

Die Covid-19-Impfung erfolgt in die Muskulatur des Oberarms – auch bei Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen.
Im Aargau ist ein Mensch einen Tag nach seiner Covid-19-Impfung verstorben. Eine Obduktion soll klären, ob ein Zusammenhang besteht. (Symbolbild)
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

8.35 Uhr: In Obwalden können nun auch Hausärzte impfen

In Obwalden können neu auch Hausärzte den Impfstoff gegen das Coronavirus verabreichen. Bislang war eine Impfung nur im kantonalen Impfzentrum in Sarnen OW möglich. Impfberechtigt seien aber weiterhin nur Hochrisikopatientinnen und -patienten, die älter als 75 Jahre alt seien und Vorerkrankungen hätten, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit.

Die Staatskanzlei begründete diese Einschränkung mit den stark beschränkten Impfkontingenten. Inzwischen hätten aber 1800 Personen eine Erstimpfung erhalten, was 5 Prozent der Obwaldner Bevölkerung entspreche.

Eine Spritze mit dem Wirkstoff gegen das Coronavirus: In Obwalden können neu auch Hausärzte impfen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

8.22 Uhr: Mehr als 13'000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 13'000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 13'202 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2'161'279.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 982 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 53'972.

7.40 Uhr: Maskentragepflicht für Oberstufenschüler in Uri

Im Kanton Uri wird die Maskentragepflicht auf die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe flächendeckend ausgeweitet, wie aus einer Mitteilung Regierungsrats hervorgeht. Vier von zehn Urner Oberstufenzentren hätten indes bereits in Eigenregie eine Maskentragepflicht eingeführt. Diese wird jetzt gestützt auf das Epidemiengesetz flächendeckend eingeführt.

Gymnasiastinnen tragen Schutzmasken am ersten Tag nach den Sommerferien im Kanton Bern, waehrend der Coronavirus-Pandemie, am Montag, 10. August 2020 im Gymnasium Kirchenfeld in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Gymnasiastinnen tragen im August 2020 Schutzmasken im Kanton Bern. (Archiv)
Bild: Keystone

Mit der Massnahme will der Kanton sich für den Fall wappnen, «dass wesentlich ansteckendere Virusmutationen im Kanton Uri auftauchen». Für Schülerinnen und Schüler im Kindergarten und in der Primarschule gelte indes nach wie vor keine Maskentragepflicht.

7.20 Uhr: Lonza steigert Gewinn deutlich

Lonza ist während er Corona-Krise weiter gewachsen und hat im Geschäftsjahr 2020 deutlich mehr Gewinn gemacht. Zugpferd war einmal mehr die Pharmasparte. Nach dem Verkauf des Chemiegeschäfts will Lonza noch deutlich profitabler werden.

Der Umsatz kletterte 2020 um 3,2 Prozent auf 6,19 Milliarden Franken, teilte Lonza am Mittwoch mit. Unter dem Strich stand ein Reingewinn von 871 Millionen Franken zu Buche, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Daraus sollen die Aktionäre eine Dividende von 3 Franken je Aktie erhalten, 25 Rappen mehr als im Vorjahr.

Das Glanzstück bei Lonza ist und bleibt das Pharmageschäft. Das Unternehmen stellt etwa im Auftrag von Pharmakonzern Wirkstoffe von Medikamenten her – oder für die Impfung der US-Firma Moderna.

Im Pharmasegment kletterten die Verkäufe um 7,3 Prozent auf 4,51 Milliarden Franken und der Betriebsgewinn «Kern-EBITDA» um 4,7 Prozent auf 1,41 Milliarden. Die Marge lag bei hohen 32,1 Prozent. Mit dem beabsichtigten Verkauf des Chemiegeschäfts wird sich Lonza fortan nur noch auf diesen Bereich konzentrieren.

Lo logo de la Lonza en Valais est visible sur l'un des nouveaux batiments du site le jeudi 6 aout 2020 a Viege. Le projet Ibex est materialise par la construction de deux batiments, transformant l'industrie chimique qui s'etait installee dans la plaine du Rhone en industrie de la biotechnologie. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Das Lonza-Werk in Visp, Kanton Wallis. (Archiv)
Bild: Keystone

6.55 Uhr Peru verschärft Massnahmen

Angesichts zunehmender Coronavirus-Fälle hat die Regierung Perus für die Hauptstadtregion Lima und neun weitere Regionen strenge Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Die Massnahmen sollen vom 31. Januar bis 14. Februar gelten, wie Präsident Francisco Sagasti am Dienstagabend (Ortszeit) in einer Rede an die Nation ankündigte. Wegen der extremen Ansteckungsgefahr werde auch der Flug- und der Busverkehr zwischen den betroffenen Regionen des südamerikanischen Landes ausgesetzt.

Zudem müssten bis auf Lebensmittelläden und Apotheken alle Geschäfte sowie Kultureinrichtungen schliessen. Nur eine Person pro Haushalt dürfe die Wohnung zum Einkaufen verlassen. Menschenansammlungen draussen wie drinnen seien verboten. Die bereits bestehenden Verbote für Flüge aus Europa blieben bestehen, zudem komme nun wegen der Virus-Mutationen ein Verbot für Flüge aus Brasilien hinzu. In dem Andenstaat mit seinen rund 32 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als eine Million Corona-Fälle verzeichnet worden, fast 40'000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Virus.

Escorted by a soldier, doctors take a sample from Graciela Cuba, 67, during a house-to-house COVID-19 testing campaign in the Villa Maria del Triunfo shantytown of Lima, Peru, Tuesday, Jan. 12, 2021. As the number of infected continues to rise in Peru, soldiers accompany healthcare workers to assist with compliance and security during a massive testing effort across the capital. (AP Photo/Martin Mejia)
In Lima, Peru, sind Mitte Januar mobile Teams unterwegs, die Einwohner auf Corona testen. 
Bild: Keystone

6 Uhr: Keine Vorzugsbehandlung für Parlamentarier

Experten und Kantonsvertreter halten nichts von einem Impfprivileg für Politiker. «Ein spezielles Vorrecht für Parlamentarier wäre schwierig – da würden sich sofort auch andere Anspruchsgruppen melden», gibt Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, dem «Tages-Anzeiger» gegenüber zu bedenken. Der Medizinethiker und am Universitätsspital Lausanne tätige Palliativmediziner Ralf Jox bekräftigt der Zeitung gegenüber, auch innerhalb der Risikogruppe sollten jene mit dem grössten Risiko als Erste geimpft werden. Die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli sagte in einem separaten Interview mit der Zeitung, dass Parlamentarier «nicht prioritär» geimpft würden. Wer zur Risikogruppe gehöre, solle sich beim Hausarzt melden, so die Zürcher Gesundheitsdirektorin.

Regierungsraetin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion, spricht waehrend der Medienkonferenz ueber die aktuelle Lage und weiteres Vorgehen zur Eindaemmung der Corona-Pandemie am Dienstag, 8. Dezember 2020, in Zuerich. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Natalie Rickli, Zürcher Regierungsrätin und Vorsteherin der Zürcher Gesundheitsdirektion, sind keine Zürcher National- oder Ständeräte über 75 Jahre bekannt.
Bild: Keystone/Alexandra We

Die Präsidenten des National- und des Ständerates haben laut «Tages-Anzeiger» in einem Schreiben an die Kantone schnellere Impfungen für zur Risikogruppe gehörende Bundesparlamentarier gefordert, damit diese ihr Amt ausüben können. Die Teilnahme an der Session sei eine Verpflichtung, so Ständeratspräsident Alex Kuprecht (SVP, SZ).

Rickli: «Mit dem BAG-Tool können wir nicht arbeiten»

Rickli: «Mit dem BAG-Tool können wir nicht arbeiten»

Viele Leute im Kanton Zürich seien verärgert worden, weil sie sich nicht für eine Impfung registrieren konnten – das sagt die kantonale Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli. Man habe deshalb beschlossen, ein eigenes Tool zu programmieren.

26.01.2021

5.45 Uhr: Impfstoffe: EU will Antworten von Astrazeneca

Im Streit über knappe Corona-Impfstoffe versucht die Europäische Union heute erneut, den Hersteller Astrazeneca zur raschen Lieferung vertraglich zugesicherter Mengen zu bewegen. Die EU-Kommission hat Vertreter des britisch-schwedischen Konzerns (für 18:30 Uhr) zur Krisensitzung mit Experten der EU-Staaten geladen. Hintergrund ist die Ankündigung der Pharmafirma, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Statt 80 Millionen Impfdosen sollen nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund – Probleme in der Lieferkette – will die EU nicht gelten lassen. Sie fordert Vertragstreue.

Die EU hatte schon im August bis zu 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca bestellt und nach eigenen Angaben 336 Millionen Euro für Entwicklung und Fertigung vorgestreckt. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte Astrazeneca seit Oktober auf Halde produzieren müssen, damit der Impfstoff sofort nach der Zulassung in der EU bereitsteht. Schon am Montag hatte die EU Aufklärung vom Hersteller verlangt, doch vorerst ohne Erfolg.

Der Chef von Astrazeneca, Pascal Soriot, sieht den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe. Er sagte der deutschen Tageszeitung «Welt» (Mittwoch): «Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan.» Man habe auch Anfangsprobleme in Grossbritannien gehabt. «Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben.» Sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen Impfstoff verpflichtet. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten – obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. «Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet.»



5.43 Uhr: Keine Bevorzugung von Nicht-EU-Staaten

Astrazeneca-Chef Pascal Soriot hat den Verdacht zurückgewiesen, sein Unternehmen liefere für die EU bestimmte Coronavirus-Impfdosen an andere Länder. Astrazeneca verkaufe das Vakzin «nicht anderswo für Profit». Dies versicherte Soriot in einem am Dienstagabend veröffentlichten Interview mit europäischen Zeitungen. Astrazeneca habe seinen Impfstoff gemeinnützig entwickelt, «wir verdienen damit kein Geld», betonte der Unternehmenschef. Er fügte hinzu: «Ich denke, wir behandeln Europa wirklich fair.»

Berichte deutscher Medien, die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs sei bei älteren Menschen nur gering, wies Soriot zurück. Das «Handelsblatt» hatte berichtet, bei dem Vakzin werde nur mit einer Wirksamkeit von acht Prozent bei den über 65-Jährigen gerechnet. Soriot nannte diese Zahl falsch: «Wie kann man annehmen, dass Prüfbehörden rund um den Globus ein Mittel zulassen, das nur acht Prozent Wirksamkeit hat», fragte er rhetorisch.

5.30 Uhr: Bundesrat diskutiert über schärferes Grenzregime

Der Bundesrat dürfte sich an seiner heutigen Sitzung unter anderem mit der Frage beschäftigen, ob ein schärferes Grenzregime installiert werden soll, um den Import von Coronavirus-Fällen in die Schweiz zu senken. Allerdings sieht dies vor allem die Wirtschaft kritisch, weil die Schweiz zum Beispiel auf Arbeitskräfte aus dem Ausland – vor allem im Gesundheitssektor – angewiesen ist. Der Bund hatte vergangene Woche den Kantonen Vorschläge unterbreitet.

5.29 Uhr: Hinterbliebener will mit WHO-Team sprechen

Ein Angehöriger eines Corona-Toten in China hat ein Treffen mit einem Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation gefordert, das vor Ort zum Ursprung der Pandemie forscht. Das Team müsse mit betroffenen Familien sprechen, die nach eigener Einschätzung von der chinesischen Regierung mundtot gemacht werden sollen, sagte Zhang Hai. Sein Vater starb am 1. Februar vergangenen Jahres, nachdem er in die Stadt Wuhan gereist war und sich infiziert hatte. «Wir haben unermüdlich nach der Wahrheit geforscht. Das war ein strafbarer Akt, und ich will nicht, dass die WHO nach China kommt, um diese Verbrechen zu vertuschen», sagte Zhang. «Ich hoffe, dass die WHO-Experten kein Werkzeug zum Verbreiten von Lügen werden.»

China hatte der Mission von Forschern unter Leitung der UN-Organisation erst nach monatelangen Verhandlungen zugestimmt. Ob das Team mit betroffenen Familien sprechen darf, teilte Peking bislang nicht mit. Zugesagt wurde lediglich ein Meinungsaustausch mit chinesischen Wissenschaftlern. Das Team traf am 14. Januar in Wuhan ein und soll seine Arbeit nach einer 14-tägigen Quarantäne in dieser Woche aufnehmen. In der Stadt wurden vor rund einem Jahr weltweit die ersten Fälle der Krankheit bekannt.

Der in Wuhan geborene Zhang lebt inzwischen in der südchinesischen Stadt Shenzhen. Er organisiert Angehörige von Coronavirus-Opfern in China, die von Behördenvertretern Rechenschaft fordern. Viele sind empört, dass der Staat die Gefahr durch das Virus zu Beginn der Pandemie herunterspielte und haben versucht, Klagen gegen die Regierung von Wuhan einzureichen. Die Behörden üben jedoch starken Druck auf die Angehörigen aus, um sie zum Schweigen zu bringen. Die Klagen wurden abgewiesen, Zhang und andere nach deren Angaben wiederholt verhört.

5.16 Uhr Virologin: Mutationen nur europaweit aufzuhalten

Um die Ausbreitung von Cirus-Varianten aus anderen Ländern zu verlangsamen, braucht es aus Sicht von Wissenschaftlern einen europaweiten Plan. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und andere fordern in der Fachzeitschrift «The Lancet» unter anderem einheitliche Regeln für Einreisende. «Wir müssen versuchen, die Ausbreitung der Varianten in Deutschland zu verzögern», sagte Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast «Coronavirus-Update». «Das kann nur europaweit funktionieren – weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben.» Die Variante aus Grossbritannien sei sicher ansteckender, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main. Ob sie auch tödlicher sei, «kann man im Moment noch nicht abschätzen». Wegen grösserer Nähe, vieler Kontakte und verschiedener Verkehrswege sei es kaum möglich, diese Variante aufzuhalten. Man müsse aber die Ausbreitung verlangsamen, bis alle geimpft seien.

15.12.2020, Berlin: Sandra Ciesek, Medizinerin und Virologin, sitzt bei einer Pressekonferenz. Einen Tag vor Inkrafttreten des bundesweiten Lockdowns äußern sich Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler zusammen mit Sandra Ciesek zur Corona-Lage vor Weihnachten. Foto: Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Tobias Schwarz)
Sandra Ciesek, Medizinerin, Virologin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main, am 15. Dezember 2020 in Berlin.
Bild: Keystone/AFP/Tobias Schwarz

Die Varianten aus Brasilien und Südafrika seien in Deutschland bislang kaum verbreitet, sagte Ciesek. Alle Fälle seien «importiert», es seien keine Folgeansteckungen bekannt. Da diese Mutationen nur über Flughäfen eingeschleppt werden könnten, habe man hier bessere Chancen: «Wenn man konsequent testet, nachverfolgt und in Quarantäne steckt, hat man, glaube ich schon eine Chance, dass man das eine Weile eindämmen kann.»

4.56 Uhr: Schweden verlängert Reisewarnung

Schwedens Aussenministerin hat die Bürger des Landes darauf eingestimmt, zu Ostern keine globalen Reisen zu planen. Die Einschätzung der Regierung sei es, dass die Situation weltweit noch für mehrere Monate von Unsicherheit geprägt sein werde, sagte Ministerin Ann Linde am Dienstag.

Schweden verlängerte damit seine Reisewarnung mit Blick auf Länder ausserhalb des EU- beziehungsweise des Schengen-Raums. Unnötige Reisen in diese Regionen sollten vermieden werden, hiess es. Die Empfehlung gilt zunächst bis zum 15. April. Auch das Reisen innerhalb der EU sei auf keinen Fall frei von Risiken, ergänzte Linde.

Schweden hat in der Pandemie lange eine andere Strategie verfolgt als viele europäische Nachbarn. Auf Einschränkungen des öffentlichen Lebens verzichtete das Land weitgehend. Seit Beginn der Pandemie zählte Schweden mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern insgesamt 547'100 Ansteckungen mit dem Coronavirus und 11'005 Todesfälle.

4.55 Uhr: Über Symptome gelogen: Ein Jahr Haft für Chinesin

In China ist eine Frau zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie vor einem Flug Corona-Symptome verschwiegen hatte. Wie die staatliche Zeitung «Global Times» am Mittwoch berichtete, hatte die 37-jährige Chinesin im vergangenen Frühjahr vor einem Flug aus den USA nach China ein fiebersenkendes Medikament eingenommen. Sie gab ihre Symptome demnach erst bekannt, nachdem sie in Peking gelandet war. Dort wurde sie später positiv auf das Coronavirus getestet. 63 enge Kontakte der Frau mussten sich danach in Quarantäne begeben. Ihre Handlungen hätten gegen Antiepidemie-Vorschriften verstossen und stellten ein ernstes Risiko für die Ausbreitung des Virus dar, urteilte ein Pekinger Gericht bereits im vergangenen Oktober, wie die «Global Times» nun berichtete.

China gehört zu den Ländern mit den weltweit schärfsten Corona-Regeln. Bereits seit dem Frühsommer gilt die Pandemie als weitestgehend unter Kontrolle. Am Mittwoch wurden landesweit 75 neue Infektionen gemeldet.

4.50 Uhr: Hotel-Quarantäne für britische Reiserückkehrer

Die britische Regierung wird heute neue Pläne für eine Hotel-Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus 30 Hochrisikoländern vorstellen. Dies geht aus einem Bericht der «Times» von der Nacht auf Mittwoch hervor. Vorgesehen sei, dass sich britische Reisende, die aus südamerikanischen Staaten, Portugal, Südafrika oder Kap Verde nach Hause kommen, bei ihrer Ankunft zunächst in Hotels isoliert werden. Forderungen aus seiner Regierung nach einer vorübergehenden Schliessung der Grenzen lehnte Premierminister Boris Johnson dem Bericht zufolge aber ab.

4 Uhr: Portugal: Höchststände bei Todesfällen und Patienten

Portugal hat ein Rekordhoch bei den täglichen Corona-Todesfällen und Spitalpatienten verzeichnet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Dienstag starben innerhalb von 24 Stunden 291 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der registrierten Todesfälle überstieg die Marke von 11'000. Die Zahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion im Spital lagen, stieg auf den bisherigen Höchststand von 6472. Experten befürchten, dass der Anstieg erst Mitte Februar seinen Höhepunkt erreichen könnte. In Portugal leben rund zehn Millionen Menschen.

Das Land erwägt, andere EU-Staaten wegen des starken Anstiegs an Corona-Fällen um Hilfe zu bitten. Es sei nicht ungewöhnlich, Patientinnen und Patienten in andere EU-Staaten zu verlegen, sagte die portugiesische Gesundheitsministerin Marta Temido dem öffentlich-rechtlichen Sender RTP.

Für Portugal sei es ausserdem ein Nachteil, dass es geografisch am Rande der EU liegt. Die Spitäler des Landes stünden unter grossem Druck und das Land werde daher möglicherweise darum bitten, dass Medizinerinnen und Mediziner nach Portugal geschickt werden. «Wir haben Betten verfügbar», sagte Temido, doch es sei schwer, Personal zu finden.

3.10 Uhr: Alaska stellt erstmals britische Virus-Variante fest

Auch im US-Staat Alaska ist erstmals ein Fall mit der britischen Variante des Coronavirus bestätigt worden. Die infizierte Person lebt in der Stadt Anchorage und war in einen US-Staat gereist, in dem die neue Variante bereits zuvor festgestellt worden war, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten. Bei der Person seien am 17. Dezember Symptome aufgetreten, am 22. Dezember habe sie ein positives Testergebnis erhalten. Die Person habe mit einer weiteren in Anchorage zusammengelebt, die ebenfalls erkrankte. Beide hätten sich in Selbstisolation begeben und seien inzwischen genesen, erklärten die Behörden. Ob auch die zweite Person mit der Variante infiziert war, war zunächst nicht bekannt.

Die britische Variante, die deutlich ansteckender sein soll als frühere Varianten, wurde bereits in mehr als 20 US-Staaten festgestellt.

2.34 Uhr: Corona-Krise setzt Starbucks-Konzern stark zu

Die weltgrösste Café-Kette Starbucks leidet angesichts der Pandemie weiter schwer. Im Geschäftsquartal bis Ende Dezember brach der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um 30 Prozent auf 622 Millionen Dollar ein. Dies teilte Starbucks am Dienstag (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse fielen um knapp fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Verglichen mit dem Vorquartal ist das zwar schon eine deutliche Verbesserung, dennoch hatten Analysten im Schnitt mit höheren Einnahmen gerechnet.

Der am Finanzmarkt viel beachtete flächenbereinigte Umsatz ging weltweit ebenfalls stärker als erwartet zurück, auch wenn die Prognosen für den US-Heimatmarkt und das wichtige China-Geschäft leicht übertroffen wurden. Konzernchef Kevin Johnson zeigte sich angesichts der anhaltenden Belastungen durch die Coronavirus-Krise mit den Ergebnissen zufrieden und sprach von einer fortschreitenden Erholung. Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen indes weniger gut an, die Aktien drehten nachbörslich zunächst deutlich ins Minus.

1 Uhr: Amerika will 200 Millionen Impfdosen zusätzlich

Durch die deutliche Aufstockung der nationalen Impfstoff-Bestände will die US-Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden die Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Biden kündigte am Dienstag (Ortszeit) in Washington an, die Vereinigten Staaten wollten zusätzliche 200 Millionen Impfdosen kaufen – jeweils 100 Millionen von den Unternehmen Moderna und Pfizer. Die Lieferung der zusätzlichen Impfdosen werde bis zum Sommer erwartet. Damit solle der Bestellumfang von 400 auf 600 Millionen Impfdosen erhöht werden, sagte Biden. Dies sei genug, um bis zum Ende des Sommers 300 Millionen Amerikaner zu impfen, hiess es aus dem Weissen Haus. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Pro Kopf sind zwei Impfdosen nötig.

Biden versprach auch, die US-Bundesstaaten sollten wöchentlich mehr Impfdosen bekommen – und einen längeren Planungsvorlauf. Zuletzt waren die Impfungen gegen das Coronavirus in den USA nicht im erhofften Tempo vorangekommen. Die Eindämmung der Pandemie ist eines der Hauptanliegen des neuen US-Präsidenten.

1 Uhr: Sorge über angedrohte Regulierung von Vakzin-Export

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich besorgt über eine mögliche Regulierung von Impfstoff-Exporten aus der Europäischen Union gezeigt. Sollte die EU blockieren, dass Kanada Vakzin-Dosen aus der EU erhält, wäre das besorgniserregend, sagte Trudeau. Die EU hat angedroht, die Exporte von innerhalb der EU-Grenzen gefertigten Impfstoffen zu kontrollieren. Der Staatenbund verlangt von Pharmafirmen, die mit EU-Förderung Corona-Vakzine entwickelt haben, sich an die Lieferverträge mit der EU zu halten. Alle in Kanada in der Corona-Pandemie bisher eingesetzten Impfstoffe wurden in der EU produziert.

Trudeau erklärte, er habe mit Moderna-CEO Stéphane Bancel gesprochen, dabei sei «sehr deutlich» geworden, dass die Verträge mit Kanada eingehalten würden. Er werde mit den europäischen Verbündeten sprechen, um sicherzustellen, dass es keine Störungen in der kanadischen Lieferkette gebe.

0.20 Uhr: Angespannte Stimmung in Niederlande

Nach den im Zuge von Corona-Massnahmen ausgelösten schweren Krawallen der vergangenen Tage ist es am Dienstagabend in den Niederlanden zunächst weitgehend ruhig geblieben. Zum Beginn der Ausgangssperre um 21:00 Uhr registrierte die Polizei nur vereinzelt kleine Zusammenstösse mit Randalierern. In Rotterdam wurden am Abend 17 Menschen vorsorglich festgenommen, auch aus Breda wurden Festnahmen gemeldet. In Amsterdam versammelte sich im Westen nach Angaben der Polizei eine grosse Gruppe junger Männer. Die Lage sei wie auch in Hilversum angespannt, meldete die Polizei.

In den zwei Nächten zuvor hatte es schwere Krawalle in zahlreichen Städten gegeben. Auslöser der Unruhen war die Ausgangssperre, die als bisher schwerste Corona-Massnahme am Samstag erstmals in Kraft getreten war. Hunderte junger Männer waren daraufhin plündernd und randalierend durch die Strassen gelaufen und hatten Polizisten mit Feuerwerk und Steinen angegriffen.

Städte und Polizei hatten sich nun massiv auf mögliche Unruhen vorbereitet. Bürgermeister erliessen Notmassnahmen und schränkten den Aufenthalt in den Zentren stark ein. Schaufenster waren mit Sperrholz verbarrikadiert. Die Polizei patrouillierte.

In mehreren Städten hatten sich Fans der Profi-Fussballvereine versammelt, um ihre Stadien zu verteidigen. In Maastricht versammelten sich mehrere Hundert Fans nach Medienberichten im Zentrum, um die Stadt zu schützen, wie sie sagten. Fan-Proteste gab es auch in Eindhoven, Tilburg und 's-Hertogenbosch.



0.05 Uhr: Weltweit über 100 Millionen bestätigte Infektionen

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das ging am Dienstag aus Daten der Johns Hopkins University in Baltimore hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es auch mehr bestätigte Todesfälle als in jedem anderen Land: mehr als 423'000. In Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,8 Millionen. In Europa wurden die meisten Infektionen bislang in Grossbritannien gemeldet (3,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (3,1 Millionen) sowie Spanien (2,6 Millionen) und Italien (rund 2,5 Millionen). In Deutschland wurden laut Johns Hopkins 2,16 Millionen Infektionen registriert.

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